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 Mehr O2 bitte!

Das Leben ist ja nicht mehr das gleiche seit dieses Dings, dieses Corona, alles durcheinander wirbelt. Das Schlimmste: Man kriegt ja kaum noch Luft

Hallöleeee, ihr lieben STADLPÖSCHDLER!

Als originale Schwarzwald-Dame hab ich natürlich von Natur aus eine besonders enge Bindung an die Heimat. Die Wälder, die Wiesen und Täler, der gute Wein, das köstliche Essen – da muss Frau Wäber eigentlich gar nicht mehr die Koffer packen. Tja, da unser Reiseleiter dieses Jahr leider „Herr Corona“ heißt, fallen exotischere Reiseziele flach. Gerade weil dieses Virus so „reisefreudig“ ist, müssen wir uns 2020 urlaubsmäßig einschränken. Aber ist das wirklich so schlimm? Natürlich nicht! Wir machen einfach Urlaub in Deutschland! Von Nord nach Süd, von Ost nach West. Und wer ans Meer will, der fährt einfach nach Ostfriesland. Da wohnen ja, wie man immer so hört, die lustigsten Leute. Wissen Sie, wie viele Helfer die da so brauchen um in Ostfriesland eine Kuh zu melken? Ich verrate es Ihnen: ACHT. Viel halten die Zitze vom Euter, die anderen vier heben die Kuh hoch und runter. Ich lach mich schlapp! Und wenn man schon nicht über die Grenze fahren darf, fährt man in die Fränkische Schweiz. Im Werbeprospekt steht, die haben 1000 Felsen zum Klettern von Anfänger bis Profi. (Wissen Sie eigentlich, was Klettern auf Chinesisch heißt? „Häng am Hang“!)

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Romantik hat viele Gesichter: Seit vielen Jahren sorgen die badische Fackel und Stefan Mross als grantiger „Opa Stefan“ bei „Immer wieder sonntags“ für Heiterkeit beim Publikum

Wie ergeht Euch es denn in diesen verrückten Zeiten? Orthopäden verzeichnen bereits erste Phänomene, die dem Virus geschuldet sind. Zum Beispiel das „Corona-Knie“. Leute, die sonst nur aufgestanden sind, um sich eine neue Chips-Tüte an den Fernseh-Tisch zu holen, stolpern plötzlich hochmotiviert durch ihren verwilderten Garten und jäten die Beete, zupfen Unkraut und jagen die Schnecken. Da sagen die überraschten Gelenke, die Jahre im Schlafmodus verbracht haben, ganz schnell Gutnacht! Und so sitzen lauter Corona-Hinker in den Praxen und wundern sich, dass Bewegung offenbar doch nicht so gesund ist, wie immer behauptet wird. Gleichzeitig könnte es zu einer Rabatt-Flut für Hüft- und Kniegelenke kommen, da sich ja kaum noch jemand ins Krankenhaus traut. Es sei denn, er hat beim Umtopfen einen offenen Schienbeinbruch erhalten oder sich vor Ärger über die „Maskenverweigerer“ ein Loch in den Kopf geärgert!

Da sind wir auch schon bei meinem Lieblingsthema: die Mund-Nase-Maske! Wer jetzt noch nicht kapiert hat, dass die Dinger zu unserem Schutz da sind, hat irgendwie die letzten Monate weder Fernsehen noch Radio geguckt. Mich irritieren trotzdem ein paar Sachen. Zum einen sehen jetzt viele aus wie Chirurgen kurz vor einer OP. Na gut, daran hab ich mich jetzt schon gewöhnt. Und beim Einkaufen weiß ich nicht: Flirtet der Mann an der Käsetheke jetzt mit mir oder hat er nur ein Gerstenkorn im Auge? Man kann durch die fehlende Mimik schnell daneben liegen. Der hübsche junge Mann an der Straße wollte kein Autogramm von mir – wie ich vermutet hatte – sondern mir nur über die Straße helfen … Nein danke, das kann ich dann schon noch selber! Wobei mir unter Maske doch schnell die Luft ausgeht.

In Kombination mit der beschlagenen Brille sorgt das dafür, dass ich wohl demnächst doch über den Zebrastreifen geführt werden muss. Ich hab auch das Gefühl, der Sauerstoffmangel ist nicht so gut für uns. Es senkt irgendwie die Laune. Meine betörende Ausstrahlung leidet zudem, wenn ich schwitze und der Augen-Mascara meinen grünen Mundschutz langsam schwarz färbt. Ich denke, ich werde mal eine Weile auf Kosmetik verzichten …  Tschüssle, eure Frau Wäber

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