HitG'SCHICHT

„Fürstenfeld“ von STS – die Hymne an´s Heimweh

„I wüll wieder ham, fühl mi do so allan.….“ - spätestens jetzt steigt jeder Musikbegeisterte - wenigstens gedanklich - ein und singt das Lied bis zum Schluss mit. Selten hat sich ein Songtext so stark in den Köpfen der Menschheit eingeprägt. Dabei entstand der Hit - wie ach so oft - aus purem Zufall…

Es sind Liedzeilen die ein jeder mitsingen kann, Liedzeilen die die Pop Gruppe „STS“ aus der Steiermark zu Legenden gemacht haben, Zeilen die für viele Österreicher der Innbegriff von Heimat und Kultur geworden sind. 

Den Inhalt kennt nahezu ein Jeder. Ein Steirer versucht sich als Musiker in der großen Stadt Wien. Nachdem sein Traum wie eine Seifenblase zerplatzt und er nur mehr ein paar „Schilling“ in seinem Gitarrenkoffer übrig hat, spielt er in der Kärntnerstraße um Geld für die Heimfahrt, denn er ist zur Erkenntnis gekommen – 

„I brauch ka große Welt, i will ham nach Fürstenfeld“.

Live-version aus dem Jahr 1984

Dabei sollte das 5 Minuten 22 Sekunden lange Lied, das mit einem langen a capella Part beginnt, eigentlich nur als Lückenfüller für das damals geplante STS Album dienen. Aber alles zurück zum Anfang.

„Doch es is zum narrisch wern – Kana will mi singen hearn…“

1984 läuft es für das Trio rund um Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Helmut Röhrling alias Schiffkowitz geschäftlich nicht wirklich gut. Der Erfolg des ersten Albums bleibt aus, und man spielt mit dem Gedanken sich zu trennen.

Eine Plattenfirma die auf die Band durch ein Demo aufmerksam wird, entschließt sich den Musikern eine letze Chance zu geben und finanziert ihnen ein zweites Album. Für „Überdosis G´fühl“ sind zehn Titel geplant, als sich noch Platz findet entscheidet man sich die Platte mit einer Satire zu füllen.

Fürstenfeld“ soll es sein. Ein Lied das Schiffkowitz für den heimatverbundenen Günter Timischl schreibt, bzw. in den steirischen Dialekt umformt.

Das Original „With a Little Help“ wird nämlich bereits 1982 vom oststeirischen Musiker Josef Jandrisits komponiert.

1984: Schicksalhaftes Glücksjahr 

Wer hätte gedacht, dass sich gerade dieses Heimwehlied zum großen Durchbruchstitel von STS entwickelt.

14 Wochen lang ist man durchgehend Gast in den österreichischen Charts, darunter belegen STS 6 Wochen in Folge Platz 1, auch in Deutschland und der Schweiz begeistert das Lied im steirischen Dialekt Massen. 

Das Lied wird zur Hymne für Heimkehrer und Menschen die mit Heimweh in der großen weiten Welt unterwegs sind. Manch einer wird es auch schon aus Zorn angestimmt haben, wenn er sich mit dem Auto wieder mal durch Wiens Stadtverkehr gekämpft hat.

„Fürstenfeld“ wird damals auch zum ersten Wiesn-Hit des Münchner Oktoberfestes gekürt und hat seinen Status als Stimmungsgarant einer jeden Veranstaltung und bei alt oder jung nie verloren. 

Zudem hat das Lied die knapp 9000 Seelen Gemeinde Fürstenfeld zur Kultstadt erhoben. Unzählige Touristen wollen genau DEN Ort besuchen, nachdem sich der „oarme Steirerbua“ mit dem „grünen Röckerl“ so sehr sehnt.

Dem Austropop Trio „STS“ beschert der Hit über Jahrzehnte hinweg volle Konzerthallen. Man freut sich über 2,5 Millionen verkaufte Tonträger, erhält neben unzähligen Auszeichnungen auch Kultstatus im Musikbusiness.

2014 beschließen Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz nach 40 Jahren Bühnengeschichte, getrennte Wege zu gehen. 

Was bleibt und nicht nur sie, sondern eine riesige Fangemeinde ewig Verbindet ist ein großer, wenn nicht der größte Austropop Hit aller Zeiten.