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 Fritz von Die Edlseer: “Der Glaube ist meine Kraftquelle”

Dankbarkeit, Demut und Hochachtung für 25 Jahre musikalischen Erfolg.

Fritz Kristoferitsch, Bandleader der Edlseer, erfüllte sich mit dem Bau der HOAMAT-Kapelle einen lang gehegten Wunsch.

Fritz wurde als Kind von seinen Eltern Margarete und Fritz Kristoferitsch sehr religiös erzogen und war auch viele Jahre Ministrant. Gemeinsam mit Musikkollege Andreas besuchte er damals auch immer wieder Jung­scharlager.

Credit Fritz Kristoferitsch
EDLSEER-Chef Fritz ist stolz auf seine drei Söhne Michael (21), Nico (17) und Nachzügler Lorenz (4), die alle miteinander sehr musikalisch sind

Fritz erzählt, dass früher bei den größeren kirchlichen Festen, wie Ostern oder Weihnachten oft 25 bis 30 Ministranten und mehr bei den großen Prozessionen mit dabei waren. Das gibt es heute nicht mehr:

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Heuer am Heiligen Abend wird die Glocke in der HOAMAT-Kapelle läuten. Für die Dekoration und den Blumenschmuck sorgen immer Mutter Margareta und EDLSEER- Fan „Blumen Birgit“

„Wir haben das mit viel Leidenschaft gemacht und es war auch eine lustige Zeit.“ Natürlich hat er auch ab und zu den Weihrauchkessel geschwenkt, da er den Weihrauch so gerne gerochen hat. Und er versucht, auch seinen Kindern Michael (21), Nico (17) und dem Nachzügler Lorenz (4) das Gläubige weiterzugeben. Der Glaube ist ein sehr dehnbarer Begriff.

Homatkircherl Winter Montage

„Ich habe ja auch als Kind an das geglaubt, was ich heute machen darf. Wenn man nicht an das glaubt, was man erreichen möchte, ist die Chance nicht so groß, dass man es auch erreicht. Wenn man sich etwas in den Kopf setzt und 100 %ig dahintersteht, und eben an das glaubt, passiert ganz viel. Und es gibt auch Schutzpatrone, wie zum Beispiel den heiligen Antonius, wenn man etwas verliert, und Schutzengel, die auf dich achtgeben“, sagt Fritz. Das hat man erst kürzlich gesehen, als Musikkollege Andreas einen schweren Forstunfall hatte (STADLPOST berichtete). Er ist inzwischen Gott sei Dank auf dem Weg der Besserung.

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„Jo im Kircherl auf dem Schlossberg is mei Herz voll Dankbarkeit für mein Lebn und die wunderbare Zeit“ – so ein Titel der Edlseer. Und so erfüllte sich Fritz Kristoferitsch den Herzenswunsch, eine HOAMAT-Kapelle zu bauen und hat dafür alles selbst finanziert. Zuerst den Baugrund, der am Start des HOAMAT-Wanderweges steht, selbst erworben, und dann mit Freunden, darunter einem guten Tischler, einem Zimmerer, einem Maurer und jemandem für die Grabungsarbeiten das Kircherl geplant und auf einem kleinen Hügel im Ortsteil Edlsee erbaut und das “HOAMAT Kircherl am Schlossberg” getauft.

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Die Schlösser zeigen den Zusammenhalt mit den Fans. Vater Fritz und Sohn Nico sind auch ein gutes Team. Nico durfte schon früh auf der Bühne stehen und lernte vom Vater das Musikgeschäft von der Pike auf

Zum 25-jährigen Jubiläum wurde die HOAMAT-Kapelle Anfang Juli 2018 geweiht und dies im Anschluss mit einer dreitägigen Pilgerreise zu Fuß in den Wallfahrtsort Mariazell gefeiert. Am 1. Mai 2019 wurde das Herzstück der Kapelle, die Glocke, im Rahmen des 1. HOAMAT-Kapellenfestes in Birkfeld geweiht.

Für 25 Jahre Erfolg, ein unfallfreies Nachhausekommen von Auftritten ohne größere Zwischenfälle und als Symbol für all das Gute, was sie in diesen Jahren erfahren haben, errichtete Fritz diese HOAMAT-Kapelle. Sie soll die Menschen dazu anregen, sich in einer schnelllebigen und hektischen Zeit einen Augenblick der Besinnung und Ruhe zu gönnen und zur inneren Einkehr zu finden. Denn oft kann ein kleines Gebet Wunder wirken. Vor der HOAMAT-Kapelle wurde ein Zaun errichtet. Da können die Fans und Besucher ein Schloss anbringen. Als Zeichen der Zusammengehörigkeit und Verbundenheit. Und es macht Fritz sehr stolz, wie viele Menschen die letzten 2 Jahre gekommen sind und die HOAMAT-Kapelle besucht haben um ein paar Minuten Ruhe zu finden.

Fritz erzählt uns: “Es ist ja heuer das Jahr der Ruhe gewesen, oftmals schon zuviel Ruhe. Doch nach den musikalischen Spitzenzeiten der letzten Jahre, wo wir um die 200 Tage im Einsatz waren, tut es ab und zu wirklich gut, wenn man sich eine halbe Stunde auf ein Bankerl in die Kirche hineinsetzt oder eine Runde spazieren geht.”

Auf unsere Frage, wie die Erhaltung der HOAMAT Kapelle erfolgt, erzählt uns Fritz, dass er seiner Mutter Margareta sehr dankbar ist, dass sie sich gemeinsam mit treuen Fans von “Blumen Birgit” immer um die Dekorationen und Blumenpflege kümmert. Die Gemeinde hilft mit, dass immer das Gras gemäht und Wasser für die Blumenpflege vorhanden ist. Für die Erhaltung finanzieller Art sorgt Fritz. Wenn es Spenden gibt, werden auch diese für die Erhaltung verwendet. Es ist Fritz ein großes Anliegen, das die HOAMAT Kapelle und das Umfeld immer schön und ansprechend gestaltet ist. Sie steht ja am Start des EDLSEER Wanderweges, wo im nächsten Jahr zum 10-jährigen Jubiläum des Wanderweges geplant ist, dass ein “Troadkasten” , das war früher ein, in massiver Blockbauweise errichtetes Gebäude zur Aufbewahrung von Getreide und anderer wertvoller Güter des jeweiligen Bauernhofes, gebaut wird. Das wird dann die “EDLSEER Hütte”. Hier kann man dann ab und zu mit Freunden zusammensitzen, eine steirische Jause essen und diskutieren. Mit einem kleinen Holzofen, einem gemütlichen Jogltisch und einer gemütlichen Bauernstube. Wir sind heimatverbunden, genauso wie unsere Musik auch. Die Menschen schätzen das und schenken uns ihr Vertrauen.”

Zusammenhalt und Verbundenheit – das schätzt auch Sohn Nico in seiner Familie so sehr. Wenn Not am Mann ist, hilft die ganze Familie zusammen. Opa, Oma, Mama Silvia, Bruder Michael und die ganze Verwandtschaft. Auch wenn man sich an den Feiertagen trifft, findet er das schön. Man redet über alles, besonders, wenn man sich lange nicht gesehen hat. Er ist dankbar, dass er so aufwachsen durfte und auch Benehmen gelernt hat.

Da es Nico aufgefallen ist, dass viele Erwachsene, aber auch Jugendliche und Kinder den Zusammenhalt und die Gemeinsamkeiten in der Familie nicht so kennen, hat ihn dies dazu bewogen, den passenden Song „Wir hoitn zsom“ aufzunehmen. Dieser Titel soll alle Menschen motivieren, in diesen schweren Zeiten zusammenzuhalten.

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Fritz erzählt uns: “Im Moment gibt es wenig Berufszweige, die von der Krise so betroffen sind, wie die Künstler, Musiker und deren Team im Unterhaltungssektor. Viele Menschen belächeln unsere Branche und vergleichen sie mit Ballermann und Trinkgelagen. Das ist nicht in Ordnung. Das wir im Zeltfest Unterhaltung machen, ist klar. Aber es gibt auch Konzerte, wie Weihnachtskonzerte. Da geht’s ums Zuhören. 50 % ist die Musik und 50 % ist der Mensch. Es wird überall gefeiert, aber unsere Branche hat einen Stempel bekommen. Doch das Bodenständige gefällt den Menschen. Leider gibt es von Seiten der Regierung nach 9 Monaten noch keine Perspektiven, wie und wann es weitergeht. Wenn einen Tag im Radio keine Musik gespielt werden würde, würde man merken, was sie bewirkt. Musik beruhigt, macht gute Laune, hebt die Stimmung. Musik hat eine eigene Sprache, Musik erzeugt Emotion, schafft Fröhlichkeit und die heile Welt, die uns immer wieder nachgesagt wird. Wir sind ganz normale Menschen, wie alle anderen und wir durften bis jetzt Menschen erfreuen. Vom Kind bis zum Urgroßvater und vom Bauern bis zum Dipl. Ingenieur ist unser musikalischer Bogen gespannt.

Wir waren fleißig und sind dankbar und stolz auf das, was wir in 30 Jahren Bandgeschichte erreicht haben. Jetzt fehlt uns der Kontakt zu den Fans und zu den Veranstaltern. Wir freuen uns schon riesig auf die Zeit, wenn wir das machen dürfen, was wir immer gerne gemacht haben – mit unserer Musik die Menschen zu unterhalten. Wir dürfen in einem schönen Land leben, und der Rest wird sich ergeben. Irgendwann gibt es wieder Licht und irgendwann geht es weiter. Wichtig ist, dass alle gesund bleiben und das wir, wenn es wieder möglich ist, gemeinsam feiern und fröhlich sein dürfen.

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