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Roland Kaiser im STADLPOST-Interview „Ich biedere mich der Jugend nicht an“

Die Stadlpost sprach exklusiv mit ihm über seinen Erfolg - er erzählt, warum auch jüngere Generationen zu den Konzerten gehen und welches Konzert in seiner Jugend für ihn ein musikalisches Erweckungserlebnis war!

Bereits zum 15. Mal fand in diesem Jahr die KAISERMANIA am Elbufer in Dresden statt. Insgesamt vier ausverkaufte Open-Air-Konzerte spielte Roland Kaiser Anfang August 2018 und die Tickets dafür waren in Rekordzeit von nur 30 Minuten vergriffen. Fast 50.000 Fans konnten das Spektakel live vor Ort erleben, während unglaubliche 1,3 Millionen Zuschauer die Veranstaltung im MDR Fernsehen verfolgten. Auch die KAISERMANIA 2019 war binnen einer halben Stunde ausverkauft – für seine Open Air Konzerte im Sommer 2019 und die Arena-Tournee 2018/2019 gibt es noch Tickets!

Stadlpost: Lieber Roland Kaiser: 15 Mal Kaisermania, 4 ausverkaufte Open Airs allein 2018 mit 50 000 Fans,
1, 3 Mio TV-Zuschauer und jetzt das „Kaisermania“-Live-Album dazu – wie fühlen sich Rekorde dieser Art für Sie an?
Roland Kaiser: Auf den ersten Blick sind das ja erstmal nur Zahlen. Aber dahinter stecken unglaublich viele unterschiedliche Emotionen. Nicht jedem Künstler ist es vergönnt, solche Erfolge genießen zu können. Dafür bin ich wirklich sehr, sehr dankbar! Die Reaktion auf solche Zahlen ist natürlich, diesen Zustand so lange wie möglich erhalten zu wollen. Und deshalb haben meine Band und ich uns seit dem ersten Kaisermania-Open-Air in Dresden immer weiter optimiert. Bei dem Festival am Elbufer treten ja auch viele junge Bands und Künstler auf. Daran haben wir uns bei der Weiterentwicklung ebenfalls orientiert.

Stadlpost: Zu Ihren Konzerten kommen signifikant viele junge Menschen. Was glauben Sie, woran das liegt?
Roland Kaiser: Ja, das habe ich mich ehrlich gesagt auch schon öfter gefragt (lacht). Meine 19-jährige Tochter hat mir dazu mal etwas Interessantes gesagt. Sie meinte, ich würde mich in meiner Show nicht bei den jungen Leuten anbiedern, sondern mich so geben, wie ich nun mal bin. Immer im Anzug – auch bei 35 Grad und eben mit meinem ganz eigenen Stil. Ich mache nicht zwanghaft auf jugendlich, gehe aber trotzdem auf die junge Generation zu. Das scheint gut anzukommen.

Stadlpost: Das ist ja öfter das Problem – wie kommen verschiedene Generationen miteinander klar? Die Sprache ist dabei ein neuralgischer Punkt, oder?
Roland Kaiser: Mal ehrlich, gibt es etwas Peinlicheres als Eltern, die zu Ihren Kindern „lol“ sagen? Also, die Übernahme von Jugendsprache vermeide ich nicht nur daheim wirklich ganz bewusst. Natürlich fließen in eine Sprache immer neue Wortkreationen ein, denn Sprache ist ja ein fließender Prozess. Aber um jeden Preis den Slang der Jugend sprechen zu müssen, halte ich für unnötig. Ich habe als Jugendlicher auch die Augen verdreht, wenn meine ältere Verwandtschaft versuchte, mittels vermeintlich trendiger Begriffe auf „jugendlich“ zu machen.

Stadlpost: Sind Sie grundsätzlich skeptisch bei neuen Wortschöpfungen?
Roland Kaiser: Das nicht, aber mit einigen Worten habe ich schon so meine Probleme. Nehmen Sie zum Beispiel den Begriff „cool“. Das kann alles und nichts bedeuten und viele – auch unpassende Situationen – werden als „cool“ bezeichnet. Mir geht es darum, mich über Sprache so spezifisch wie möglich auszudrücken. Grundsätzlich muss man eine gewisse Mischung zulassen: Nicht zwanghaft Begriffe aus der Jugendsprache verwenden, aber sie auch nicht partout ausklammern.

Stadlpost: Dresden und die Kaisermania sind untrennbar miteinander verbunden …
Roland Kaiser: Auf jeden Fall. Als wir vor 15 Jahren dort im Rahmen der „Filmnächte am Elbufer“ zum ersten Mal spielten, hatten wir rund 3500 Zuschauer. Inzwischen sind es um die
50 000. Eine generationenübergreifende Veranstaltung. Dort spielen auch Bands wie Scooter, die Toten Hosen, ebenso wie Andrea Berg und Helene Fischer. Dresden – das ist für mich immer etwas Besonderes. Man steht auf der Bühne und blickt in der Nacht auf die erleuchtete Kulisse der Stadt mit Semper Oper, Zwinger, Frauenkirche und all den anderen Gebäuden dieser Barockstadt. Das ist einzigartig und wunderschön!

Stadlpost: Wobei Sie ja viele Open Air-Auftritte übers Jahr haben …
Roland Kaiser: Ja klar, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz. Dieses Jahr hatte ich zum ersten Mal ein Konzert auf der Waldbühne meiner Heimatstadt Berlin. Das war ein wirklich besonders beeindruckendes Erlebnis für mich.

Stadlpost: Jeder von uns hatte ein musikalisches Erweckungserlebnis in der Jugend. Welches war Ihres?
Roland Kaiser: Ich war mit 13 Jahren beim ersten Stones-Konzert in Berlin dabei. Da ging schon einiges an Mobiliar zu Bruch. Damals war ja die alles entscheidende Frage: Stones oder Beatles? Beides ging einfach nicht. Und ich, als Kind der Beat-Ära, habe mich für die Rolling Stones entschieden. Ich empfand sie als elementarer und rebellischer.

Roland Kaiser
Roland Kaiser

 

Stadlpost: Jetzt gehen die Menschen wieder auf die Straße, um etwas zu bewegen …
Roland Kaiser: Es ist extrem wichtig, dass die Menschen etwas sagen. Dass sie sich besinnen. Die laute Minderheit darf nicht die leise Mehrheit übertönen! Dabei spielen auch die Medien und ihre Art der Berichterstattung eine große Rolle. Wem wird da Bedeutung zugeschanzt – wem nicht? Das ist nicht immer ausgewogen.

Stadlpost: Dieses Jahr haben Sie Ihr 66. Lebensjahr vollendet. Kann das Alter Ihnen wirklich etwas anhaben?
Roland Kaiser: Das Alter kann meiner Freude am Leben absolut nichts anhaben! Und es hat einige Vorteile. Ich bin über die Jahre toleranter, großzügiger und vor allen Dingen dankbarer geworden.

Stadlpost: Jeder Künstler, jede Künstlerin, hat auf der Bühne seine/ihre ganz eigene Handschrift. Welche ist Ihre?
Roland Kaiser: Ganz einfach: Ich gehe nicht auf die Bühne mit der Haltung: Leute, ihr müsst mich jetzt lieben und bewundern! Sondern ich möchte mein Publikum optimal unterhalten. Sie sollen einen wunderbaren Abend mit meinen Liedern verbringen und viel positive Energie mit nach Hause nehmen. Ich verstehe mich als Sänger und Entertainer. Es ist mir wichtig, dass Konzertbesucher jedes Mal spüren: Ich mache das hier für euch!

Stadlpost: Sie sind ja auch vielfältig karitativ engagiert. Welche Schwerpunkte haben Sie dabei?
Roland Kaiser: Ganz klar zwei. Die Themen Kinder und Organ-Transplantation liegen mir sehr am
Herzen.

In der aktuellen Stadlpost lesen Sie mehr zu Roland Kaisers Engagement:

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