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 Die Shows von Carmen Nebel: Es geht immer um die großen Gefühle!

Die Fans hofften bis zuletzt. Doch nach 18 Jahren „Willkommen bei Carmen Nebel“ geht eine große Ära der Samstagabend-Unterhaltung zu Ende. Leider auch diesmal ohne Publikum, wie die Moderatorin bedauert

Carmen Nebel weiß, wie man mit Weltstars umgeht und was das Publikum erwartet. 18 Jahre sorgte die in Grimma geborene Moderatorin mit ihrer eigener Show-Reihe für große Momente am Samstagabend. Es wurde gelacht und geweint. Gäste wie Andy Borg, Matze Knop und viele andere Künstler*innen machten die Show zu einem großen Spaß.

Es gab auch viele bewegende Begegnungen, wie etwa bei der „Gala zu Gunsten der Deutschen Krebshilfe“ am 14.09.2019 in der TUI Arena Hannover: Leukämie-Patientin Katrin erzählte ihre tragische Geschichte und berichtete vom Wunder ihrer Rettung. Carmen Nebel engagiert sich für den Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg: „Ich hatte Anfang der 90er-Jahre im Rahmen einer TV-Show eine Begegnung mit Kindern, die eine Krebstherapie hinter sich hatten. Seither habe ich das Band nie abreißen lassen. Der Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg liegt mir sehr am Herzen. Ich warte darauf, dass ich die Kinder dort endlich wieder besuchen kann.“

Stadlpost: Vor drei Tagen endete die Ära Ihrer Show-Reihe „Willkommen bei Carmen Nebel“. Inwieweit konnten Sie schon loslassen?

Carmen Nebel: Das langsame Loslassen hat schon vor vielen Monaten begonnen, das passiert nicht in der letzten Show. Im Moment ist das natürlich alles noch sehr präsent …, immerhin waren es 18 tolle Jahre und ich hatte das Glück, das überhaupt zu erleben. Aber die Zeit, hier jetzt einen Punkt zu setzen, ist richtig.

Stadlpost: Was war Ihnen bei den Sendungen immer besonders wichtig: Die Emotionen? Die Musik? Die Unterhaltung?

Carmen Nebel: Na, am besten das volle Programm!

Stadlpost: Welcher Ihrer Gäste hat Sie ganz besonders beeindruckt?

Carmen Nebel: Ach, unzählige! Ehrlich. Ich habe Künstler treffen können, von denen ich nie dachte, dass ich die mal aus der Nähe sehe, beziehungsweise dass die sogar den Fuß in meine Show setzen. Vergessen Sie dabei nicht, ich habe immer noch die längste Zeit meines Lebens in der DDR verbracht. Es ist für mich also alles andere als selbstverständlich, dass ich ein Bild habe, das Chris Rea für mich gemalt hat, oder dass Albert Hammond mir per WhatsApp schreibt.

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LACHEN: Matze Knop und Andy Borg sorgten 2019 für jede Menge Lacher in der Show

Stadlpost: Wie unterhält man sich mit einem Weltstar? Gab es in den Shows auch mal schwierige Kandidaten oder Enttäuschungen?

Carmen Nebel: Je „kapriziöser“ ein Künstler zu sein schien, umso mehr habe ich gedacht, na, das werden wir erst mal sehen! Ich war dabei einigermaßen unerschrocken. Und es waren dann auch immer erstaunlich angenehme und charmante Begegnungen. Man muss Gäste so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. Aber in der Tat fallen mir zwei ein, die mich doch mit einer gewissen Lustlosigkeit, mit der sie auf der Bühne standen, überrascht haben. Aber das waren wirklich Ausnahmen …

Stadlpost: Pleiten, Pech und Pannen – gab es das auch bei Ihnen?

Carmen Nebel: Das bin ich oft gefragt worden, aber mit dergleichen kann ich leider nicht aufwarten.

Stadlpost: Welchen noch lebenden internationalen Star hätten Sie gerne einmal in Ihrer Show gehabt?

Carmen Nebel: Da gibt es sicher einige. Rod Stewart zum Beispiel hatte ich mal in einer anderen Sendung zu Gast, den hätte ich auch sehr gerne in meiner eigenen Show begrüßt.

Stadlpost: Könnten Sie sich grundsätzlich eine Rückkehr zum MDR- Fernsehen vorstellen oder bleiben Sie weiterhin exklusiv beim ZDF?

Carmen Nebel: Ich habe immer gerne für den MDR gearbeitet, er war ja in mehrfacher Hinsicht mein Heimat­sender. Als ich 2004 zum ZDF wechselte, hatte ich eine Vereinbarung mit dem ZDF, die das auch weiterhin möglich gemacht hätte.

Stadlpost: Ihre erste Moderation hatten Sie an einem Freitag, den 13. – demnach sind Sie wohl eher nicht abergläubisch, oder?

Carmen Nebel: Nein, ich bin weder abergläubisch, noch habe ich einen Talisman. Aber dafür liebe ich Rituale und halte unbedingt an ihnen fest. Zum Beispiel wohne ich während einer Produktion nie zu Hause, sondern immer im Hotel, auch in Berlin, obwohl ich da lebe. Gewohnte Abläufe und vertraute Menschen in meiner Nähe geben mir zudem ein gutes Gefühl. Und kurz vor der Sendung möchte ich ein paar Minuten allein sein.

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