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Heute hau’n wir auf die Pauke! Tony Marshall wird 80.

Lesen Sie hier ein exklusives Interview

Lebende Legende, Urgestein des Schlagers, Fröhlichmacher der Nation: Tony Marshall hat viele Beinamen. Auch nach über 60 Jahren im Showgeschäft ist der Badener immer eines geblieben: ehrlich und bodenständig.

 

Und deshalb wurde er jetzt zum Ehrenbürger von Baden-Baden ernannt.  Damit würdigt seine Geburtsstadt „die langjährigen und zahlreichen Verdienste des gebürtigen Baden-Badeners, sowie seine beispielhafte Lebensleistung“. Als musikalischer Botschafter und großer Künstler habe sich Marshall weltweit einen Namen gemacht und sich stets zu seiner Heimat bekannt. In 2003 wurde in Baden-Baden sogar der Tony-Marshall-Weg nach ihm benannt. Der Sänger ist bereits Träger des Bundesverdienstkreuzes! 1999 gründete er die Tony Marshall Stiftung. Gemeinsam mit seiner Tochter Stella engagiert er sich für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung in Baden-Württemberg. Die Stiftung fördert zum einen die Entwicklung neuer Wohn- und Beschäftigungsformen.  (Infos: www.tony-marshall.de)

Zudem bringt der ausgebildete Bariton am 23. Februar mit “Senioren sind zu früh geboren” ein witziges, aber auch nachdenkliches Album heraus. Ruhestand? Da kann Tony Marshall doch nur herzlich lachen. Mit Ironie und Fröhlichkeit, mit einem Augenzwinkern und ansteckendem Optimismus nähert sich der stimmgewaltige Bariton dem Rentnerleben mit dem für ihn charakteristischen erfrischendem Humor und entwaffnender Offenherzigkeit. „Ich freue mich über jeden Tag, den ich geschenkt bekomme. Ich bin gerne alt, weil das Leben mich reich gemacht hat – reich an Erfahrungen und an Erlebnissen!“

Tonys neues Album sprudelt nur so von musikalischen Einfällen

STADLPOST verriet der sympathische Künstler, der im Lauf seiner Karriere auch in Kanada, Amerika, Afrika und Russland Erfolge feierte, worauf er sich jetzt ganz besonders freut:

STADLPOST: Lieber Tony Marshall! Acht Jahrzehnte pralles Leben – das muss gebührend gefeiert werden! Wie werden Sie den Tag heute begehen?

TONY: Ich bin dankbar, dass ich so alt werden durfte! Und wer mich kennt weiß, dass ich jeden Geburtstag feiere, als wär‘s der letzte. Aus allen Himmelsrichtungen sind Freunde dabei. Und natürlich meine Familie. Ich erwarte 180 Gäste: befreundete Stars wie Frank Elstner, Olaf der Flipper, Pierre M. Krause, Heinz Fütterer ( der “Weiße Blitz”), Horst Eckel (Fußball-Weltmeister 1954) und Bata Ilic. Ich hätte gerne noch mehr Freunde eingeladen, aber einige haben sich leider schon aus dem Leben verabschiedet. Was am Geburtstag genau passieren wird, weiß ich nicht, damit wird mich mein Sohn Marc überraschen, der diese Feier organsiert hat. Es wird sicher gesungen!

STADLPOST: Der künstlerische Anfang war ja zunächst ein steiniger Weg und eine Familie musste ernährt werden: Gab es Zeiten, in denen Sie nicht mehr an den Erfolg glaubten?

TONY: Ja, absolut. Die „Schöne Maid“ war ein Wendepunkt. Ursprünglich wollte ich ja klassischer Bariton werden, Mario Lanza war mein großes Vorbild. Aber das Leben hat einen anderen Weg für den Tony vorgesehen. Mit dem ich auch die Menschen weltweit unterhalten durfte. Wenn ich auf die Bühne gehe, dann rufen die Leute heute noch „Schöne Maid“ oder „Bora Bora“. Das ist doch schön. Hätte es die „Schöne Maid“ nicht gegeben, hätte es auch den Tony Marshall nicht gegeben. Ich habe der „Schönen Maid“ alles zu verdanken. “Fröhlichmacher der Nation”, diesen Beinamen trage ich mit Stolz!

STADLPOST: Was Sie ganz besonders ausmacht: Ob in kleiner Runde im Seniorenstift oder vor 10000 Menschen im Freiluft-Theater, Sie machen da bei Ihrem Auftritt keinerlei Unterschied.

TONY: Wir sind gemeinsam alt geworden, mein Publikum und ich. Das Leben hat uns viel gelehrt. Und das würden wir gerne weitergeben, an die Jüngeren. Ich sehe das als Qualität an, Erfahrungen weitergeben zu können an die nachwachsenden Generationen. Bei mir kommt vor allem meine Familie. Ich lebe nach dem Motto Leben und leben lassen. Und nehme auch mal was mit Humor. Ich kann am Ende sagen: War alles okay. Und weil ich schon immer gemacht habe, was mir gerade am Herzen lag, habe ich jetzt mit meinen „Altersweisheiten“ eine neue CD aufgenommen, um die Älteren zu unterhalten, die so denken und fühlen wie ich: „Senioren sind nur zu früh geboren.“ Ein Titel: „Zähne wie Sterne, bei Nacht kommen sie raus.“ Viel schlimmer als die Zipperlein , die mit den Jahren unvermeidlich kommen, ist, dass die Jugend nicht mehr Enrico Caruso kennt, oder unsere großen Philosophen: Kant, Lessing, Schiller.

STADLPOST: Bitte ergänzen Sie doch diesen Satz: Liebe, das ist für mich …

TONY: Verwandlung. Zu Beginn einer Beziehung ist da die Verliebtheit, dann lebt man das Verlangen und wächst an und mit der Familie, heute verehre ich meine Frau. Wir kennen uns seit 65 Jahren, sind 56 Jahre verheiratet. Liebe ist auch immer wieder das Bemühen um Verständnis und Verzeihen. Von großen und kleinen Macken.

STADLPOST: Gibt es eigentlich eine Frage, die Ihnen verblüffenderweise noch nie jemand gestellt hat?

TONY: Wie wär’s damit? „Der Grand Prix steht wieder vor der Tür, lieber Tony, möchtest du noch einmal mit der Star für Deutschland antreten?“

STADLPOST: Wie geht es jetzt künstlerisch weiter?

TONY: Für die CD werde ich einige TV-Termine haben und dann kommen wieder einige Auftritte. Mein Kalender ist voll – und das ist gut so. Wenn man den Tony machen lässt, werde ich bis zum letzten Atemzug singen. Die Bühne ist mein Leben. Bora-Bora würde ich gerne noch einmal besuchen, das Paradies auf Erden. Und wenn mir jemand nochmal ein Engagement als Tevje in meinem Lieblingsmusical Anatevka anbieten würde, das wäre ein Traum!

STADLPOST: Lieber Tony, wir danken für das Gespräch!

 

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