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 Maite Kelly: Sie ist die „Schlagermacherin“!

Exklusiv- INTERVIEW mit einer Powerfrau.

Mit der Vorab-Single ihres neuen Meisterwerks „Hello“ eroberte Maite Kelly sofort Platz eins der Radio-Charts. Lesen Sie hier ein amüsantes Interview mit dem Superstar der Schlagerszene!

Stadlpost: Mit „Einfach Hello“ hast du eine Hommage an den deutschen Schlager und seine Texte erschaffen. Welcher Schlager hat dich in deiner Kindheit als erster ganz tief in deinem Unterbewusstsein geprägt?

MAITE KELLY: Wir haben in Frankfurt auf dem Campingplatz gelebt über den Sommer. Das genaue Jahr weiß ich nicht mehr – da muss ich acht oder neun Jahre alt gewesen sein. Da hatten wir eine Campingnachbarin, bei der lief immer Schlager. Ich kann mich daran erinnern, dass sie Roy und seine Lieder geliebt hat und sie immer wieder bei ihr liefen. An die genauen Titel erinnere ich mich nicht mehr. Aber das war schön. Später dann auch Roland Kaiser. Er wurde – auch visuell mit dem weißen Anzug – schon als Kind eine klare wichtige Schlagerfigur für mich.

Stadlpost: Hanne Haller ist seit 15 Jahren tot, Kristina Bach hat lange Zeit nichts mehr gemacht. Momentan bist du eine der wenigen Schlagermacherinnen in dieser Männerdomäne …

MAITE KELLY: Das ist vielleicht die Punkerin bzw. der Straßenpunk in mir. Das habe ich wohl von meinem Vater. Ich bin mit meinem Vater und sieben Brüdern aufgewachsen. Da musste ich mich durchsetzen. Mein Vater hat mir immer gesagt, dass man immer seinen Weg verfolgen soll. Wenn du eine Idee hast – bleibe dran und mach das Beste daraus. Ich habe nie gewartet, ich habe gemacht. Ich bin schon eine harte Arbeiterin. Der einzige Respekt, den man von den Plattenchefs bekommen hat, ist es, noch härter zu arbeiten als sie selbst. Ich brenne für das, was ich tue.

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SCHLAGERCHAMPIONS 2021 – Das große Fest der Besten: Maite Kelly mit dem Platin-Award für die Erfolgs-Single „Warum hast du nicht Nein gesagt“

Stadlpost: Die Corona-Zeit hat auch dich getroffen. Konntest du trotzdem unbeschwert sein?

MAITE KELLY: Das mit Corona war – gerade im ersten Lockdown – eine große Herausforderung für mich und meine Kinder. Aber mein Leben an sich und das von meinen Kindern ist intakt. Ich selbst fühle mich blendend. Ich glaube, das sieht man auch auf dem Cover des Albums. Alles hell und leuchtend. Ich stehe mit beiden Beinen ganz fest auf dem Boden, habe drei wunderbare Kinder und ein tolles Team, mit dem ich arbeite. Und ich habe eine künstlerische Freiheit, an die ich nie geglaubt hätte. Ich weiß nicht, warum. Ich sagte mir innerlich – okay, ich nehme jetzt diese Zeit des Lockdowns, in der ich nicht so viel unterwegs bin, um mich noch mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ich habe mich noch nie zuvor dem Publikum so verbunden gefühlt wie in dieser Zeit. Wenn ich in dieser Zeit meinen Fokus nicht auf die Lebensfreude richten kann – auf das, was letztendlich die Menschen wirklich bewegt – nämlich Liebe, Sehnsucht, Freude, Lust, diese Herzensangelegenheiten – wenn ich mich darauf nicht fokussieren kann, dann verpasse ich genau die Gelegenheit.

Stadlpost: Hast du Zukunftsängste oder blickst du eher zuversichtlich in die nahe Zukunft?

MAITE KELLY: Ich habe tatsächlich durch diese schwere Corona-Krise eher gelernt, noch mehr im Moment zu leben. Ich habe gelernt, dass das Leben nicht planbar ist. Aber ich glaube schon, dass mich eine schützende Hand durch das Leben führt. In den letzten zwei Jahren bin ich mit diesem Vertrauen darin gewachsen. Zuversicht ist vielleicht ein zu positives Wort, weil es ja reale und wirtschaftliche Ängste vieler Menschen gibt, die berechtigt sind.

Stadlpost: Hast du dir alle DSDS-Folgen selbst angeschaut? Hast du dich vor allem wiedererkannt?

MAITE KELLY: Klar habe ich mich wiedererkannt. Es war eine gute Herausforderung. Ich wollte so offen wie möglich sein. Natürlich ist man da auch streng. Wir sind zu dritt in der Jury. Manchmal gibt es da auch drei Meinungen. Ich muss als Jurymitglied nicht immer zu 100 % richtig liegen. Das tut Dieter Bohlen mal nicht, das tut Mike Singer auch mal nicht. Wenn man aber die Finalisten sieht, ist es schon das, was wir uns alle gewünscht haben für diese Sendung. Das offenbart sich beim Recall erst richtig und nimmt am Ende Fahrt auf.

Stadlpost: Was ist dein größter Wunsch für 2021?

MAITE KELLY: Ich möchte, dass meine Kinder weiterhin so gesund bleiben, wie sie sind. Die Menschen, die ich liebe, sollen gesund bleiben. Ich wünsche mir, dass Corona nicht so viele Menschen mitreißt. Das Leben darf wieder normal werden, für alle!

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O’zapft is! Maite mit Florian Silbereisen (l.) und Heino 2011 auf dem Oktoberfest

Stadlpost: Was gibt es Neues von der „kleinen Hummel Bommel“ zu berichten?

MAITE KELLY: Wir haben den sechsten Band fertig. Ich kann noch nicht viel verraten – aber es ist eigentlich ein Thema, von dem wir sofort wussten, wie wir es schreiben würden. Wir hatten zunächst ein anderes Thema geplant. Dann merkten wir aber, dass das Thema, das uns noch näher am Herzen lag, raus musste und dass es genau das ist, was die Menschen von der Hummel jetzt brauchen.Und der Song dazu … es wird eine Hymne sein, ein ganz großartiges Lied über ein sehr wichtiges Thema. Ich bin schon jetzt sehr stolz darauf und freue mich, wenn ich es vorstellen darf.

Stadlpost: Wie schafft man es, in diesen Zeiten ein derart unbeschwertes, leichtes und lockeres Album auf den Markt zu bringen?

MAITE KELLY: Wow – das ist eine sehr gute Frage. Ich wusste, dass dieses Album leichter werden sollte als das letzte. Das sieht man auch an dem Cover. Es sollte einfach meine Zeit widerspiegeln, es sollte meine persönliche Compilation, mein aktuelles „Lebens-Best-Of“ werden. Ein Album zum Immer-wieder-Durchhören, das aber auch funktioniert, wenn man in die Mitte springt und es ab da anschaltet.

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