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Frank Farian lieh Boney M. seine Stimme

Bei Bühnenauftritten bewegte Bobby Farrell, der Tänzer der Gruppe, seine Lippen zu Farians Gesang.

Skandale und weltweite Bekanntheit: Frank Farian gründete erfolgreiche Gruppen wie Boney M. und Milli Vanilli. Heute (18. Juli) feiert er seinen 77. Geburtstag!

Frank Farian ist ein deutscher Musikproduzent, Komponist und Sänger. Seine Produktionen erhielten mehr als 800 Gold- und Platinauszeichnungen. Eigentlich arbeitete er als Koch, aber er entschloss sich, in die musikalische Richtung zu gehen. „Man kann Kochen und Produzieren in der Tat vergleichen: Die Zutaten müssen stimmen”, sagt er gegenüber spiegel.de. Seine Anfangsjahre in der Musik verbrachte er in Elversberg – er hatte im Dachgeschoss seiner Wohnung ein kleines Studio.

Die Schallplatten von Milli Vanilli waren bereits fertig, bevor die Band existierte

Seit Mitte der 1970er Jahre produziert Farian Popmusik. Von da an ging es bergauf. Er gründete weltweit erfolgreiche Gruppen wie Boney M. und Milli Vanilli. Milli Vanillis erste Schallplatten waren bereits fertig eingespielt, bevor die Band zusammengestellt war. 1990 kam dies an die Öffentlichkeit, und den beiden vermeintlichen Sängern wurde der Grammy aberkannt. „Als bei der Verleihung der Name Milli Vanilli fiel, wäre ich vor Scham am liebsten im Erdboden versunken. Mein erster Gedanke war: Um Gottes Willen, jetzt kriegen wir Probleme. Ich wusste, es würde auffliegen, dass Rob und Fab nie einen Ton gesungen hatten”, erzählt der Produzent in einem Interview mit .

Bereits bei Boney M. waren mit Liz Mitchell und Marcia Barrett nur zwei der vier Gruppenmitglieder an den Aufnahmen beteiligt gewesen. Die männliche Stimme kam von Farian selbst. Er war aber nie ein offizielles Mitglied und trat nicht als solches auf. Bei Bühnenauftritten bewegte Bobby Farrell, der Tänzer der Gruppe, seine Lippen zu Farians Stimme. „Bobby brauchte ich, weil der Song ja auch einen männlichen Gesangspart hatte. Er konnte null singen, aber meine Stimme gut imitieren.”

„Ich will niemanden hinters Licht führen”

Er wurde für Milli Vanilli stark kritisiert – und er hatte auch ein schlechtes Gewissen deswegen. „Ich habe mich ja für manches entschuldigt, aus den Erfahrungen gelernt und schon in den Neunzigern mit Acts wie La Bouche und No Mercy bewiesen, dass meine Sänger selbst singen können. Seitdem lasse ich nur noch exzellente Künstler in mein Studio. Ich will niemanden hinters Licht führen”, sagt er gegenüber spiegel.de.

Farians produktive Zeit als Komponist und Musikproduzent begann mit dem Duo Les Copains und erreichte ihren Höhepunkt mit Boney M. Er erwarb ein Anwesen mit Wohnhäusern, Schwimmbecken und einem Studio in Rosbach vor der Höhe, das er bis heute nutzt.

Große musikalische Erfolge zeichnen sein Leben aus

Die größten Erfolge als Produzent hatte Frank Farian mit der Single Rivers of Babylon (ein Cover der jamaikanischen Band The Melodians) und mit dem Album Nightflight to Venus von Boney M. Die Band schaffte es, international bekannt zu werden.

Aber auch abseits von Boney M. und Milli Vanilli machte sich Frank Farian bekannt: Gemeinsam mit Bobby Kimball, David Paich und Steve Lukather von der US-Band Toto sowie der Schlagzeuger Curt Cress und Leslie Mandoki wurde das Projekt Far Corporation gegründet. Sie spielten Rockklassiker, wie Stairway to Heaven von Led Zeppelin, Sebastian von Cockney Rebel und Mother and Child Reunion von Paul Simon ein. Stairway to Heaven war dabei mit dem achten Platz in der britischen Hitparade (1985) der größte Erfolg.

Außerdem war er auch Schlagersänger! Mit seinem Hit „Rocky” wurde er bekannt in der Szene: „Ich war Dauergast in der ZDF Hitparade und Ilja Richters “Disco”. Aber nach 15 Jahren hatte ich genug von der Bühne. Die Chefs meines Musikverlags Hansa in Berlin ermutigten mich, ins Produzentenfach umzusteigen.”

Sein Musical Daddy Cool begeisterte zahlreiche Menschen

Im September 2006 hatte in London das Musical Daddy Cool Premiere, in dem Farian nicht nur viele Hits von Boney M. einbrachte, sondern auch von Milli Vanilli und Eruption. Im Frühjahr 2007 kam Daddy Cool auch nach Berlin. Danach arbeitete er an dem Projekt Daddy Cool Kids, bei dem auch seine Tochter mitsingt.

Noch bis ins Jahr 2017 wurde das Musical Daddy Cool aufgeführt. Ob und wann das Musical wieder auf Tour ist, ist derzeit nicht bekannt.

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