Stadl+STAR InterviewsTitelg’schicht #4/21

 Giovanni Zarrella: Heimat ist ein Gefühl, das man nicht beschreiben kann

„Wenn ich in Neapel oder in Rom aus dem Flieger steige und mir diese Brise um die Nase weht, ist es um mich schon geschehen: Man weiß, dass man aus Italien kommt.“

Ein gebürtiger Schwabe aus Neapel, der in Köln wohnt: Der Sänger hilft uns mit seinen sonnigen Liedern durch eine dunkle Zeit. Wir sagen Grazie!

Stadlpost: Lieber Giovanni, erzähle uns doch bitte etwas zu deinem zweiten Album „CIAO!“. Was macht es aus?

Giovanni Zarrella: Wir haben 15 Pop- und Schlager-Hits, die auch meine ganz persönlichen Musik-Favoriten sind, ausgewählt und sie in Italo-Pop-Klänge eingekleidet. Ganz authentisch und mit viel Feingefühl.

Stadlpost: Das italienische Moment ist für deine Songs wichtig. Wie sehr spielt die Heimat privat eine Rolle?

Giovanni Zarrella: Heimat ist ein Gefühl, das kann man mit Worten gar nicht beschreiben. Wenn ich in Neapel oder in Rom aus dem Flieger steige und mir diese Brise um die Nase weht, ist es um mich schon geschehen. Man weiß, dass man daher kommt. Auch wenn hier mein Zuhause ist in Deutschland. Es ist dieses Gefühl von Sehnsucht. Mama und Papa sind in Italien geboren, hier sind die Wurzeln unserer Familie.

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Da kommt niemand dran vorbei! Köstliches Gelato aus einer „Bar Gelateria“

Stadlpost: Aus welcher Region Italiens stammen die Zarrellas eigentlich?

Giovanni Zarrella: Wir sind aus dem Süden. Wir kommen aus der Ecke Neapel.

Stadlpost: „La Mama“ ist die zen­trale Figur in jeder italienischen Familie. Was macht deine Mutter Clementina für dich so besonders?

Giovanni Zarrella: Eine gute Freundin von mir hat es auf den Punkt gebracht: Mama hat eine unglaublich warme Autorität. Sie strahlt nicht nur Wärme aus, sondern man kann sich auch auf sie verlassen. Sie strahlt eine Kraft, Stärke und Zuversicht aus und ruht dennoch in sich.

Stadlpost: Du bist im schwäbischen Hechingen geboren, aber dennoch italienischer Staatsbürger. Wie kommt’s?

Giovanni Zarrella: Ich fühle mich als Italo-Deutscher. Ich fühle mich mit diesen beiden Ländern so eng verankert und verbunden, dass ich das nicht anhand des Personalausweises oder über den Reisepass festmache. Die Verbundenheit ist mehr wert als alles andere.

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Sonne, Wasser, mediterranes Flair und ein exzellenter Espresso: Glück kann so einfach sein

Stadlpost: Was ist typisch italienisch an dir und was typisch deutsch?

Giovanni Zarrella: Typisch italienisch ist es, die Mutter auf Händen zu tragen. Dass die Familie wichtig ist, verhält sich in Deutschland nicht anders. Ich finde es falsch, wenn gesagt wird, Italiener geben der Familie so eine Wichtigkeit. Denn das machen die Menschen in Deutschland genauso. Aber die Mutter auf Händen zu tragen, so wie wir es machen – das ist sicherlich ein sehr italienische Sache. Was auch sehr italienisch ist, dass ich ausgiebig, gerne und lange esse. So ein Sonntagsessen dauert bei uns auch mal von zwei Uhr bis fünf Uhr nachmittags. Die hausgemachte Lasagne von Mama Clementina ist einfach unschlagbar. Und dann kommt erst der Nachtisch … Wir lassen uns also vielleicht etwas mehr Zeit beim Genuss. Was typisch deutsch ist, dass ich Wert auf Pünktlichkeit lege und auch sehr fleißig bin. Diese Mischung aus Italien und Deutschland möchte ich nicht missen wollen. Ich bin sehr, sehr glücklich, dass diese beiden Herzen in meiner Brust schlagen!

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Oh, eine Boutique mit Schuhen und Taschen. Mal sehen, ob da für Jana Ina etwas dabei ist

Stadlpost: Dein italienisches Temperament gepaart mit dem brasilianischen Feuer deiner Frau Jana Ina: Wie oft fliegt bei euch das Hausdach weg?

Giovanni Zarrella: Überhaupt nicht (lacht)! Wir sind sooo langweilig zu Hause. Wir sind so harmonisch. Wir haben keine fünf Mal gestritten in den 16 Jahren. Wir wissen beide, wie aufregend unser Beruf ist, und wir wollen einfach zu Hause unseren Frieden haben miteinander. Wir sind beide sehr, sehr ruhige Menschen. So leidenschaftlich und temperamentvoll wir auf der Bühne sind, so froh sind wir, wenn wir in unseren vier Wänden unsere Ruhe und unseren Frieden haben.

Stadlpost: Dein Clip zum Titelsong wurde am Gardasee gedreht. Was macht ihn so besonders reizvoll?

Giovanni Zarrella: Die vielen traumhaften Locations und Szenarien, in die du eintauchen kannst. Diese Vielfältigkeit ist unfassbar!

CD-TIPP: Auch für das zweite Soloalbum „CIAO!“ taucht Giovanni Zarrella tief ein in die jüngere deutsche Musikgeschichte und überträgt ausgewählte Pop- und Schlager-Hits in die Sprache seiner Heimat (TELAMO). 15 Gute-Laune-Songs mit Urlaubsfeeling. Fantastico!

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