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 MARINA MARX: Eigentlich ist sie ein Country Girl!

Erfolg ist ja schön und gut. Aber Familie und die eigenen Wurzeln sind wichtiger: Die Sängerin lebt nach wie vor in ihrer schwäbischen Heimatstadt.

Als Kind fuhr sie bei ihrem Daddy im Lkw mit und dabei hörten sie Songs von Johnny Cash. Die ideale Erdung für die Sängerin aus der schwäbischen Provinz.

Stadlpost: Marina, wir sind hier mit dir in deiner Heimatstadt Laupheim bei Ulm. Erzähl uns doch mal ein bisschen was über die Stadt und deine Familie.

Marina Marx: Laupheim ist einfach meine Homebase. Hier sind meine Wurzeln. Hier lebt meine Familie, hier bin ich zur Schule gegangen, habe Blockflöten-, Gitarren- und Klavierunterricht genommen und später im Schulchor und als Sängerin in der Schulband gesungen. Und hier habe ich im Salon „Harrys Friseur“ bis 2010 gearbeitet. Ich liebe die Natur hier und kenne jeden Baum und Feldweg.

Stadlpost: Musikalisch wurdest du ja auch von deinem Vater beeinflusst …

Marina Marx: Ja, während meiner Schulzeit durfte ich in den Ferien oft in seinem Lkw mitfahren. Schon als Vierjährige war es für mich ein Highlight, neben Papa in dem großen Lastwagen sitzen zu dürfen. Wir hörten hauptsächlich Country-Musik von Johnny Cash, Truck Stop oder Willie Nelson und sangen lauthals mit!

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Mit Bruder Stefan und Papa Thomas in der Kronenbrauerei Laupheim. Marinas Vater arbeitete hier zehn Jahre als Bierbrauer und Getränkefahrer

Stadlpost: Wann hattest du das erste Mal das Gefühl, dass der Titel „One Night Stand“ so richtig durchschlagen könnte? Es ist ja ein Hit mit Ewigkeitsgarantie, dafür sprechen allein sechs Millionen YouTube-Klicks.

Marina Marx: Ich muss ganz ehrlich sagen, das ganze Team und ich – wir haben von Anfang an an die Nummer geglaubt. Schon, als ich sie im Studio eingesungen habe, dachte ich: „Wow! Das könnte richtig gut werden!“ Dann habe ich den Song das erste Mal gehört und alle dachten, dass das ein Mega-Titel ist. Richtig erfolgreich wurde der Song dann durch den Auftritt bei den Schlagerchampions – ganz klar! Danach hat er noch mal richtigen Schwung bekommen. 

Stadlpost: Hat es dich nicht gestört, dass es 14 Monate dauerte, bis die Nachfolge-Single „Der geilste Fehler“ kam? War es nicht schwierig, diese lange Zeit bis zur zweiten Nummer zu überbrücken? 

Marina Marx: Ich sage immer: „Gut Ding will Weile haben.“ Ich finde einfach, dieser Titel „One Night Stand“ hatte es verdient, sich die Zeit zu nehmen und bei den Menschen anzukommen. Ich denke, dass wir da alles richtig gemacht haben.

Stadlpost: Könntest du in einer Beziehung einen One Night Stand verzeihen oder ist das ein No-Go?

Marina Marx: Wenn mich ein Partner betrügen würde, wenn ich einen hätte? Grundsätzlich würde ich so etwas nicht verzeihen, aber sicher ist das auch immer situationsabhängig. Das finde ich ganz schwierig zu sagen.

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Mit Labrador Enya – der Hund ihrer Tante. 
Marina liebt es, mit Enya draußen im Freien zu toben

Stadlpost: Du hast ein völlig neues Genre kreiert: den Rockschlager für Frauen. Wie wichtig ist es dir, dieses neue Segment aus der Taufe gehoben zu haben?

Marina Marx: Es fühlt sich wahnsinnig gut an. Ich bin so stolz auf das ganze Team und weiß es auch sehr zu schätzen, in meiner Muttersprache diese Kombination aus Rock und Schlager so zusammen ins Leben gerufen zu haben. Es macht mich wahnsinnig stolz und glücklich. Ich bin in alle meine zwölf Songs verliebt.

Stadlpost: Du bist beim selben Management wie Ramon Roselly. Der Kuschelschlagersänger und die Rockschlagerlady. Könntest du dir ein Duett vorstellen? Ist da vielleicht etwas angedacht? Oder wollt ihr lieber jeder euer eigenes Ding machen?

Marina Marx: Ich könnte mir mit diversen Kollegen Projekte gut vorstellen. Mit anderen Musikern gemeinsam zu singen, ist der Hammer. Gerne mit Ramon. Mein Traumduettpartner ist natürlich Ben Zucker. Ich bin aber für alles offen. Sehr gerne würde ich mit Helene Fischer oder Beatrice Egli singen. 

Stadlpost: In dem Titel „Bisschen mehr als Freundschaft“ und auch in „Ich glaub, ich hab noch nie geliebt“ gehst du sehr weit, was die Texte angeht. Liebst du das Spiel mit der Provokation? Lotest du gerne deine Grenzen aus?

Marina Marx: Eine Marina Marx spricht nicht mit rosa Weichzeichner, sondern sie ist ehrlich und direkt. Und so sind auch ihre Songs.

Stadlpost: Der Titel „Den ersten letzten Kuss“ – ist der als Dankeschön für eine vergangene Beziehung zu verstehen?

Marina Marx: Der Song ist meiner ersten großen, richtigen Liebe gewidmet. Über diese Beziehung, die ich hatte, bin ich bis heute sehr, sehr dankbar. Das ist ein feiner Kerl. Wir zwei verstehen uns auch bis heute sehr gut. 

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Schwimmen, wandern, Fußball spielen: Mit ihrem Bruder macht Marina immer noch gern die Gegend unsicher

Stadlpost: Gleich in zwei Songs ist herauszuhören, dass du auf „Bad Boys“ stehst. Könntest du deinen Wunsch-Männertypus noch genauer beschreiben, bitte?

Marina Marx: Genauer? Das ist schwierig. Der Kerl sollte Rock’n’Roll im Herzen haben. Er darf auch gerne tätowiert sein (lacht). 

Stadlpost: Wie gehst du eigentlich mit der derzeit schwierigen Corona-­Situation um? Was macht das mit dir: Du hast ein super Album am Start und kannst es den Fans nicht live auf der Bühne präsentieren …

Marina Marx: Ich bin wirklich ein Stehaufmännchen.Oder wie eine Löwin, die für ihre Ziele kämpft. Ich möchte mir darüber gar nicht so sehr den Kopf zerbrechen. Ich glaube einfach ganz fest an mich als Sängerin und Musikerin. Meine Meinung ist, dass man sich nicht zu viele negative Gedanken dazu machen sollte.

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CD-TIPP: Im Juli erschien ihr Debütalbum „Der geilste Fehler“. Ein Statement für ein Leben ohne doppelten Boden und Weichzeichner. Jeder Song eine Party für sich! Inklusive der Hit-Single „One Night Stand“. (Ariola)

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