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Stadlpost-Interview mit Monika Martin: „Nur wer ganz unten war, kommt ganz hinauf!“

Das exklusive Gespräch mit der Sängerin über ihr neues Album, welche Schicksalsschläge sie zu meistern hatte, warum die Musik ihr geholfen hat und was sie auch anderen Menschen gerne mit auf den Weg gibt!

Monika Martin ist seit 23 Jahren erfolgreich als Sängerin unterwegs – Anfang August hat sie ihr neues Album „Ich liebe dich“ veröffentlicht! Drei unglaublich starke Worte mit viel Gefühl, das sie auch in ihre Lieder packt. Wir haben mit ihr über ihre Lieblingslieder auf dem Album gesprochen, wie sie durch Schicksalsschläge zur Musik kam, welchen Rat ihr ein Fremder im Flugzeug mitgegeben hat und über ihre Liebe zu Tieren! Außerdem können Sie eines von fünf neuen, handsignierten Alben gewinnen!

Stadlpost: Liebe Monika Martin! Dein neues Album heißt „Ich liebe dich“ – Welche der Lieder gehen dir besonders nahe und warum?

Monika Martin: Ich habe dieses Album „Ich liebe dich“ ganz bewusst so benannt. Es ist ja heutzutage fast altmodisch diese Worte zu verwenden. Dennoch zählen diese berühmten drei Worte für mich zu den stärksten Aussagen! Man sagt diese Worte nicht zu jedem Menschen – und nicht jeden Tag. Ich habe in meinem Leben erfahren dürfen, wie facettenreich und vielschichtig die Liebe sein kann. Ich betrachte es z.B. voll Liebe und Dankbarkeit, diese Stimme bekommen zu haben. Ich darf für viele Menschen singen und sie schon jahrelang musikalisch begleiten. Das ist also auch ein „Ich liebe dich“ an meine Berufung, und ich sage „Danke, Herrgott! Danke, dass ich das tun darf, und sogar davon leben kann.”

Es bewahrheitet sich hier auf diesem Album, dass die Liebe in seinen verschiedenen Facetten beschrieben wird. Ich bin z.B. eine sehr große Tierfreundin und erzähle auf meiner neuen CD ganz bewusst die Geschichte von Hachiko. Viele haben vielleicht den Film dazu gesehen. Für mich einer der emotionalsten, die es gibt…. Ich erhebe gerne meine Stimme für jene Wesen, die sich selbst nicht verteidigen können und nicht für sich selbst sprechen können. Ich muss sagen, den Film habe ich nie zu Ende sehen können – ich musste immerzu weinen. Wir alle haben Tieren gegenüber eine große Verantwortung. Es liegt an uns auf diese Geschöpfe Gottes zu achten und zu schauen, dass sie ein schönes, lebenswürdiges Leben haben!

Eine weitere Facette dieser Liebe spiegelt sich im Lied „Etwas wird bleiben“ – mein persönliches Lieblingslied auf diesem Album. Ich weiß nicht, ob du das kennst: Man trifft einen Menschen und fühlt sich sofort unbeschreiblich vertraut mit ihm. Man sieht ihn zum ersten Mal und sofort weiß man, der Mensch wäre es. Diese Liebe ist nicht möglich, da jeder in seiner Welt ist – aber trotzdem bleibt etwas, dieser Augenblick, dieser Zauber, diese Verbundenheit und jeder geht wieder in seine Welt.

Mir geht es beim Hören eines bestimmten Liedes oft so, das mich an eine gewisse Situation erinnert, dass ich sofort in dieser Situation und Stimmung von damals bin. Der Film läuft einfach ab. Das ist herrlich. Gott sei Dank gibt es Dinge in unserem Leben, die nicht planbar sind. Das macht unser Leben ganz besonders lebenswert.

 

Stadlpost: Gibt es noch Lieder auf deinem Album, die für dich eine besondere Bedeutung haben?

Monika Martin: Ein Lied, dass zu meiner Parole als Monika Martin geworden ist, trägt den Titel „Glaub an die Liebe“ –ja, ich glaube an die Liebe. Natürlich bin ich schon oft enttäuscht worden, wie jeder Mensch. Aber wenn ich einen Menschen neu kennenlerne, werde ich ihm immer wieder mein Vorschußvertrauen schenken, Respekt und meine Achtung geben. Ich denke auch, dass wir die Welt nicht im Großen verändern können, sondern nur im Kleinen. Es beginnt bei jedem von uns – dafür brauchen wir nicht bis nach Äthiopien zu schauen. Es beginnt in der Nachbarschaft. Man muss lernen, hinzuschauen, und nicht wegzuschauen. Wenn jemand aus der Nachbarschaft krank ist und ich habe einen Kuchen gebacken, so bringe ich ihm ein Stückchen Kuchen. Das hilft manchmal mehr als jede Tablette – die aber natürlich auch wichtig ist. Ich liebe es, nicht in einer Großstadt zu leben. In kleineren Ortschaften grüßen sich die Menschen noch und man trifft auch zufällig Freunde und geht mit ihnen auf einen Kaffee.

Aus vielen Gründen habe ich also für mein 23. Album die berühmten drei Worte – um mit Andy Borg zu sprechen – gewählt, denn die Liebe wird uns, so denke ich, das ganze Leben lang begleiten.

 

Stadlpost: Du bist seit mittlerweile 23 Jahren als Sängerin unterwegs und hast viel erlebt, was ist besonders in Erinnerung geblieben?

Monika Martin: Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die vielen, vielen Begegnungen mit Menschen, die meine Art von Musik lieben. Dabei habe ich ja meine Musikkarriere zwei Schicksalsschlägen zu verdanken. Diese haben mein Leben sehr verändert. 1995 habe ich meine geliebte Oma verloren – und im gleichen Jahr hat mir mein damaliger Freund, mit dem ich seit vier Jahren zusammen war, gesagt, dass er in eine andere verliebt ist. Ich habe ihm das nicht zum Vorwurf gemacht – es gehören immer zwei dazu, wenn eine Beziehung auseinander geht. Ich bin aber in ein sehr tiefes Loch gefallen. Ich hatte immer meine vier Stützen, man kann sich das vorstellen wie bei einem Stuhl: Meine Mutter, meine beste Freundin, meine Oma und mein Freund. Plötzlich sind zwei Stützen weggefallen – und ein Stuhl auf zwei Beinen fällt um.

Ich hatte die Wahl: Entweder ich versumpfe in meinem Mitleid, oder ich hole mich selbst aus diesem Schlamm der Hoffnungslosigkeit heraus und mache etwas aus eigener Kraft. Daraufhin habe ich 1996 mein wohl wichtigstes Lied „La Luna blu“ geschrieben. Das war mein erster großer Hit und dieses Lied ist bis heute in jedem meiner Konzerte anzutreffen. Das darf nicht fehlen. Die Menschen haben einfach gespürt, welch Herzblut in das Lied gelegt wurde. Ich habe es dem Mond gewidmet – in der Hoffnung, dass er mir nicht so schnell weggenommen wird.

In solchen Notsituationen komme ich auf Ebenen, die ich im glücklichen Zustand nicht erreiche. Ich kann Lieder schreiben, die ich glücklich nicht schreiben würde. So ähnlich sehe ich es bei Andreas Gabalier. Ich vergönne ihm seine Karriere von Herzen. Ich möchte mit ihm und den Schicksalsschlägen, die er erlebt hat, jedoch nicht tauschen. Bei „Amoi seg’n ma uns wieder“ fange ich jedes Mal zu weinen an, weil in diesem Lied eine ganz besondere Energie steckt. Und nur wer so weit unten war, kommt so weit rauf!

So hat jeder sein Schicksal zu meistern. Ich danke meinem Schicksal – und besonders dem Herrgott – dass ich meine Berufung so leben darf. Vor 300 Jahren hätte ich das nicht so umsetzen können. Ich bin froh, dass ich in diese Zeit hineingeboren wurde.

 

Stadlpost: Wir haben ja im Magazin die Frage gestellt, was für dich dein größter Erfolg war. Dort beschreibst du, dass deine Lieder, Stimme und Texte andere durch schwere Zeiten helfen und du dich darüber sehr freust. Hast du dazu schon einmal Post von Fans bekommen und gibt es eine Geschichte, die dich berührt hat?

Monika Martin: Ich habe einen ganzen Raum voller Ordner und Mappen mit Fanpost *lacht*. Mein Publikum schreibt mir sehr viel und oft! Sie kommen gerne und immer wieder auch auf mich zu, auch wenn ich zum Beispiel mit der Mutti spazieren gehe! Meine Mutter fragt mich dann manchmal, ob ich diese Menschen schon lange kenne, mit denen ich da gerade so herzlich gesprochen habe. Ich antworte ihr: „Nein, aber sie lieben meine Musik, leben mit meinen CDs und deshalb möchte ich auch das Gefühl weitergeben, dass sie von mir, auch wenn wir uns zufällig treffen, angehört werden.“ Das ist mir wichtig! Auch hier möchte ich sehr respektvoll umgehen.

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Stadlpost: Was sagen die Menschen und Fans denn zu dir, wenn sie dich sehen?

Monika Martin: Viele Menschen kommen zum Autogrammstand und sagen: „Monika, du hast mir über so eine schwere Zeit hinweggeholfen!“ Oder: „Durch dich habe ich den Tod von einem geliebten Menschen leichter überwinden können.“ Dann sage ich: Ich durfte mit meiner Musik und Stimme dazu beitragen – was mich sehr freut – aber getan hast du selbst! Ich bin keine Wunderheilerin, Heilige und kein Engel. Ich bin ein ganz normaler Mensch. Manche wollen sich das aber auch gar nicht nehmen lassen und übertragen mir eine Art Verantwortung. Mir ist es aber wichtig, dass die Verantwortung bei dem betroffenen Menschen bleibt.

Andy Borg hat einmal gesagt: „Irgendwann wird’s die CDs von Monika auf Krankenschein geben.“ Die Leute lachen beim Konzert, wissen aber auch, wie es gemeint ist.

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Monika Martin und Andy Borg kennen sich schon seit vielen Jahren!

 

Stadlpost: Gibt es denn etwas im Leben, dass du gerne anders gemacht hättest?

Monika Martin: Nein, weil dann hätte ich es gemacht. Die Musikkarriere zum Beispiel ist mit mir geschehen. Ich bin schon eine fleißige Person, aber wenn man noch so will und es ist für einen nicht bestimmt, wird es nicht gelingen.

Mir hat jemand einmal folgendes Bild erklärt: Das Leben ist ein Fluss. Wir sitzen in einer Nussschale und werden einmal an das linke Ufer, einmal an das rechte Ufer getrieben. Wenn man am rechten Ufer ist und man möchte unbedingt wieder an das linke Ufer, kann man zwar mit aller Kraft rüber rudern – wird auch gelingen – aber wenn man dort angekommen bist, wird man wahrscheinlich keine Kraft mehr haben, das auszuführen, was man unbedingt tun wollte. Ich habe diese Verbildlichung sehr schön gefunden. Diese Person hat auch gesagt: Alles im Leben hat seine Zeit. Man muss nur abwarten, bis man hingetrieben wird. Dann ist die Zeit dafür da! Das hat mir oft sehr geholfen. Man muss die Dinge erwarten können – Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

 

Stadlpost: Das ist ein schönes Bild – wer war diese Person, die dir das erklärt hat? 

Monika Martin: Dieser Mann, war ein mir unbekannter Sitznachbar im Flugzeug. Ich habe mich bei ihm sehr bedankt und es tut mir bis heute leid, dass ich mit ihm keine Daten ausgetauscht habe.

 

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Foto: Jan Weskott

 

Stadlpost: Der unerfüllte Traum vom Hund – warum hat es sich bisher nicht ergeben einen Hund zu haben und gibt es eine Hunderasse, die du bevorzugen würdest? Auf dem Album gibt es das Lied von Hachiko – wünscht du dir einen Akita?

Monika Martin: Wenn ich einen Hund hätte, dann hätte ich einen Dalmatiner oder Boxer. Doch durch meine Tourneen und Auftritte kann ich es nicht verantworten ein Tier zu halten, denn ein Hund gehört zu seinem Herrchen/Frauchen und ich bin ja selten zu Hause.

Schon als kleines Kind habe ich eine Leine mit einem Halsband gebastelt und bin damit spazieren gegangen. Dabei habe ich mir vorgestellt, dass ich mit dem Hund spazieren gehe. Da sieht man, wie sehr ich mir damals einen Hund gewünscht hatte. Ich habe dann immer gesagt: „Komm schön, Fuss!“ und die Menschen haben geschaut wo der Hund ist, denn ich war ja nur mit der Leine unterwegs. *lacht*

 

Stadlpost: Du bist eine große Tierfreundin – wie zeigt sich das sonst noch in deinem Leben?

Monika Martin: Ich liebe ja alle Tiere – bei mir haben sogar die Fische im Aquarium Namen gehabt! Und ich werde immer meine Stimme für Tiere erheben, die nicht für sich sprechen können. Ich bin unter anderem Patin von Pedro – der größten Mähnenrobbe in Schönbrunn! Außerdem unterstütze ich einen Grazer Verein für kleine Wildtiere in großer Not. Wenn ein junges Vogelbaby aus dem Nest gefallen ist, ist es sehr schwer, es aufzuziehen. Der Verein kümmert sich liebevoll und vor allem professionell um solche Tiere. Seit meinem 50. Geburtstag habe ich meine Fans gebeten, mir keine Geschenke mehr zu den Konzerten zu bringen. Stattdessen mögen sie das Geld, dass sie für das Geschenk ausgegeben hätten, an diesen Verein spenden. So bekommen Tierbabys, wie dieses Vogerl, eine zweite Chance in ihrem Leben!

Stadlpost: Gibt es noch etwas, dass du den Stadlpost-Lesern gerne mit auf den Weg geben möchtest?

Monika Martin: Ja, ich freue mich auch 2021 wieder auf Solo-Tour durch Deutschland und Österreich zu gehen! Die Termine für Deutschland gibt es bereits auf eventim, die österreichischen Termine folgen in kürze!

Wenn jemand mit mir Kontakt aufnehmen möchte, so bin ich auf Facebook und über meine Homepage www.monika-martin.com erreichbar. Ich antworte selbst und freue mich auf Eure Zeilen!!

 

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Das Gewinnspiel ist vorbei. Vielen Dank für die Teilnahme!

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