Interviews #1/21Stadl+STAR G'schichten

 Norbert und Alexander Rier: Ihr Herz schlägt für die Bauern Südtirols!

Seit frühester Kindheit kennt Norbert Rier die tragischen Geschichten von Menschen, die durch unglückliche Umstände in Not gerieten. Irgendwann wollte er aber nicht mehr tatenlos dabei zusehen

Das Schicksal schlägt manchmal erbarmungslos zu. Das weiß Norbert Rier nicht erst seit dem vergangenen 2020, wo die Corona-Pandemie auch eine Schneise der Verwüstung durch die Musiklandschaft gezogen hat.

Da der Spatzenchef in einer sehr ländlichen Region lebt, kennt er die Dramen, von denen vor allem bäuerliche Betriebe betroffen sind: Ein verheerender Scheunenbrand, eine Tierseuche, die den Viehbestand vernichtet, eine schwere Krankheit, ein Unfall oder gar ein Todesfall in der Familie bedeuten oft das Aus für die betroffenen Bauern oder für Familien, die unverschuldet in Notsituationen geraten.

„Solche Tragödien haben sich leider viel zu oft ereignet. Auch in unserer näheren Umgebung. Es gab damals schon eine Stiftung, die in solchen Fällen helfen sollte. Aber die hatte sich aufgelöst“, erinnert sich Norbert Rier. Gemeinsam mit anderen Südtiroler Jungbauern hoffte er damals, dass es für Geschädigte bald wieder eine vertrauenswürdige Hilfsorganisation geben würde. Zum Glück wurde in der Tat im Jahr 1990 der Bäuerliche Notstandsfonds (BNF) „Menschen helfen“ in Bozen (Infos: www.menschen-helfen.it) gegründet. Seit nunmehr 30 Jahren unterstützt dieser Fonds unverschuldet in Not geratene Familien schnell und unbürokratisch. Allein im Jahr 2019 hat der Bäuerliche Notstandsfonds insgesamt 92 Notfälle betreut. 52 davon waren von bäuerlichen und 40 von nicht bäuerlichen Familien im Rahmen von „Menschen helfen“ eingereicht worden. Die meisten Fälle (über 50) betrafen familiäre Notsituationen wie Tod oder Krankheit eines Familienmitglieds, während Brandfälle, betriebliche Notsituationen, Unwetterkatastrophen wie Muren und Lawinen und dergleichen deutlich seltener Grund für Ansuchen beim Bäuerlichen Notstandsfonds waren.

Bis heute engagieren sich auch Norbert Rier und sein Sohn Alexander für die Organisation. Und lassen sich dafür immer wieder neue Aktionen einfallen. Zum Beispiel konnte man Vater und Sohn im Rahmen einer Lotterie ersteigern – und einen ganzen Tag mit den beiden gewinnen! „Uns ist wichtig, dass genau nachvollziehbar ist, woher das Geld kommt und wohin es fließt. Da ist absolute Transparenz das oberste Gebot, um das Vertrauen der Menschen nicht zu enttäuschen“, erklärt Norbert Rier im Interview mit STADLPOST. Der Musiker und Pferdewirt steht deshalb auch in engem Kontakt mit dem Vorstand, dem Gremium und dem Obmann des Fonds. Auch andere Menschen aus der Region engagieren sich für den BNF, wie etwa der „HC Zone“, die Freizeit-Eishockeymannschaft Ritten oder die Südtiroler Bäuerinnenorganisation.

Logo Notstandsfonds 4c

Wenn auch Sie das Projekt unterstützen wollen: Bäuerlicher Notstandsfonds, Südtiroler Volksbank, IBAN IT15U0585611601050570004004, SWIFT-BIC BPAAIT2B050. „Jede Spende geht zu 100 Prozent an Betroffene. Jeder Euro ist wertvoll und lindert akute Not“, betont Obmann Sepp Dariz.

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