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 GOTTFRIED WÜRCHER: Ich mache ALLES mit großer Leidenschaft!

Die derzeitige Krise im Veranstaltungsbereich ist auch an Gottfried Würcher, Sänger und Bandleader der Nockis, nicht spurlos vorübergegangen.

Der Kärntner macht das Beste aus der Situation. Er empfing STADLPOST bei sich daheim für eine exklusive Reportage und erzählte uns ganz offen aus seinem Leben!

Als jüngster von vier Buben in sehr bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, war Gottfried Würcher an das Sparen und Verzichten gewöhnt. Der Vater, ein Schichtarbeiter, webte zu Hause am Abend Fleckerlteppiche, wobei ihm Gottfried half. Die Mutter war Hausfrau und verwaltete das Geld. Seine Eltern hatten nie Zeit für ihn, weil sie immer arbeiten mussten. Mit zwölf Jahren bekam er das erste Fahrrad und mit 14 Jahren sein erstes Paar Skier.

Pullover und Socken wurden von der Mutter gestrickt. Seinen größten Wunsch, eine Jeans zu besitzen, konnten sie ihm leider nicht erfüllen. Er hatte nur zwei Stoffhosen. „Deshalb trage ich heute nur Jeans“, erzählt der Sänger. Die Familie hatte auch kein Auto. Das Geld reichte nicht aus. Das Größte für Gottfried Würcher war es später, das Auto seines älteren Bruders ansehen und darin sitzen zu dürfen. Das war sicher ausschlaggebend für seine spätere Affinität zu Autos. 

Geprägt von den Entbehrungen seiner Kindheit und Jugend schwor sich Gottfried, dass es seinen Kindern einmal besser gehen soll. Bis heute unterstützt er seinen Sohn Andre in seiner Firma und bei seinem Hobby, dem Rennfahren. Dennoch gibt es etwas, was ihm bis heute sehr leid tut: Aufgrund seines Berufes hatte er kaum Zeit, seinen Sohn aufwachsen zu sehen. „Zum Glück hat mir Andre das nie vorgeworfen. Er ist unglaublich großzügig und akzeptiert, dass es eben so war. Wir haben ein wunderbares Verhältnis, getragen von gegenseitigem Respekt“, freut sich Gottfried Würcher. Was ihm besonders gut gefällt: Seine süße Enkelin Laureen wächst in einer intakten Familie auf. Sie ist sein Ein und Alles – und hat sein Talent für die Malerei geerbt. 

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Gespräch unter Freunden: Gottfried und Stadlpost-Redakteurin Lisi Rath kennen sich schon seit 30 Jahren

Denn seit 15 Jahren hegt der Künstler noch eine andere große Leidenschaft: die Acryl-Malerei. Gottfried Würcher hat sich 2019 in seinem Heimatort Radenthein einen Wunsch­traum verwirklicht und seine eigene Galerie eröffnet. Sowohl bei seinen Liedern als auch bei seinen Bildern geht es ihm um eines: Emotionen bei seinen Zuhörern, beziehungsweise den Betrachtern zu erzeugen. Schöne, traurige, verwirrende. Hauptsache, alles mit Gefühl!

Der NOCKIS-Boss möchte noch lange gemeinsam mit seinen Freunden von der Band Musik machen. Aber wenn Gottfried Würcher irgendwann aufhört, dann endgültig. „Manche machen ja über Jahre eine Abschiedstour. Wenn ich sage, es ist Schluss, dann ist auch Schluss“, erklärt Gottfried.

In Sachen „Freunde“ sind seine Kollegen von den Stoanis und die Mölltaler große Vorbilder: „Die sind 100 % in Ordnung, prima Kumpels, stets hilfsbereit und ehrlich. Das weiß ich zu schätzen.“ Die eigentlichen Stars aber sind für ihn seine Fans! „Ohne sie wären die Nockis nur fünf Typen, die sinnlos auf einer Bühne stehen.“

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Radel-Spaß: Um sich für seine Auftritte fit zu halten, ist Gottfried viele Kilometer mit seinem Fahrrad in den Nockbergen oder rund um den Millstätter See unterwegs. Der See eignet sich perfekt für traumhafte Touren. Wird es ihm zu warm, kann er ja einfach schnell ins Wasser springen!

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Würcher-Motorsport: Vater und Sohn verbindet die flammende Liebe zu vielen PS und coolen Sportwagen mit edlem Design. Egal, ob Rennstrecke oder Kartbahn – beiden kann’s nicht schnell genug sein. Gottfried betreibt den Rennsport nur noch als Hobby. Aber er kennt die Anspannung noch gut. Sohn Andre war 2019 Bergral­lye-Staatsmeister! Mehr Infos zu Andres Werkstatt: wuercher-motorsport.at

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Bildender Künstler: Noch ist die Leinwand leer. Aber der Künstler hat sicher schon ein passendes Motiv im Kopf. Gottfried malt in Acryl. Schöne Frauen, Landschaften und vieles mehr. Vor allem in der Corona-Zwangspause war er sehr kreativ. „Beim Malen fallen mir auch gute Songs ein“, sagt er. Und beim Holzhacken. Der nächste Winter kann jedenfalls kommen!

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Erfolgsmann: Diesen tollen 
NOCKIS-Sound gibt es nur einmal und Gottfried betrachtet es als ein großes Privileg, mit solch guten Musikern und Kollegen zusammenarbeiten zu dürfen. Die Nockis sind die erfolgreichste Schlagerband Österreichs – davon zeugen über 50 Gold- und Platin-Auszeichnungen sowie viele Preise, wie etwa den Amadeus Austrian Music Award

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Ein Ass auf dem Platz: Der Musiker ist ein Fan von Dominic Thiem. Nach Thomas Muster und Jürgen Melzer ist der 27-jährige Wiener der dritte Österreicher, dem der Sprung in die Tennis-Top-Ten der Weltrangliste gelungen ist. Der begeisterte Hobbysportler Gottfried ist oft auf dem Tennisplatz anzutreffen, und nimmt gelegentlich auch an Turnieren seines Vereins teil.

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