VIDEO Tipps

STEVY: Sein Hit ‚Du und i‘ hat ihm seelisch gutgetan

Lange Jahre stand er vorne, an der Bühnenkante und hinter ihm die Band, die Schürzenjäger. STEVY Wilhelm Sänger und Songwriter, schultert die Gitarre und geht seit einiger Zeit eigene Wege. Nun mit neuem Song samt alten Herausforderungen.

STEVY Wilhelm hat im Frühjahr, während des Corona Lockdowns, bereits ein erstes musikalisches Zeichen als Solist in die digitale Welt geschickt. Mit ‚Auf amol‘ hatte er spontan seinen Gefühlen und Gedanken zum Thema freien Lauf gelassen und die enormen Reaktionen auf den Song, machen den Mann noch heute einigermaßen sprachlos. STEVY Wilhelm neuer Song trägt den Titel ‚Du und i‘. Kein klassisches Liebeslied. Oder doch?!

STEVY Wilhelm. Singer-Songwriter aus dem Tiroler Lechtal. Optisch der Typ rauer Rocker, der jedoch nie mit seiner sensiblen Seite gehadert hat. Vor allem wenn es um seine eigenen Songs geht. STEVY ist ein Denker, einer der Themen, die ihm bewegen, spontan in Lieder umsetzt, ‚weil sie einfach aus mir raus müssen‘, wie er sagt.

Da sind aber auch Gedanken, die seit Jahren in seinem Kopf festsitzen, Erinnerungen, die sich zu langsam anwachsenden Gefühlen entwickeln und die in Zeiten, in denen der Musiker nicht permanent mit Konzerten und Tourneen beschäftigt ist, mehr und mehr Oberhand gewinnen.

Der Vater, Hermann Wilhelm, durch den Krieg zur Halbwaise geworden. Die Seele vergisst nicht und Gefühle sind vielfach unter Narben verborgen und werden vor allem erst durch künstlerische Entfaltung freigelegt. Der Hermann Wilhelm, von seinen Freunden seit der Volkschule mit dem Spitznamen ‚Kaiser‘ gerufen, ist als Holzschnitzer und talentierter Musiker im Lechtal bekannt.

Die Kreativität des Vaters findet sich auch im Sohn und der Vater ist STEVY immer wieder ein Vorbild. Es ist ein, der Zeit entsprechendes, Distanz / Nähe-Verhältnis, der Kriegsgeneration und ihrer Erziehung geschuldet. Worte der Zuneigung, ein schlichtes ‚i hab di lieb‘, die kamen nicht über die Lippen. Die Liebe zwischen Vater und Sohn. Sie war aber da, unausgesprochen und doch spürbar.

‚Der Vater konnte seine Gefühle nicht zeigen, so wie viele Väter seiner Generation. Ich kann mich noch gut an eine Situation erinnern, wo er plötzlich und unvermittelt genau darüber zu sprechen begonnen hat, wie schwer er sich tut die richtigen Worte zu finden, über die Liebe zu seinem Buam‘, sagt STEVY.

Vor vier Jahren stirbt der Vater. Das Leben geht weiter, man hat ja genug zu tun. Dann haut plötzlich Corona die Handbremse rein. Das Virus zieht die Steckdose. Zukunftsängste wechseln sich mit Motivationsschüben und ab. Im Kopf fehlt der Kompassnadel die gewohnte Ausrichtung und verschüttete Erinnerungen werden frei gelegt.

‚Es war dieses, Jahre zurückliegende Gespräch mit meinem Vater, dass mir auf einmal nicht mehr aus dem Kopf ging und aus dem schließlich dieses Lied geworden ist. Ein Lied, das einfach raus musste‘, sagt STEVY Wilhelm über ‚Du und i‘, seinem bisher persönlichsten Song. 

‚Du und i‘ ist daheim, in seinem Studio entstanden. Eine Ballade. Schönes Gitarren-Intro, unter die Haut gehende Vocals. Er hat zahlreiche Instrumente selbst eingespielt. Dadurch hat sich dabei eine sehr intime Situation ergeben‘, so STEVY. ‚Es hat mir einfach seelisch gutgetan, den Song zu schreiben und aufzunehmen‘.