Stadl+STAR Interviews

 Norbert Rier: Heimat? Das ist der Duft von Heu & die Morgensonne am Berggipfel

Die teils fast unberührte Natur rund um die Seiser Alm bei Kastelruth und St. Valentin ist das Traumziel vieler Stadtmenschen.

„Ich bin gern daheim. Mich treibt kein Fernweh“: Der Chef der Kastelruther Spatzen ist da zu Hause, wo andere Urlaub machen!

Stadlpost: Lieber Norbert, endlich wieder ein Album von euch! Was erwartet die Fans bei „HeimatLiebe“?

Norbert Rier: Die Fans bekommen das, was sie von uns erwarten dürfen. Schöne Melodien, gute Texte mit einer großen Vielfalt. In dem Lied „Endlich wieder Kastelruth“ geht es zum Beispiel um Corona und wie sehr sich die Fans und wir uns darauf freuen, dass es bald wieder mit Konzerten weitergeht. Wir covern auch den Flippers-Titel „Drei Töne am Piano“, da singen Valentin und ich zusammen.

Stadlpost: Interessant klingt auch „Ach Himmel es ist verspielt“, bei dem Karl mitsingt …

Norbert Rier: Da geht es um Andreas Hofer. Der bekannte Tiroler Freiheitskämpfer führte ja 1809 den Aufstand gegen die bayerische und französische Besatzung seiner Heimat an. Hofer stammt aus dem Passeiertal in Südtirol. Mich hat diese Figur schon immer fasziniert. Er hat sein Leben einer Idee geopfert, wurde am Schluss verraten. Wie tickt so ein Mensch? Eine spannende Frage!

Stadlpost: Titelsong ist „HeimatLiebe“ – Begriffe, die dir sicher wie vielen Menschen sehr wichtig sind.

Norbert Rier: Liebe und Heimat sind die Säulen meines Lebens. Mehr denn je ist es wichtig zu wissen, wo man hingehört. Und warum man die Heimat liebt. In meinem Fall ist es unter anderem natürlich die grandiose Natur. Duftendes Heu im Stall oder die Morgensonne über dem Gipfel. Das ist Glück! Und Liebe ist das Fundament für uns alle. Eine intakte Familie, die Verbundenheit mit Freunden – ohne das ist doch alles viel schwerer!

20190903 PD15468 HR 4c

Stadlpost: Hat es dich jemals weg aus Kastelruth gezogen?

Norbert Rier: Nein, wirklich nicht. Ich bin generell nicht sehr vom Fernweh geplagt. Am liebsten bin ich daheim. Oder mach einen Wanderurlaub oben auf der Alm. Natürlich sind wir früher auch mit den Kindern weiter weggefahren, waren in der Türkei oder auf Sardinien. Aber ich war am letzten Urlaubstag nie traurig, weil es zurückging. Im Gegenteil: Ich hab mich immer auf zu Hause gefreut (lacht).

Stadlpost: Dann kennst du vermutlich eher das Gefühl von Heimweh?

Norbert Rier: Das schon eher! Als junger Bursch besuchte ich die Landwirtschaftsschule in Bruneck im Pustertal. Da konnte ich nicht jedes Wochenende nach Hause fahren und musste dort in dem Wohnheim bleiben. Das war manchmal schon schwer. Heimweh kann wirklich etwas ganz Schlimmes sein. Meine Frau hat während ihrer Ausbildung auch sehr darunter gelitten. Während ihrer Ausbildung zur Lehrerin in Meran hat sie ihre Lieben daheim sehr vermisst. Wir sind alle wirklich am liebsten bei uns in Kastelruth!

Stadlpost: Ihr kommt ja viel rum: Gibt es denn Orte weiter weg, an denen du dich auch heimisch fühlst?

Norbert Rier: Ja doch, es gibt ja viele wunderschöne Ecken auf unserer Welt. Aber es sollten schon Berge dabei sein. Sie sind einfach so gewaltig. Sie beschützen mich, umrahmen die Natur. Ich bin einfach gern dort. Gar nicht so sehr als Bergsteiger oder Kletterer. Ein schöner Wanderweg reicht mir. So gefragt: Den Chiemgau zum Beispiel oder das Berchtesgadener Land finde ich traumhaft.

20180526 PD13520 HR 4c
Der Oswald-von- Wolkenstein-Ritt, die größte Reitveranstaltung in Südtirol, lockt seit 1983 mit zahlreichen Ritterspielen alljährlich viele Zuschauer ins Schlerngebiet. Bei dem Turnierspiel geht es um Geschicklichkeit, und die Reiter aus der Region messen sich bei verschiedenen Wettbewerben, wie etwa dem Ringstechen.

Stadlpost: Wie würdest du den Begriff „Heimat“ definieren?

Norbert Rier: Heimat ist der Ort, an dem du dich wohlfühlst. Wo du weißt, hier ist mein Platz. Egal, ob am Meer oder in den Bergen.

Suedtirol Dolomiten, Kastelruth, SEISER ALM, Huettenwirtschaft GOSTNER SCHWAIGE: HEUSUPPE Mit 24Kraeutern Und Heu, Im Brottopf

Südtiroler Heublumen-Suppe

80 g Mehl (Weiß-), 50 g Butter, 0,2 Liter Sahne (35 % Fett),
0,8 Liter Wasser (Quellwasser), 100 g Heu (wenn möglich Almwiesenheu), frisch geschnitten, eine Scheibe Brot (Schwarz-), dünn geschnitten, Salz und Pfeffer

Zubereitung (Arbeitszeit ca. 45 Minuten)

Butter in einer Pfanne erhitzen, Mehl einstreuen, gut miteinander verrühren. Diese Mehlschwitze einstweilen kühl stellen. Quellwasser aufkochen. Heu einlegen und ca. 30 Min. ziehen lassen, nicht kochen! Fond abseihen. Neuerlich aufkochen mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit der Mehlschwitze binden. Die Sahne zufügen.

Servieren: Auf dem Tisch die Essfläche mit Heu auslegen. Darauf dann die Suppenteller setzen. Vor dem Servieren
noch ein ganz dünn geschnittenes Schwarzbrot in die Suppe geben. Salzen und pfeffern. Fertig ist diese köst­liche regionale Spezialität. Guten Appetit.

Ähnliche Beiträge