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 Olaf der Flipper: Rock ’n’ Roll im Pfarrhaus

2021 ist echt was los! Er wird 75 Jahre jung, feiert mit seiner Sonja Goldene Hochzeit und steht seit 60 Jahren auf der Bühne. Zehn davon als Solist.

Es gibt nicht mehr allzu viele seines Schlages. Olaf der Flipper hat sein Leben der Musik geweiht. Ein Interview mit ihm bedeutet: Stoff genug, um ein Buch zu schreiben. Und die Qual, leider so manche gute Anekdote aus Platzgründen streichen zu müssen.

Dieses Jahr hat der gebürtige Magdeburger richtig viel in seinem Terminkalender stehen: 75. Geburtstag am 27. März, Goldene Hochzeit mit seinem „Engel“, Ehefrau Sonja („Die hab ich gesehen und wusste, das Mädel heirate ich eines Tages“), 60-jähriges Bühnenjubiläum, davon schon wieder zehn Jahre als Solist.
Im heimischen Bretten hat der vielfach ausgezeichnete Künstler 24 Gold- und Platinplatten an der Wand hängen. „Dazu habe ich zum Leidwesen meiner Frau auch 24 passende Saitenins­trumente“, erzählt Olaf im Interview schmunzelnd. Sein Musikerleben startete 1961 mit einem Auftritt im „Haus der Jugend“ in Pforzheim beim Schülerball. „Wir spielten von Freddy bis zu Bill Haley alles in einem Klassenzimmer. Es war brechend voll. Die Big Band in der Aula mühte sich indessen vor fast leeren Rängen ab. Alle waren bei uns“, erinnert sich der Musiker. So richtig professionell wurde es dann 1963. Denn in diesem Jahr kaufte sich der 17-Jährige für damals unglaubliche 1200 Mark eine „Fender Stratocaster Sunburst“ und stotterte sie mühsam mit 100 Mark monatlich ab.

2020 Olaf Der Flipper Studio

„Meine Mutter hatte mich damals sogar noch mit in das Musikhaus begleitet, um den Kauf abzuschließen. Ich platzte vor Stolz. Denn mit dieser Gitarre konnte ich im gleichen Sound spielen wie mein Idol, Gitarrist Hank Marvin von den ,Shadows‘. Ihr Monsterhit ,Apache‘ von 1960 haut mich bis heute um“, so Olaf mit verklärtem Blick. Leider gab er seine Traum-Gitarre ein paar Jahre später in Zahlung, weil seine damaligen Bandkollegen von den „Piccolos“ zu einem anderen Modell, der Fender Jazzmaster, rieten. Olaf kaufte sich in den Folgejahren noch viele andere hervorragende Gitarren, aber seine „Sunburst“ konnte er nie vergessen. Und eines Tages war es soweit: Im Karlsruher Musikgeschäft „Rock Shop“ sah er seine alte Geliebte wieder! Um genauer zu sein: eine, die aussah, wie sie. Nämlich eine Fender Sunburst im „Relic“-Stil. „Relic“ bedeutet, die Gitarre ist zwar neu, sieht aber aus wie 30 Jahre oder noch älter: „Ich habe sie gespielt und wusste, sie klingt so großartig wie meine erste Sunburst.“ Bis heute freut sich Olaf der Flipper, dass er wieder den coolen „Hank Marvin“-Sound aus seiner wilden Jugendzeit spielen kann. Denn diese tollen Erinnerungen kann ihm niemand nehmen.

CD-TIPP: Das inzwischen neunte Solo-Album (!) von Olaf der Flipper „Liebe ist“ ist ab 26. März vorbestellbar. Gesungene Liebeserklärungen, darunter auch eine an seine Frau Sonja, wechseln mit italienischen Hits, die er in den 60ern für italienische Gastarbeiter zum Besten gab. Label: TELAMO

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