Country

Traditionelle Musik aus den USA – eine musikalische Rundreise

In den USA gibt es natürlich traditionelle Musikrichtungen. Wer an Louisiana denkt, der hat die ersten Gospelsongs vermutlich bereits im Ohr. Countrymusik beschreibt die Weiten des Landes, aber auch der Rock’n’Roll kommt nicht zu kurz. Dieser Artikel schaut sich die Eigenheiten der einzelnen Richtungen einmal an.

Countrymusik

Was ist Countrymusik? Sie darf durchaus mit den einstigen volkstümlichen Liedern verglichen werden, die in unserem Sprachraum die »Fernsehgärten« und auch volkstümliche Hitparaden beschrieben. Im Detail gilt:

  • Entwicklung – Country entstand später, als viele glauben. Erst zu Beginn des 20. Jahrhundert entwickelte sich die Countrymusik aus der Volksmusik der Einwanderer und auch dem Blues. Besonders Iren und Briten dominierten die Einflüsse, wodurch sich erklärt, weshalb die Countrymusik Folkelemente besitzt.
  • Bewegungen– es gibt drei Phasen: Die Traditionalisten befürworten das Zurück zu den ursprünglichen Themen und Texten. Die Erneuerer probieren sich gerne aus und die Kommerzorientierten machen das Äquivalent zu unserer Volksmusik: Sie nähern sich der Popmusik an.
  • Stilrichtungen – Countrymusik kann in mehrere Stilrichtungen eingeteilt werden. Besonders bekannt dürfte der Western Swing sein, der texanische Musik mit Blues vermischt und zugleich das charakteristische Cowboy-Image verkörpert.
  • Bluegrass – obwohl diese Stilrichtung einst tief traditionell war, so ist sie heute eher unter diesem Namen bekannt, weil die Blue Grass Boys mit ihrer Form der Countrymusik überaus erfolgreich waren.

Alle Stilrichtungen und ihre Unterkategorien aufzuzählen, wäre an dieser Stelle kaum möglich. Interessant ist jedoch, dass im europäischen Raum überhaupt nicht ein Hauptstil als solcher als besonders bekannt gilt, sondern eine Modeströmung: Rockabilly.

Swing – ein Konzept für die Massen

Eigentlich ist Swing kein eigener Stil, sondern eine Ausrichtung des Jazz. Doch aus dem im Vergleich vorhandenen Schattendaseins des Jazz entwickelte sich der Swing und erhielt eine eigene Ära. Untrennbar vom Swing ist die Big Band, deren andere Bezeichnung noch immer Jazzorchester lautet.

  • Entstehung – hervorgehend aus dem Jazz, wurde Swing gegen Ende der Zwanzigerjahre ins Leben gerufen und fand seine Hochzeit in den 40er. Ursprünglich war dies eine Musikrichtung der afroamerikanischen Bevölkerung, doch wurde sie von den weißen Amerikanern übernommen.
  • Big Band – diese besteht klassisch aus sieben Personen mit Instrumenten: Posaune, Klarinette, Trompete/Kornett. Allerdings stammt die eigentliche Big Band gar nicht aus dem Jazz, sondern geht auf Fletcher Henderson zurück, der als Erster Blasinstrumente mehrfach besetzte.
  • Verbreitung – Swing war damals ein weltweites Phänomen, welches sogar durch die NSDAP nicht eingedämmt werden konnte. Das Ende der wahren Swingära kam nach dem Zweiten Weltkrieg, da sich Musikfreunde zunehmend den neu aufkommenden Richtungen zuwandten.

Rock ’n’ Roll

Was vielen bis heute nicht bekannt ist, ist die tatsächliche Zeit der Entstehung des Rock ’n’ Roll. In der Tat, 1936 und 1937 kam vier Songs heraus, die das Rock-’n’ Roll-Zeitalter so sehr prägten, wie es nur ging. Robert Johnson, für viele eine Ikone des Blues, schrieb und komponierte diese Songs und gelangte mit diesen in die »Rock and Roll Hall of Fame« in 1986 – lange nach seinem Tod. Allerdings ließen sich überwiegend europäische Rocker von Johnson beeinflussen, denn Amerika hatte längst seine eigenen Stilrichtungen samt absoluten Größen:

  • Elvis Presley – der King beherrschte den amerikanischen Rock’ n’ Roll wie fast kein anderer. Und wie fast kein anderer hat er seine Musik bis über seinen Tod hinaus in die Welt gebracht. Noch immer reisen Fans aus der ganzen Welt nach Memphis, aber auch nach Las Vegas, wo er etliche Konzerte gab. Die Macht von Elvis ist ungebrochen und wer mag, der kann ganze Elvis-Touren durch Amerika buchen. In Las Vegas lässt sich dies zudem mit einem Casinobesuch geschickt verbinden. Wer vorher üben möchte, kann spiele wie Roulette oder Blackjack online spielen und sich schon mal ein Grundverständnis holen.
  • Johnny Cash – auch er war im Rockabilly daheim und ist bis zum heutigen Tag ein prägender Begriff der amerikanischen Szene.
  • Chuck Berry – er nutzte die Unterart des Car-Sounds. Diese Songs greifen auf den Autokult zurück, beziehungsweise hievten ihn auf ein allgemein anerkanntes Level. Berry selbst schrieb überwiegend von langen Fahrten durch die USA. Ein Merkmal dieser Ausrichtung ist die verzerrt klingende E-Gitarre.

Elvis Presley

Der Rock’n’Roll ist eine der Musikrichtungen, die sich als generationsübergreifend bezeichnen lassen. So wurde gegen Ende der 50er-Jahre eine neue Richtung entwickelt, die sich an junge, vornehmlich weiße, Amerikaner richtete. Anstelle der sonst üblichen Lederjacken und Jeans kleideten sich die Sänger sehr förmlich und stellten praktisch die Lieblinge der Eltern da, den perfekte Schwiegersohn. Übrigens entstand zu dieser Zeit in den USA das, was wir heute als Castingsbands kennen: Die Sänger wurden nämlich tatsächlich gecastet und stellten nicht selten eine Elvis-Figur dar. Konnten die Sänger zwar optisch, aber nicht stimmlich überzeugen, wurden die Platten im Studio so lange nachbearbeitet, bis sie herausgegeben werden konnten.

Im Laufe der Zeit verlor der gesamte Rock’n’Roll an Bedeutung, da sich auch erfolgreiche Sänger dem Rock zuwandten, zugleich kamen Gruppen wie die Beatles heraus, deren Musik auch die USA überflügelte. Bis zu den 80er-Jahren. Mit den »Stray Cats« kam eine neue Band heraus, die alte Rockabilly-Klassiker coverten und ihre eigenen Songs dazu präsentierten. Auf einmal besannen sich auch andere Bands zurück auf diese Form des Rock’n’Rolls und das Revival war im vollen Gange.

Fazit – hinter die Fassade schauen

Wer heute die typischen Charts hört, der vergisst schnell, dass die traditionellen Musikrichtungen der USA die Musik bis ins Detail geprägt haben. Und wenngleich anzunehmen ist, dass moderne Castingstars sich nicht darüber bewusst sind, so nutzen auch sie automatisch Elemente der alten Stilrichtungen. Manche sind allerdings nicht allzu leicht voneinander abzugrenzen, zudem dürfte es selbst unter Musikfans oft Diskussionen über die eigentlichen Ursprünge und das Herauskommen einer Richtung geben. Wer brachte beispielsweise Countrymusik hervor, wenn die Ursprünge auf die Folkmusik irischer Einwanderer zurückgehen? Ist die Big Band nun im Swing zu Hause oder nicht doch in Hendersens altem Orchester? Aber genau das macht die Musik so faszinierend: Am Ende verbindet sie doch wieder alle Richtungen und Eigenheiten miteinander, schafft im besten Fall aus all diesem etwas Neues.

Autor: Felix Klein

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