Stadl+Vinyl skurril

 Sandra: Am Anfang war der Hund

Sandra wurde am 18. Mai 1962 als Sandra Ann Lauer in Saarbrücken geboren (Vater: Franzose; Mutter: Deutsche)

Die deutsch-französische Sängerin Sandra Ann Lauer (später Sandra Cretu und Sandra Menges) kann auf eine höchst ungewöhnliche Karriere zurückblicken.

Allein als „Sandra“ hat sie bis heute mehr als 30 Millionen Tonträger weltweit verkauft. Ihre erfolgreichste Zeit in Deutschland war in den Jahren 1985 bis 1990. Kaum eine BRAVO-Ausgabe, die ohne sie auskam. Alle Mädchen und Teenager wollten so aussehen wie Sandra! Alles nahm jedoch 1976 seinen Anfang, als sie – als Sandra Ann Lauer – den Titel „Andy mein Freund“, einen sich wie ein Tsunami aufbauenden Philly-Schlager, aufnahm. Erst am Ende des gut vierminütigen Songs wird aufgelöst, dass mit „Andy mein Freund“ ihr Hund (!) gemeint ist.

In den Jahren 1978 bis 1984 war Sandra Teil des Mädchen-Trios Arabesque, das vor allem in Japan und Korea über alle Maßen erfolgreich war. Im April 1984 versuchte sich Sandra erneut als Solistin. Mit der deutschen Version des Alphaville-Welthits „Big in Japan“ – „Japan ist weit“ – konnte sie jedoch noch keinen Blumentopf gewinnen (heute werden Spitzenpreise von bis zu 300 € für diese Single bezahlt). Der ganz, ganz große (weltweite!) Durchbruch als Solistin gelang ihr 1985 mit dem Superhit „(I’ll Never Be) Maria Magdalena“ (unter Mitwirkung von NDW-Ikone Hubert Kah, der den Song auch mitgeschrieben hatte).

Ähnliche Beiträge

Der große Coup sollte Sandra jedoch als Teil des Projekts Enigma gelingen: Nicht nur die Single „Sadeness Part I“ schaffte es auf Platz eins in vielen Ländern, das Debüt-Album „MCMXC a. D.“ holte sich in 41 Ländern die # 1 und erhielt 57-mal Platin und 45-mal Gold. „Ich glaube, Deutschland hat mich irgendwie vergessen!“, sagte sie unlängst bei „Markus Lanz“. „Ich hab mehr Platten verkauft als Nena und Sarah Connor. Der Prophet zählt nicht im eigenen Land.“