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 Willi Gabalier & seine Christiana: Wir leben hier im Paradies

Auf einem Bauernhof zu leben – das war immer sein Traum. Aus einem Anwesen in der Steiermark machte der Tänzer („Dancing Stars“) und Sänger seine Glücks-Oase

Stadlpost:  Lieber Willi, erzähl uns doch mal, wie du euer Anwesen überhaupt gefunden hast?

Willi Gabalier:  Vor zehn Jahren habe ich begonnen, einen Bauernhof zu suchen. Im Umfeld von Graz ist es sehr schwierig, etwas Historisches in Alleinlage zu bekommen. Ich bin von Haus zu Haus gezogen und habe überall gefragt, ob es in der Gegend nicht vielleicht einen Hof zu kaufen gäbe. Nach unzähligen Absagen habe ich schließlich etwas zu pachten gefunden und nach einiger Zeit war die Besitzerin auch bereit, mir ihr leerstehendes Bauernhaus zu verkaufen. 

Stadlpost:  Weißt du etwas über die Menschen, die dort gelebt haben?

Willi Gabalier:  Mit der Vorbesitzerin bin ich mittlerweile sehr gut befreundet! Sie musste damals vom Hof wegziehen, da ihr Mann gestorben war. Sie freut sich jetzt riesig, dass ich in ihrem geliebten Zuhause so glücklich bin. Oft kommt sie auch zu Besuch und ist mittlerweile so etwas wie eine Ersatz-Großmutter für mich!

Stadlpost:  Wie alt ist denn der Hof eigentlich, weißt du das?

Willi Gabalier:  In den Grundmauern ist das Gebäude über 400 Jahre alt! Da habe ich eine große Achtung vor der Leistung der Erbauer, die alles von Hand und in so einer Qualität gebaut haben, dass es Jahrhunderte Bestand hat. Und zwar ausschließlich mit Materialien wie Stein, Holz, Sand und Kalk! Die Häuser, die heutzutage gebaut werden, werden trotz modernster Technik und maschineller Hilfsmittel wahrscheinlich nicht mehr so ein Alter erreichen, und können mir auch nicht das wohlig-warme Gefühl von Geborgenheit in den eigenen vier Wänden geben.


Stadlpost:  Bei eurer Hochzeit hat dir deine Frau einen kleinen Stier geschenkt. Lebt der noch bei euch?

Willi Gabalier:  Das kleine Kalb ist mittlerweile schon sehr groß und lebt im Stall eines Nachbarn. Für große Tiere, die man täglich mehrmals betreuen muss, habe ich aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit zu wenig Zeit. Wir haben aber sechs Katzen und züchten die „Steirische Schneekatze“. Das ist quasi eine Eigenkreation und in ein paar Jahren wird man diese auch bei uns kaufen können (lacht).

Stadlpost:  Du wärst ja auch gern Bauer geworden …

Willi Gabalier:  Irgendwann werde ich mir diesen Kindheitstraum auch noch so richtig erfüllen, aber das wird wohl noch dauern. Ich ernte derzeit sehr viel aus Wiese und Wald. Wenn man sich ein bisschen auskennt, kann man viele Köstlichkeiten finden.

Stadlpost:  Du hast auch Theologie studiert, wolltest du Pfarrer werden?

Willi Gabalier:  Nein, das nicht. Aber ich bin ein sehr religiöser Mensch und seit Kindheitstagen mit dem Kirchenjahr vertraut. All die schönen Feste und Bräuche haben mich immer schon begeistert und in schwierigen Zeiten war mir der Glaube stets eine unverzichtbare Stütze! 

Stadlpost:  Du interessierst dich sehr für Geschichte. Welche historischen Figuren faszinieren dich?

Willi Gabalier:  Viele große Habsburger natürlich! Und für jeden Steirer ist Erzherzog Johann wichtig, da er unser Land sehr geprägt und über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Er war Traditionalist und Reformer zugleich. 

Stadlpost:  Welche Tänze magst du denn ganz besonders?

Willi Gabalier:  Grundsätzlich mag ich alle Tänze, weil es ja großartig ist, dass sie so unterschiedlich sind. Für jede Stimmungslage gibt es einen Tanz, wie etwa einen temperamentvollen Tango oder einen flotten Boogie. Am liebsten tanze ich eine flotte Steirische Polka oder einen Wiener Walzer.

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