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 JÜRGEN DREWS – Ein Meister der Bescheidenheit

Mit dem Satz „Ich bin der Erfolgreichste unter den Erfolglosen in der Branche“ bei der MDR-Talkshow Riverboat hat der Sänger nicht nur die Zuhörer dort verblüfft. Denn laut einer Umfrage kennen 98 Prozent der Deutschen den Dauergast in den Schlager-Charts

Nicht nur in der MDR-Talkshow „Riverboat“ gab er sympathisch offen und unverkrampft Geschichten zum Besten. Dort berichtete der „König von Mallorca“ von einem unmoralischen Angebot von Mick Jagger, seiner Schüchternheit und dass er deshalb immer lange Haare trägt, um seine roten Ohren zu überdecken. Auch im Interview mit STADLPOST zeigt sich der Jubilar in Plauderlaune.

Stadlpost: Lieber Jürgen, seit dem 2. April bist du 75 Jahre jung. Womit würdest du dein bisheriges Leben am ehesten vergleichen: Dauersprint, Gipfeltour oder Achterbahnfahrt?

Jürgen Drews: Von allem ein bisschen. Mein Leben war bisher sehr abwechslungsreich. Mal eine Achterbahnfahrt, mal ein Dauersprint auf der Überholspur, mal ein Hindernislauf und die Gipfeltour war auch dabei. Also alles andere als langweilig!

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Die Legende: Mit dem Song „Ein Bett im Kornfeld“ gelang 1976 der Durchbruch

Stadlpost: Wer es so lange in diesem Wahnsinns-Biz aushält, ist entweder verrückt oder gut therapiert …

Jürgen Drews: Ein bisschen verrückt muss man schon sein, aber das bin ich ja auch (lacht). Und man muss Spaß an dem haben, was man macht. Das habe ich! Aber das Wichtigste ist sicherlich die Gabe, sein Publikum gut zu unterhalten, denn ohne sein Publikum ist ein Künstler nichts.

Stadlpost: Ganz ehrlich: Was hättest du gerne lieber schon gewusst, bevor du in dieser Branche Erfolg hattest?

Jürgen Drews: Ich hätte gerne gewusst, ob ich diese zum Teil doch sehr bissige und eifersuchtsbeladene Ellbogen-Branche überleben werde.

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44 Jahre später: Jürgen und Ben Zucker zelebrieren liebevoll den Klassiker von 1976 und verweben ihn sanft mit modernen Beats

Stadlpost: War deiner Meinung nach früher alles besser als heute?

Jürgen Drews: Es war früher ohne Social Media übersichtlicher, und das geschriebene Wort hatte damals noch mehr Bedeutung als heute.

Stadlpost: Kannst du eigentlich noch Mallorca-Flieger von innen sehen?

Jürgen Drews: Das viele Reisen ist manchmal wirklich anstrengend und kostet leider auch sehr viel Zeit. Von daher genieße ich durch Corona gerade meine Zwangspause.

Stadlpost: Wie begegnest du eigentlich dem Alter? Wie einem Freund oder eher wie einem Feind?

Jürgen Drews: Dem Alter begegne ich durchaus mit einer gewissen Skepsis. 75 ist schon eine enorme Zahl. Klar zwickt und zwackt es mal an manchen Stellen, aber ansonsten geht es mir ja wirklich ausgesprochen gut. Ich hoffe sehr, dass ich körperlich und geistig noch lange fit und gesund bleibe.

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Keine Skandale, ewige Treue: Ehefrau Ramona liebt er seit über 30 Jahren

Stadlpost: In dem Buch „Es war alles am besten“ erzählst du eine berührende Geschichte mit deiner Mutter.

Jürgen Drews: Ich habe meiner Mutter an ihrem Sterbebett noch mal ihre Lieblingsmusik vorgespielt und dabei ihre Hand gehalten. Für mich war es sehr wichtig, ihr auf meine Art noch mal „Danke“ zu sagen und so von ihr Abschied zu nehmen.

Stadlpost: Dein Buch ist voller Anekdoten. Vom Versagen bei der Abi-Deutschprüfung bis zum ersten chaotischen Tramp-Urlaub. Es steht in der Spiegel-Bestseller-Liste ganz oben.

Jürgen Drews: Ich freue mich unglaublich darüber. Das war eine große Überraschung. Ein herzliches Dankeschön an alle Leserinnen und Leser!

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„Bin sehr emotional“: Tochter Joelina ist sein Ein und Alles

Stadlpost: Du schreibst im Buch auch, dass du mit den Jahren viel
emotionaler geworden bist.

Jürgen Drews: Ich war immer schon ein sehr gefühlsbetonter Mensch und bin mit zunehmendem Alter teilweise noch sensibler geworden. Sobald sich etwas sehr Emotionales in meiner Gegenwart abspielt, kämpfe ich häufig mit den Tränen. Als ich mit meiner Tochter Joelina mit unserem gemeinsamen Duett erstmals einen Auftritt im Fernsehen hatte, musste ich mich sehr zusammenreißen, um nicht schon wieder in Tränen auszubrechen. Manchmal nervt mich das richtig.

Stadlpost: Stört es dich, wenn dich Fans auf der Straße ungefragt duzen?

Jürgen Drews: Im Gegenteil. Wenn mich jemand siezt, ist mir das unangenehm und ich biete immer sofort das „Du“ an. Da fühle ich mich viel wohler.

Stadlpost: Letzte Frage: Wäre denn eine Teilnahme bei der RTL-Tanzshow„Let’s dance“ etwas für dich?

Jürgen Drews: Das wurde in der Tat schon öfter angefragt. Aber Tanzen ist absolut nicht mein Ding (lacht). Daher wird das wohl nichts!

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CD-TIPP: „Das Ultimative Jubiläums-Best-Of – mit exklusiven Duetten der größten Schlagerstars“ (Electrola): Mit Freunden wie Ben Zucker, Kerstin Ott, Matthias Reim, Otto Waalkes oder Howard Carpendale feiert der „König von Mallorca“ sein Jubiläum zum 75. Geburtstag! 

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Buch-TIPP: Wer seine Songs liebt, muss dieses Buch von Jürgen Drews lesen: „Es war alles am besten! Die Geschichte meines bewegten Lebens“. (Verlag Goldmann)

Man kann es sich kaum vorstellen: Jürgen war früher extrem schüchtern. Sein Vater nannte ihn „Klein Klemmi“. Dabei gibt er seit Jahrzehnten auf der Bühne glaubwürdig die Rampensau. „Star“ möchte er dabei aber nur ungern genannt werden.

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