Stadl+STAR G'schichten

 LINDA FELLER: Verliebt in DRESDEN!

Deutschlands Country-Lady Nummer eins fand in der Stadt an der Elbe ihre große Liebe und ihr Zuhause. Seit 35 Jahren landet Linda Feller Hit auf Hit. Und jetzt wird gefeiert – mit einem Jubiläumsalbum der Überraschungen, Erinnerungen und Duette. Exklusiv für STADLPOST präsentiert Linda ihre Heimat, ihre große Liebe und den Ort der ersten Begegnung

Stadlpost: 35 Jahre Linda Feller …hast du dich schon daran gewöhnt, ein Urgestein zu sein?

Linda Feller: Ich kann es oft selbst nicht glauben, dass ich jetzt so viele Jahre dabei bin und trotzdem so voller Power stecke. Kürzlich bin ich in Dresden mal Bus gefahren, da bin ich für einen Herrn aufgestanden und hab ihm meinen Platz angeboten. Beim näheren Betrachten fiel mir dann aber auf: Der war bestimmt jünger als ich (lacht).

Stadlpost: Auf dem Jubiläumsalbum „35 Jahre“ singst du mit Dicky Lee, Ray Stevens und Ute Freudenberg Duette. Höhepunkt ist aber sicher das Duett mit Country-Superstar Dolly Parton!

20191203 PD10590 HR 4c

Linda Feller: Also das kam so: Die Produktion des LP-Samplers „Take me home country roads“, auf dem auch der Song „Apple Jack“ sein sollte, war im Prinzip fast abgeschlossen. Die letzten Chöre wurden vom CANTUS CHOR eingesungen, bei dem mein erster Mann Sänger war. Und dabei kam zur Sprache, dass ein Titel noch nicht eingesungen war, weil sich keiner da ran traute. Das war der Song „Apple Jack“ von Dolly Parton. Benno, mein damaliger Mann, ließ sich das Original vorspielen und sagte spontan: „Den singt euch Linda ein, sie schafft das schon.“

Da die Zeit drängte, kamen Ecke Kremer, der Schöpfer und Bassist der ganzen Produktion, und Benno nach dem Chortermin zu uns nach Hause, weckten mich, spielten mir den Titel vor und eröffneten mir, dass der Titel am nächsten Tag einzusingen sei. Ich kam zu dem Song also wie die Jungfrau zum Kinde (lacht).

Stadlpost: Da hallte damals bestimmt ein Jubelschrei durch die Nacht?

Linda Feller: Um ehrlich zu sein, ich kannte den Song noch gar nicht, ich war 19 und gerade aus der thüringischen Provinz in die große weite Welt gezogen. Aber ich habe mir den Song angehört, mich verliebt – und schon am nächsten Tag stand ich im Studio.

Stadlpost: Und wie kam es jetzt viele Jahre später zu dem Dolly-Duett auf dem Jubiläumsalbum?

Linda Feller: Sie hörte davon, dass ich ihren Titel für mein Jubiläumsalbum „35 Jahre Linda Feller“ neu aufnehmen wollte, weil es tatsächlich der Song ist, mit dem meine Karriere begann. Sie fand die Geschichte sehr spannend und emotional und als sie dann einige weitere Lieder von mir gehört hatte, sagte sie tatsächlich sofort zu!

4260019221445 6000x6000X300dpi 4c

CD-TIPP: Zum 35. Jubiläum muss es natürlich ein ganz besonderes Album sein! Country-Lady Linda Feller in Bestform. Höchster Ritterschlag in der Szene: ein Duett mit Dolly Parton. Label: Agr Television Records (Soulfood)

Stadlpost: Du warst mit „Tränen verraten dich“ damals ein Superstar zwischen Ahlbeck und Zittau, durftest sogar im Westen auftreten. Dass du aber ganz in den Westen gehst, war ungeplant?

Linda Feller: Ja, war es. Natürlich fühlte ich mich eingeengt inder abgeschirmten DDR. Aber ich hatte im Osten Freunde, Fans, Familie. All das war für mich wichtiger. Als mein Mann und Bühnenpartner Benno und ich damals ein Gastspiel in der Schweiz gaben, erfuhren wir, dass die Stasi unsere Wohnung durchsucht hatte und die Tür versiegelt war. Wir hatten das Thema Flucht in einem Vier-Augen-Gespräch geführt. Vielleicht hat man uns belauscht. Damals dachten wir: Vielleicht ist das ein Zeichen – und wir sind im Westen geblieben.

Stadlpost: War das eine Befreiung?

Linda Feller: In erster Linie war es schmerzhaft, weil ich viele liebgewordene Menschen nicht mehr sehen durfte. Damals ahnte ja keiner, dass es dann doch so schnell ging. Für mich sind der
9. November 1989 und der 3. Oktober 1990 die wichtigsten Feiertage!

Stadlpost: „Liebe ist ein andres Wort für Wahnsinn“ heißt einer der neuen Hits. Die liebe Liebe zog dich persönlich ja nach Dresden. Du bist dort ja sozusagen doppelt verliebt.

Linda Feller: Ja, in Dresden habe ich mich verliebt. Ich glaube, die Fotosession, die wir hier gerade machen, bringt das auch gut zum Ausdruck. Und in Dresden habe ich zudem die Liebe meines Lebens gefunden: meinen Andreas! Meine sächsische Eiche, an die ich mich anlehnen kann. Hinter der ich mich verstecken kann, wenn der Wind etwas rauer weht, und in dessen Ästen ich träumen kann wie ein kleines Mädchen. Man kann sagen, bedingungslose Liebe seit wunderbaren elf Jahren.

Stadtbummel 1 4c
„Hier sind wir einfach glücklich“:
Mit Ehemann Andreas Schmid in der wunderschönen Dresdner
Innenstadt hinter den Elbwiesen

Stadlpost: Erinnerst du dich noch an die erste Begegnung?

Linda Feller: Ich sang für den MDR vor über 30.000 Fans direkt am Elbeufer. Beim Autogrammegeben fiel mir ein Mann auf, der alle anderen in der Schlange vorließ. Als er dann vor mir stand, fragte er: „Darf ich Ihnen mal Dresden von der Elbe aus zeigen?“ Ich war sprachlos, konnte zum Glück aber noch nicken. Fünf Jahre später kniete er an derselben Stelle nieder, holte einen Ring raus und fragte mich, ob wir das Leben gemeinsam meistern wollen. Mein Ja hat man bestimmt bis ans andere Ufer der Elbe gehört!

Wie Bei Jedem Stadtbummel Gibt Es Eine Rose Von Andreas 4c
Romantik pur! Bei jedem Stadtbummel bekommt die Sängerin von ihrem Mann eine Rose geschenkt

Stadlpost: „35 Jahre“ heißt dein Album. Wenn dann plötzlich Mütter mit ihren Kindern vor dir stehen, die sagen: Durch dich habe ich mich in die Countrymusik verliebt, was geht da in dir vor?

Linda Feller: Ganz ehrlich – ganz viel Stolz. Wenn mich Menschen ansprechen, mich erkennen, besuchen, mögen, mit mir plaudern und singen – da habe ich sicher nicht alles, aber vieles richtig gemacht. Sorry, lass mich das Wort Stolz austauschen. Es ist eher Glück! Ich bin sehr glücklich! Und einige Mädchen sind tatsächlich nach mir oder meiner Tochter Eileen benannt. Da gab es ja auch den Song „Eileen“.

Stadlpost: Du wurdest ja als Uta Weitzel in Ohrdruf in Thüringen geboren. Hörst du überhaupt noch auf den Namen?

Linda Feller: Der Name Uta ist für mich tatsächlich total fremd, seit 1985 nennt mich keiner mehr so. Ich war eine Hausgeburt und da wurde alles nach der Geburt erfasst. Auf meiner Geburtsurkunde stand „Melanie“. Kurz bevor die Hebamme ging, sagte sie zu meiner Mutter: „Ach Marianne, der Name Melanie ist so altmodisch, ich streich das durch und schreib lieber Uta hin.“ (lacht).

Img 1287 4c
Interview mit Blick auf die Zwinger-
Gartenanlage: STADLPOST-Reporter Michael Niekammer mit Linda

Stadlpost: Deine Karriere ist von zahlreichen Erfolgsalben und unzähligen Auszeichnungen geprägt. Welcher Moment in deinem Leben war etwas ganz Besonderes?

Linda Feller: Ganz klar: der erste Auftritt in den USA in Nashville. Das war so eine Art Feuertaufe, eine Äquatorüberquerung und ein Ritterschlag für mich. Das vergesse ich nie. Auch da durfte ich einen Song von Dolly singen. Ach, ich freu mich so auf meinen Besuch bei ihr!

Ähnliche Beiträge