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 Franz Posch: Sein „Absamer Boarischer“ hebt an zum Höhenflug!

Die Monate ohne Auftritte haben auch bei ihnen Spuren hinterlassen: Die Volksmusikanten aus Tirol griffen einfach spontan zu ihren Instrumenten – und so entstand aus reiner Spielfreude ein exzellentes Album.

Das Musizieren hat fast Suchtpotenzial. Wenn man diese Erfahrungen machen durfte, und das haben diese Musikanten bereits schon über Jahrzehnte, dann stellen sich in Zeiten wie diesen richtiggehend Entzugserscheinungen ein. So lief nach den ersten Lockerungen im Mai 2020 das Telefon von Franz Posch heiß, weil seine Bandkollegen unbedingt wieder zusammenkommen und musizieren wollten.

Auftritte waren nicht möglich, aber Roland Klingler, Harald Seiwald, Georg Nolf, Hannes Höpperger und Stefan Peer wollten ihrer Spielfreude einfach freien Lauf lassen. Gesagt, getan – und so haben sich die sechs Musiker der Innbrüggler immer wieder bei Franz Posch getroffen. Bei dieser Gelegenheit sind 16 neue Stücke entstanden. Genug Titel, um daraus eine CD unter den Namen „Hoch Tirol“ aufzunehmen. Übrigens die 12. im Laufe des 20-jährigen Bestehens der Innbrüggler.

Fotos Franz Posch Stadl BUA 4
Nicht ohne seine Innbrüggler: Unter der Leitung von Franz Posch tritt die sechsköpfige Tanzlmusi aus Hall seit 2003 auf

Viele der Musikstücke stammen aus der Feder von Franz Posch. Seit 1988, genauer seit 33 Jahren, moderiert er das ORF-Format „Mei liabste Weis“, seit Kurzem auch den Steirischen Harmonika-Wettbewerb. Und für eine dieser Sendungen schrieb Posch für den Auftritt einer Tanzlmusi-Formation den „Absamer Boarischen“. Da der Auftritt aber nicht zustande kam, nahm er den Titel mit seinen Innbrügg­lern selbst auf. Er spielt dabei das Flügelhorn. Und es gibt noch zwei ganz besondere Musikstücke auf dieser CD. Zum einen den „Olympiade Marsch“, ein wunderschöner Blasmusikklassiker. Franz Posch legt bei den Musikstücken großen Wert auf die tirolerische Spielweise.

Mit Harmonika Auf Der Hausbank
Bereits als Kind begeisterte ihn die Musik

Denn früher sind die Gruppen nicht so über die Landesgrenzen hinausgekommen. Deshalb haben sich spezielle Stile in der Spielweise entwickelt. Zum anderen das Stück „Fanfare Ciocarlia“ (Ciocarlia ist das rumänische Wort für den Singvogel Lerche). Es war ursprünglich ein Stück für Violine und wurde traditionell von Roma-Blaskapellen, also einer Balkan-Brassband, gespielt. Franz Posch erzählt mit einem Lächeln im Gesicht, dass er vor allem Musikant und nur ein „wenig Moderator“ sei. Die Innbrüggler sind allesamt Amateure und hauptberuflich anderweitig tätig. Sie spielen im ganzen Alpenraum, können aber auch Auftritte von Italien bis Dubai sowie im ORF-Fernsehen (Mei liabste Weis, Klingendes Österreich, Frühschoppen), beim Trachtenball in Grafenegg oder beim Ball der Wiener Philharmoniker vorweisen.

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