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Ehrenbürgerwürde der Stadt Baden-Baden für Tony Marshall!

Tony Marshall wurde am vergangenen Freitag (11.05.2018) die Ehrenbürgerwürde der Stadt Baden-Baden zuerkannt. Der 80-jährige „Fröhlichmacher der Nation“ nahm den Ehrenbürgerbrief aus den Händen von Oberbürgermeisterin Margret Mergen persönlich entgegen.

STADLPOST liegt der Original-Wortlaut vor …:

Ehrenbürgerbrief

Der Gemeinderat der Stadt Baden-Baden verleiht
Herrn Tony Marshall
in Würdigung seiner vielfältigen Verdienste als musikalischer
Brückenbauer das Ehrenbürgerrecht
Baden-Baden, im Mai 2018 Die Oberbürgermeisterin
Margret Mergen

Neben der feierlichen Übergabe der Ehrenbürgerurkunde erklang am Freitagvormittag im Alten Ratssaal im Rathaus Baden-Baden natürlich auch Musik. So wurde die Zeremonie mit dem Tony Marshall Titel „In Baden-Baden bin ich geboren“ (1973 die B-Seite von „Onkel Golle“) eingespielt. Nach der Begrüßung, Laudadio und Ehrung durch Oberbürgermeisterin Margret Mergen erwiesen die „Geschwister Marshall“ (Marc, Pascal und Stella Marshall) ihrem Vater die Ehre. Und selbstverständlich griff „Der Fröhlichmacher der Nation“ auch selbst zum Mikrofon.

Tony Marshall zeigte sich sichtlich gerührt über die Verleihung der Ehrenbürgerwürde: „Zu Beginn der Veranstaltung dachte ich einen Augenblick ich wäre in Hollywood bei der Oscar-Verleihung oder in Berlin bei der Berlinale oder in Cannes bei den Filmfestspielen. Das reicht alles nicht um das zu ersetzen, was ich hier an Zuneigung und an Liebe durch meine Familie und die wunderbaren Worte erfahren durfte.

Es erscheint mir sowieso, als hätte Fortuna alles über mich geschüttet, was sie zur Verfügung hat. So viel Glück kann man in einem Leben eigentlich gar nicht erfahren und schon gar nicht ertragen. Und jetzt – mit 80 Jahren – dies alles noch miterleben zu dürfen, die wunderbare Ehrung, die Sie mir zuteil haben werden lassen, das haut auch den Tony um.

Gefühle habe ich immer schon gehabt, sie auch in der Musik gelebt. Und Freundschaften bin ich auch oft eingegangen. Manchmal hat das nicht so richtig geklappt. Aber wenn ich jetzt hier so in den Kreis schaue, muss ich sagen: Auch das schätze ich und das macht mich sehr, sehr glücklich. Trotz 2 1/2-jähriger Alkoholabstinenz werde ich heute ein Glas Champagner trinken.

Je älter ich werde, desto mehr Zeit habe ich um zu lachen – und das ist eigentlich die beste Medizin für uns alle.“

Tony Marshall bedankte sich insbesondere auch bei Herbert Nold, seinem langjährigen Manager. „Diese 44 Jahre gehören schon längst ins Guinness Buch der Rekorde.“ Aus gesundheitlichen Gründen habe sich Nold 2013 zurückgezogen. „Ich habe mich noch topfit gefühlt“. Doch einen Herbert Nold könne niemand auch nur im Ansatz ersetzen: „Seitdem habe ich vier Manager verschlissen, die allesamt nichts taugten.“

Einen ganz besonderen Dank zollte der 80-jährige Entertainer auch seiner Frau Gabriele, „die mir jetzt schon 65 Jahre an der Seite steht – trotz der Berg- und Talfahrten, die es in jeder Ehe gibt. Das ist in meinem Beruf ziemlich einmalig“, sagte er. „Die ersten Jahre war ich so was von schüchtern“, führte er weiter aus und erinnerte sich, wie er – sich auf einer alten Zither begleitend – im Hausflur seiner Holden gesungen habe “Gabriela, Gabriela, was hast du aus mir gemacht?“. Doch damit nicht genug: „Ich habe ihr eine Schachtel Pralinen auf den Briefkasten gelegt und dann mit dem Deckel des Briefkastens richtig schön Radau gemacht, damit sie es auch hört.“ Dann jedoch habe er sich verdrückt, weil: „Ich hatte den Mut nicht, dieser Frau zu begegnen.“

Der neue Ehrenbürgerwürdeträger der Stadt Baden-Baden bewies in seiner aus dem Stehgreif vorgetragenen Dankesrede aber auch, dass er seinen spitzbübischen Humor und seine Verschmitztheit nicht verloren hat: „Da ist auch noch ein Wunsch, den ich habe. Ob er sich erfüllen lässt …? – Ich habe keine Ahnung, aber können Sie sich vorstellen: eine Städte-Partnerschaft mit Bora Bora? Bora Bora – Baden-Baden !!!“

Doch Tony Marshall sprach auch einige nachdenkliche Worte: „Ich habe überhaupt keine Ahnung von Politik. Ich weiß nur, dass es viel Unrecht gibt in unserer Welt. Seit es uns Menschen, den Homo Sapiens gibt, haben wir Kriege und es scheint, als würde das ewig so weitergehen. Ich kann es nicht ändern; die, die hier im Saal sitzen, nicht. Die Macht haben wir nicht. Und das, was mich am meisten stört, ist meine Ohnmacht.“

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