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Gotthilf Fischer

Der Chorleiter und „König der Chöre“ Gotthilf Fischer hat den Deutschen über viele Jahrzehnte das gemeinsame Singen beigebracht.

Am 11.2.1928 wurde Gerhard Albert Gotthilf Fischer als Sohn eines Zimmermeisters in Plochingen/Baden Württemberg geboren. Da sein Vater in der Freizeit sehr viel musizierte, kam Gotthilf Fischer von Kindes Beinen mit der Musik in Berührung. Nach der Volksschule besuchte Fischer die Lehrerbildungsanstalt in Esslingen. Bereits mit 14 Jahren gründete er als Schüler einen Schulchor, bevor er 1945 mit 17 Jahren die Leitung des Concordia – Gesangsvereins in seinem Heimatort Deizisau übernahm.

1949 gewann er mit dem Chor die Wettbewerbe in Volks- und Kunstgesang in Göppingen. Dieser Erfolg bewirkte eine große lokale Bekanntheit und so sammelten sich weitere Gesangsvereine unter seiner Leitung und bildeten in Folge die „Fischer – Chöre“.

Fischer hatte, obwohl Autodidakt, also ohne musikalische Ausbildung, nicht nur musikalischen, sondern auch immer mehr wirtschaftlichen Erfolg. Der Auftritt der Fischer – Chöre mit weit über 1000 Sängern bei der Abschlussfeier der Fußball WM 1974 zählt zu seinen größten Erfolgen. Welttourneen führten ihn nach Rom und bis in die USA. Im ARD war er 12 Jahre lang Initiator und Moderator der Sendung „Straße der Lieder“. Als 72-jähriger trat Fischer, obwohl eher in der Sparte „volkstümlicher Schlager“ beheimatet, 2000 bei der Berliner Loveparade auf und hatte auch einen Gastauftritt in der 3. Staffel von Big Brother.

Im Laufe der Jahre erhielt er für seine Verdienste um das deutsche Liedgut viele Auszeichnungen, wie Goldene Schallplatten, die Hermann – Löns – Medaille, den Goldenen Globus, einen Ehrenlöwen von Radio Luxemburg und das Goldene Mikrofon. Weiters das Bundesverdienstkreuz am Bande und die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. 2006 erhielt Fischer den 1. Weltfriedenspreis der Internationalen Chor – Olympiade von Altbundespräsident Walter Scheel. Im Jahr 2007 kam er sogar ins Guinnessbuch der Rekorde, als er das größte Gitarren Ensemble der Welt mit 1802 Gitarristen dirigierte. 2008 erhielt er die „Krone der Volksmusik“ für sein Lebenswerk. Im Jahr 2017 bekam er eine bisher nie da gewesene Ehrung in der deutschen Musikbranche, und zwar den Life – Time Award für seine mehr als 70 Jahre währende Karriere. 2019 bekam er einen Impala – Award in Gold für über 15 Millionen Streams und Downloads seiner Aufnahme „Freude schöner Götterfunken“, die zur Europawahl 2019 als „European Hymn“ veröffentlicht wurde.

Nachdem er mehr als 70 Jahre lang den Deutschen das gemeinsame Singen beigebracht hatte konnte sich Fischer ein Leben ohne Singen auch im hohen Alter nicht vorstellen und so leitete er fast bis zu seinem Lebensende noch fünf Chöre.

Gotthilf Fischer lebte in Weinstatt bei Stuttgart, wo der „König der Chöre“ am 11. Dezember 2020 im Kreise seiner Familie friedlich verstarb.

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