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 Kastelruther Spatzen und Alexander Rier: Ihre Botschaft macht den Fans wieder Hoffnung

EXKLUSIV! So bewältigen die Musiker aus Kastelruth die Corona-Zeit

Von hundert auf null: Auch die Spatzen wurden von Corona völlig überrollt. Alle Konzerte abgesagt – auch das Spatzenfest im Herbst. Eine echte Katastrophe! Exklusiv in STADLPOST erzählen uns die Südtiroler, wie sie die schwere Situation trotzdem meistern.

Es ist still geworden im schönen Schlerngebiet. Denn auch hier hat Corona tiefe Schneisen im Alltag der Menschen hinterlassen. Davon sind die Kastelruther Spatzen ebenfalls betroffen. Zum ersten Mal seit 35 Jahren findet in diesem Herbst ihr legendäres Fest nicht statt. Auf ihrer Homepage und auf Facebook versuchen die Musiker, die Fans mit lustigen Clips und ermutigenden Botschaften etwas von der allgemeinen Krisenstimmung abzulenken. Nach dem ersten Schock haben die Musiker für sich einen Weg gefunden, mit der Situation umzugehen. Zeit für die Familie, Arbeit und Natur – langweilig wurde es ihnen jedenfalls nicht. Lesen Sie hier, wie Norbert und Sohn Alexander, Albin, Walter, Rüdiger, Valentin und Karl trotz allem das Leben in ihrer Heimat genießen.

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Alexander Rier: Eine stressfreie Zeit

Von heute auf morgen von hundert auf null war schon eine sehr komische Situation. Ich bin zu Hause geblieben und konnte auf unserem Bauernhof viele Sachen erledigen, die sonst vielleicht hinten geblieben wären, wie etwa mit den Pferden zu arbeiten. Es war eine gute Erfahrung, zu sehen, dass es auch ohne Stress gehen kann. Ich kann alle Menschen da draußen nur bitten: Haltet euch an die Regeln, damit wir dieses Virus gemeinsam bekämpfen und auch besiegen können! Es gibt übrigens auch musikalisch etwas Neues von mir. Ich kann hier schon verraten, dass derzeit ein Album in Zusammenarbeit mit Telamo entsteht, und dabei auch wieder ein Duett mit meinem Bruder Andreas aufgenommen wurde. Weiters wird es auch wieder ein neues Spatzenmedley geben und auch noch weitere Überraschungen und neue Titel. Die CD soll Ende September erscheinen.

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Rüdiger Emmelmann: Kreativ im Homeoffice

Angst hatte ich eigentlich keine, spürte aber eine große Ungewissheit, da die Situation natürlich existenzbedrohend ist. Den Lockdown habe ich bei mir zu Hause ganz gut hinbekommen, da ich auf dem Land lebe und dort meinen gewohnten Alltag halbwegs weiterleben konnte. Trotzdem gab es viele Einschränkungen. Ich konnte von meinem Büro aus weiterarbeiten, ich habe zum Beispiel den neuen Wandkalender der Spatzen programmiert und es gibt jetzt auch Schutzmasken von uns! Mein Garten hat sich am meisten über meine Corona-Auszeit gefreut.

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Karl Heufler: Immer füreinander da

Anfangs genoss ich die Ruhe und nutzte die Zeit, um Arbeiten rund ums Haus zu erledigen. Doch es gab leider einen traurigen Todesfall. Mein Schwager starb plötzlich an Covid-19 und man hatte nicht die Möglichkeit, sich von ihm zu verabschieden und sich um die Schwägerin zu kümmern! Meine Frau Brigitte und ich versuchten, uns mit Tischtennis und Fußball etwas die Zeit zu vertreiben.

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Norbert Rier: Alles erledigt auf dem Bauernhof!

Anfangs dachte ich, wird schon nicht so schlimm sein und hatte keine Angst. Doch dann kam das alles so schnell zu uns und alles war anfangs sehr ungewohnt. Aber ich hatte wirklich genug auf dem Hof zu tun. Die Ruhe war sehr angenehm. Es war fast wie zu meiner Jugendzeit. Diese Ruhe und die vielen gemeinsamen Stunden im Kreis der Familie – das habe ich sehr genossen. Und es war auch rührend, dass unsere Fans sehr besorgt um uns waren. Sie hatten viel Verständnis für alle Konzert-Absagen und die Verschiebungen. Wir hoffen natürlich, dass bald alles wieder normal läuft und wir uns sobald wie möglich auf unseren Konzerten wiedersehen werden. Für den Herbst ist ein Album der Kastelruther Spatzen geplant. Alles brandneue Titel mit sehr vielen verschiedenen interessanten Themen und wunderschönen Melodien. Wir sind schon sehr gespannt und hoffen natürlich, dass unsere CD gut bei den Fans ankommt. Bitte gesund bleiben und auf ein baldiges Wiedersehen!

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Albin Groß: Erst die Arbeit, dann der Spaß

China ist weit weg, dachte ich anfangs. Aber dann kam alles ganz anders. Unser Getränkemarkt durfte geöffnet bleiben, da habe ich auf Homeservice umgestellt. Ansonsten war ich viel draußen in der Natur. Wie oft hatte ich mir im Tournee-Stress eine Pause gewünscht! Und wegen Corona war die Auszeit gleich für Monate da. Wir haben für die Fans kleine Videobotschaften ins Netz gestellt. Zur neuen CD habe ich zwei Lieder beigetragen, es geht um die Liebe. Gerade jetzt sehnen sich die Menschen nach Unterhaltung.

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Walter Mauroner: Viel Gottvertrauen

Ich habe mir meinen Tagesrhythmus zum größten Teil beibehalten und täglich meine 94-jährige Mutter besucht und betreut. Durch den Schneedruck und Windschäden der letzten Jahre waren viele heimischen Wälder in Mitleidenschaft gezogen worden. Wir haben einem Bauern geholfen, diese Schäden zu beheben. Ich habe viele positive und aufbauende Nachrichten von Fans erhalten. Das hat mich sehr berührt. Wir hoffen, dass wir auch heuer wieder ein typisches Spatzenalbum mit vielen schönen Liedern auf den Markt bringen können.

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Valentin Silbernagel: Fitness im Wald

Auch ich war, ähnlich wie Walter, viel im Wald. Dort musste aufgeräumt werden. Außerdem gibt’s auf einem Hof immer Arbeit. Es war hart für mich, dass ich einige meiner engsten Verwandten während des Lockdowns nicht sehen konnte. Die Enkelkinder, die Kinder und die Geschwister. Es war ewig her, dass ich so lange am Stück daheim bleiben konnte. Das empfand ich als angenehm. Aber die Fans und Konzerte vermisse ich schon sehr. Ein bisschen Geduld wird es noch brauchen, bis wieder alles ist wie vorher und wir auf die Bühne können.

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Kurt Dasser: Ablenkung an der Drechselbank

Nach der Lockerung konnte ich in mein Geschäft mit der Manufaktur in Kastelruth. Hier durfte ich bald wieder mein Handwerk und meiner Leidenschaft dem Drechseln nachgehen. Der Shop war zwar geschlossen, aber die Werkstatt konnte ich zum Glück wieder benutzen. Somit habe ich viel für meine Kunden vorgedrechselt. Die Arbeit mit dem Holz hat mir auch sehr durch diese Zeit geholfen. Für mich war es das Schönste, dass viele Fans mir über die Facebook-Seite meines Geschäftes „Kurt Art“ sehr schöne Kommentare geschrieben haben. Viele Glückwünsche und die Nachfragen, wie es uns Spatzen geht, das hat einem schon sehr viel Halt in dieser Zeit gegeben.

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