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Jürgen Marcus ist tot!

Kurz vor seinem 70. Geburtstag verstarb der Schlagersänger

Der Schlagersänger JÜRGEN MARCUS ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, ist er bereits Mitte Mai 2018 verstorben. Sein Lebensgefährte und Manager Nikolaus Fischer äußerte sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa wie folgt: „Schweren Herzens gebe ich bekannt, dass Jürgen Marcus den Kampf gegen die chronische Lungenkrankheit COPD verloren hat“. Der Sänger sei in ihrer gemeinsamen Wohnung gestorben.

Marcus litt seit 2002 an der Lungenkrankheit COPD. Im vergangenen Jahr war Nikolaus Fischer mit den Worten “Er wird nie wieder auf der Bühne stehen und seinem Beruf nachgehen” an die Presse gegangen, nachdem Jürgen Marcus sich bereits 2012 völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Sein letztes Album “Zeit-Reif” war im August 2011 veröffentlicht worden.

Jürgen Marcus (* 6. Juni 1948 in Herne; † Mitte Mai 2018 in München; bürgerlich Jürgen Beumer) war ein deutscher Schlagersänger, der in den 1970er-Jahren seine größten Erfolge feierte. Zu seinen bekanntesten Titeln zählen “Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben”, “Ein Festival der Liebe” und “Ein Lied zieht hinaus in die Welt”.

Marcus absolvierte nach der Schule eine Ausbildung zum Betriebsschlosser. Danach trat er als Sänger in verschiedenen Amateur-Beatbands seiner Heimatstadt auf. Wegen der Ähnlichkeit mit dem Namen des Eiskunstläufers Hans-Jürgen Bäumler wählte er den Künstlernamen „Jürgen Marcus“. 1967 wurde er Sieger des European-Festivals in Brüssel. 1968 und 1969 war er beim Beat-Festival von Recklinghausen erfolgreich. Schließlich bekam er 1969 die Rolle des „Claude“ in einer deutschen Aufführung des Musicals “Hair”.
Der Erfolgsproduzent Jack White nahm den Sänger unter Vertrag und produzierte 1970 seine erste Single “Nur Du (El cóndor pasa)”. Darauf folgte nach “Du bist mein ganzes Leben” (1970) und “Nur Liebe zählt” (1971) sein bis heute erfolgreichster und wohl bekanntester Titel “Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben” (1972), der 15 Wochen in den deutschen Top Ten vertreten war und bis auf Platz 2 vorstieß. Marcus trat in vielen Fernseh-Musiksendungen auf, darunter viele Male in der “ZDF-Hitparade”. Er bekam zahlreiche Auszeichnungen und wirkte 1972 auch in dem Jack-White-Film Heut hau’n wir auf die Pauke unter Regie von Ralf Gregan mit.
Unter Whites Regie veröffentlichte Marcus insgesamt 23 Singles und zahlreiche Alben, bis er sich 1979 von ihm löste. Die Top-Ten-Erfolge darunter waren “Ein Festival der Liebe” (diesen Titel sang er auch im Film “Blau blüht der Enzian”), “Schmetterlinge können nicht weinen” (1973) und “Ein Lied zieht hinaus in die Welt” (1975), mit dem er sich für Deutschland beim Eurovision Song Contest bewarb, jedoch nicht über Platz 9 bei der Vorentscheidung hinauskam.

Bereits im Vorjahr hatte er sich mit dem Titel “Grand Prix d’amour” an diesem Wettbewerb beteiligt. 1975 strahlte das ZDF die Personality-Show “Jürgen Marcus: Einer für Viele” aus. 1976 nahm er mit dem auf Französisch gesungenen Lied “Chansons pour ceux qui s’aiment” (deutsche Version: “Der Tingler singt für euch alle”) für Luxemburg am Eurovision Song Contest teil und erreichte Platz 14.
Unter wechselnden Produzenten wie Michael Möller, Rainer Pietsch oder Uve Schikora veröffentlichte Marcus bis in die frühen 1980er-Jahre am Chanson orientierte Stücke oder Coverversionen, jedoch ohne kommerziellen Erfolg. Weitere Zusammenarbeiten mit Ralph Siegel und Bernd Meinunger oder auch eine Pop-orientierte Single namens “Liberation Day” als „J. Marcus“ (1988) in englischer Sprache brachten dem Sänger kein Comeback. Er trat in den folgenden Jahrzehnten meist mit seinen älteren Erfolgen aus den 1970er-Jahren auf

1998 erreichte er mit seinem Lied “Mach’s gut bis zum nächsten Leben” Platz 6 beim bislang einzigen Grand Prix des Schlagers (den deutschen Vorentscheid hatte er sogar gewonnen).

Im August 2004 erschien das Comeback-Album “Ich glaub an die Welt”, sein erstes Album seit 22 Jahren. 2006 folgte das erste Weihnachtsalbum “Tausend Lichter, tausend Kerzen”. Am 13. Juni 2008 wurde das Album “Für immer” veröffentlicht. Produziert wurde es von Christian Bruhn. Es enthält Texte von Michael Kunze, Georg Buschor, Robert Jung, Stefan Waggershausen, Tobias Reitz, Edith Jeske und Peter Zentner. Am 5. August 2011 erschien seine neue Single “Ich schau in mein Herz”. Eine Woche später folgte das Album “Zeitreif”, das von dem Komponisten-Duo Helmut Kohlpaintner und Michael Schinkel produziert wurde.

Seit 2012 mied Jürgen Marcus wegen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung die Öffentlichkeit. Im April 2017 gab er seinen Rückzug aus dem Musikgeschäft bekannt. Er verstarb Mitte Mai 2018 im Alter von 69 Jahren in München.

1991 erfolgte sein Outing als erster größerer Schlagerstar in der „Bild am Sonntag“ mit der Top-Schlagzeile „Die Beichte des Jürgen Marcus. Ich konnte nie eine Frau richtig lieben. Alkohol. Männerliebe. AIDS-Angst“. Marcus war seit 1995 mit seinem Partner und Manager Nikolaus Fischer zusammen und wohnte in München.

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