Stadl+STAR G'schichtenTOP AKTUELL

 Giovanni Zarrella: “Familie, Musik und Fußball – mehr brauche ich nicht”

Im exklusiven Stadlpost-Interview verrät der Sänger, welche Eissorte er am liebsten hat, wann er nochmal zum Schwaben wird und welcher sein Favorit beim EM-Finale ist!

Seine Musik und die Titel seiner beiden aktuellen Erfolgsalben „Ciao“ und „La vita e bella“ sprechen für sich: Sie versprühen mit feinstem Schlager pure italienische Lebensfreude. Beide Alben waren und sind auch top-platziert in den Charts. Wie erklärst Giovanni sich diesen Riesenerfolg?

Giovanni Zarrella: Ist schwer zu erklären. Vielleicht weil man zum ersten Mal so richtig das gemacht hat, wofür man steht. Letztendlich bin ich ein Italo-Deutscher. Ich bin in Deutschland geboren – von italienischen Zuwanderern. Ich verbinde die beiden Kulturen der beiden Länder und glaube, dass das mein Geheimnis ist. Man glaubt es mir einfach zu 100 Prozent. Die Songs haben eine gewisse Bekanntheit – gemischt mit der Leichtigkeit der italienischen Sprache. Italienisch ist einfach unglaublich melodisch. Diese Verbindung macht den Erfolg aus.

Es hat mich auch sehr gefreut, dass „La vita è bella“ in Österreich einen Riesenerfolg gefeiert hat und bald zwei Jahre in den Charts ist. Das „Ciao“ direkt noch höher eingestiegen ist, ist die richtige Tendenz. Ich hatte Sorge, dass „Ciao“ an den Erfolg von „La vita è bella“ nicht anknüpfen kann. Dass es jetzt doch passiert ist – und es sich sogar noch gesteigert hat – ist ein unglaublich schönes Gefühl.

 MW 8970

Stadlpost: Wenn du von der Tendenz sprichst, was kann da noch kommen?

Giovanni: *Lacht* Ich bin schon so glücklich. Ich hab das für mich gebraucht. Ich hatte noch paar alte Geister, die im Kopf rum geschwirrt sind. Ich musste mir nochmal selbst auch beweisen und zeigen, dass ich es auch als Solo-Künstler schaffen kann. Und das hatte ich bisher als Musiker nicht geschafft. Bei diesen beiden Alben habe ich mir selbst die gewisse Ruhe gegeben. Das war ein sehr gutes Gefühl.

Stadlpost: In deinem letzten Interview mit der Stadlpost – der Coverstory unserer Ausgabe 4 in diesem Jahr – hast du uns viel über deine Familie und deine italienischen Wurzeln erzählt. Kannst du dir irgendwann vorstellen wieder ganz in Italien zu leben?

Giovanni: Wooow. Also ganz glaub ich nicht mehr. Ich bin so verwurzelt mit Deutschland, dass es wirklich schwierig für mich wäre, das alles abzuschneiden. Aber was ich mir vorstellen kann, ist, definitiv öfter hinzureisen, wenn es mit der Arbeit weniger werden sollte. Wenn die Kinder größer sind und sie auch ihre eigenen Wege gehen und sie auch ihre eigenen Familien gründen. Ich werde meine Kinder natürlich nie komplett in Ruhe lassen, dafür liebe ich sie zu sehr. Am liebsten hätte ich sie immer in meiner Nähe. Aber für drei Monate nach Italien zu fahren kann ich mir durchaus vorstellen.

Stadlpost: Welche Eissorte magst du eigentlich am liebsten?

Giovanni: Ich bin eher der cremige Typ. Ich mag Fruchteis nicht so gerne. Also ich bin eher Nuss. Ich bin Pistazie. Ich bin Tiramisu. Weniger in Richtung Schokolade – ich mag diese ganzen nussigen, cremigen Sorten. Da läuft mir jetzt schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Das ganze gepaart mit ein bisschen Sahne und paar Haselnüssen oben drauf. Dann bin ich glücklich – richtig glücklich.

Stadlpost: Und auch gemeinsam mit deinen Kindern wahrscheinlich?

Giovanni: Ja, das ist das schönste. Wenn wir gemeinsam Eis essen in der großen Runde bestellen wir immer vier Mal Spagetti Eis – für Jana Ina, für mich und die Kinder. Dann sitzen wir bei uns im Garten mit dem Eis und machen uns eine gute Zeit.

Stadlpost: Deine Frau Jana Ina ist ja Brasilianerin, wachsen eure Kinder dreisprachig auf?

Giovanni: Ja, wir sprechen alle drei Sprachen – davon am meisten Deutsch. Dann kommt portugiesisch, da Jana Inas Familie wenig Deutsch spricht. Deswegen sprechen die Kinder sehr gut portugiesisch. Italienisch würde ich an dritte Stelle packen. Aber am meisten wird Deutsch gesprochen. Meine ganze Familie lebt in Deutschland und alle sprechen deutsch – das haben die Kinder schnell verstanden: „Hey! Oma und Opa sprechen ja auch deutsch, da muss ich gar nicht italienisch reden.“ *Lacht* Aber ja, sie können alle drei Sprachen sprechen und das ist etwas Besonderes. Ich bin stolz darauf, dass sie diese so gut gelernt haben.

 MW 8964

Stadlpost: Du selbst bist in Schwaben aufgewachsen. Gibt es Situationen in denen du sprichwörtlich zum Schwaben wirst?

Giovanni: *Lacht* Ich bin ein Italo Schwabe. Wo ich auf jeden Fall zum Schwaben werde, ist in der Küche. Ich glaube tatsächlich, dass ich fast öfter schwäbisch koche als italienisch. Ich mag zum Beispiel Schupfnudeln, Maultaschen und Kässpätzle. In Österreich gibt es auch sehr gute Kässpätzle. Das Schwäbische kommt auch gern durch, wenn ich mich eine Weile unterhalte. Vergangene Woche war mein Cousin aus Stuttgart zu Besuch und da kommen Worte wie „Weischt, hascht, kanscht“ schnell durch bei mir. Also das habe ich nicht verloren. Sprache und Küche, dass ist geblieben.

Stadlpost: Vor einigen Wochen hat im ZDF deine neue Sendung „Heimliche Helden“ Premiere gefeiert. Dort wird die Geschichte von Menschen erzählt, die aus ihrer Alltagsroutine ausbrechen, um sich einen Traum zu verwirklichen. Aber sie tun das nicht für sich, sondern für eine nahestehende Person. Du begleitest sie bei diesem Abenteuer. Welche Bedeutung hat diese besondere Sendung für dich?

Giovanni: Eine große Bedeutung, weil es für mich erstmals auch der Einstieg war zu meinem neuen Sender. Und ich liebe jedes einzelne Schicksal bei dieser Sendung. Es ist auch wichtig die Protagonisten kennen zu lernen. Zu hören, warum sie es tun. Wie ist dieser Mensch, für den sie es tun. Ich versuche in dieser Zeit, in der ich mit den Protagonisten unterwegs bin, ganz viel herauszubekommen. Ich finde es ist das schönste und selbstloseste der Welt, wenn man etwas tut für jemanden. Wenn man sich selbst überwindet etwas zutun für jemanden, den man liebt. Ich finde, das ist eine unglaublich schöne Sache und wir haben so viele tolle Tätigkeiten dabei – vom Tanzen übers Motorrad fahren. Über Höhenangst, die man verlieren möchte, um mit den Kindern mal in den Kletterpark zu gehen. So ein Liebesbeweis ist unbezahlbar! Den kannst du nicht mit Gold aufwiegen.

Stadlpost: Gibt es einen ganz persönlichen Helden in deinem Leben?

Giovanni: Also meine Helden für mich sind definitiv meine Eltern, weil sie mit viel weniger ausgestattet – als ich – viel mehr aufgebaut haben. Sie sind mit einem Traum und zwei Koffern nach Deutschland gekommen. Als Kinder und als Teenager. Sie haben sich hier kennen und lieben gelernt.

Man darf nie vergessen: Als sie hier angefangen haben, waren die Umstände in Deutschland wirklich schwer. Sie haben sich alles erarbeitet und sind mit dem Restaurant in die Selbstständigkeit übergegangen. Unglaublich daran ist, dass sie uns keine Sekunde das Gefühl gegeben haben, dass uns etwas fehlt. Meine Eltern haben uns in einer heilen Welt groß werden lassen. Dafür werde ich ihnen ewig danken!

Es ist auch bis heute so, dass, wenn ich einen großen Erfolg feiere, meine Mutter gleich als erstes anrufe und ihr alles erzähle. Für meine Mama ist das auch eine Bestätigung, dass sie einen tollen Sohn hat, der etwas aus seinem Leben gemacht hat. Das hat auch damit zu tun, was sie mir als „Werkzeug“ sozusagen mitgegeben haben. Eltern geben dir das Werkzeug zum Leben und du musst schauen, wie du es einsetzt – und meine Eltern haben mir ein sehr gutes Werkzeug gegeben *lacht*.

Stadlpost: Es ist ja auch großartig, wenn man seine Freude teilen kann.

Giovanni: Für mich paaaaaaaaaaaaaaersönlich ist dies das schönste Gefühl. Ich feiere auch den Geburtstag meiner Familie und meiner Freunde viel lieber als meinen Eigenen. Ich liebe es auch andern Menschen etwas Gutes zu tun. Das schönste Gefühl bei einem Erfolg ist doch: Keiner feiert einen Erfolg und behält den dann für sich. Wenn du einen Erfolg feierst, dann musst du doch sofort die Menschen kontaktieren, die dafür mitverantwortlich sind und ihnen sagen: „Hey, wir haben es geschafft. Danke für den Glauben an mich und für deinen Support!“

Folgender Satz wird zwar häufig genutzt, aber er stimmt: Wenn du Liebe teilst, dann wird sie mehr – und das ist ein wunderschönes Gefühl. Ich liebe auch den Familienzusammenhalt und den Umgang untereinander. Mein Sohn liebt es, Zeit mit meinem Papa zu verbringen. Wenn wir zum Fußball Platz gehen, fragt er oftmals, ob „Nono“ auch mitkommt. Er findet meinen Papa toll, weil er so eine Energie hat, und sie haben eine tolle Verbindung zueinander. Darüber bin ich so glücklich.

 MW 8978

Stadlpost: Großes Thema bei den Schlagerfans ist auch eine neue Musik-Show die du ab Herbst im Samstag-Abend-Programm präsentieren wirst. Erst kürzlich hat sich Carmen Nebel mit ihrer über lange Jahre sehr erfolgreichen Show vom TV-Publikum verabschiedet. Siehst du deine Show bzw. dich in irgendeiner Form als Nachfolger oder machst du was komplett Neues?

Giovanni: Ich glaube tatsächlich, dass es eine neue Show geben wird. Das war mein Wunsch und das wurde auch immer so kommuniziert. Es geht nicht darum, der Nachfolger von Carmen Nebel zu sein, denn Carmen hat das großartig gemacht und sie wird auch weitere Shows im ZDF machen. Es geht darum, ein neues Konzept für eine neue Musiksendung zu kreieren. Das, und auch mein neues Album ist der Hauptfokus in den letzten Monaten. Ich freue mich sehr auf die Sendung und kann es kaum abwarten, bis es bald losgeht.

Privat versuche ich in dieser Zeit trotzdem ein toller Papa und Ehemann zu sein.

Stadlpost: Es gibt bereits zwei angekündigte Termine für Live-Sendungen am 11. September aus Berlin und am 13. November aus München. Gibt es auch schon einen Namen für die Show?

Giovanni: Die Termine kann ich persönlich noch nicht 100%-ig bestätigen. Auch der Name ist noch nicht fix, aber es gibt eine enge Auswahl. Aber sobald wir einen Namen für die Sendung haben, werden wir diesen schnell verkünden. Wir wollen der Sendung ein Gesicht geben und weil es ja schon bald losgeht, soll natürlich auch bald jeder wissen, wie die Sendung heißt.  

Stadlpost: Ja, klar. Aber man merkt schon du bist schon voll drin und voll gespannter Erwartung.

Giovanni: Ich bin dankbar, dass ich nach meiner Bro’Sis Zeit noch mal so eine Chance bekommen habe und das nochmal machen darf. Das früher war eine tolle Zeit, da habe ich so viel erlebt und viel erfüllt, von dem was ich mir erträumt habe in meinem Leben. Und jetzt bekomme ich diese Chance wieder. Nochmal so einen Erfolg als Solokünstler, der eine Sendung bekommt. Das ist eine Sache, die passiert einem ganz selten im Leben – es ist, als würde man zwei Mal einen 6er würfeln, ich habe das Glück und dafür werde ich ewig dankbar sein.

Stadlpost: Zum Abschluss Fußball: Spielt Fußball eine Rolle in deinem Leben? Gibt’s vielleicht sogar einen Lieblingsverein, bei dem du auch mitten in der Nacht aufstehen würdest um ein Spiel zu sehen?

Giovanni: *Lacht*Ja – Beides Ja.  Wer mich kennt, der weiß, dass ich sehr einfach gestrickt bin. Erst kommt die Familie, dann gibt es Musik und Fußball und mehr brauche ich nicht. Bei der Familie gehört bei mir auch Essen dazu und all die Dinge, die man gemeinsam erlebt. Aber das sind die Bausteine, die mein Leben ausmachen. Fußball spielt eine Riesenrolle bei mir. Morgens, wenn ich aufstehe, gefrühstückt habe und die Kids zur Schule gebracht habe, läuft bei mir schon das römische Radio. Ich bin ein großer AS Roma Fan.

Stadlpost: Zur Europameisterschaft: Wer ist dein Favorit?

Giovanni: Ich bin ein großer Italien-Fan. Unsere Truppe, die Italiener, sind klasse und eine sehr starke Mannschaft.

Ähnliche Beiträge