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 Das ganz persönliche Interview: René Kollo

Er ist als „Heldentenor“ in die internationale Operngeschichte eingegangen.

Doch auch der leichten Muse war René Kollo (bürgerlich: René Viktor Kollodzieyski) immer zugetan: „Bevor ich ,Hello, Mary Lou‘ sang, war ich Mr. Nobody“, sagt René Kollo rückblickend.

„Doch dann lächelte die ,Mary Lou‘ mich an und alles wurde anders: Ich konnte mir ein Auto leisten und eine schöne Wohnung – hätte ich das ohne die bezaubernde ,Mary Lou‘ gekonnt? Sie hat mich damals an die Hand genommen und in die Welt hinausgeschubst. Jetzt, nach 50 Jahren Weltkarriere, will ich den Kreis schließen und mich bei ihr bedanken für ein unglaubliches, anstrengendes, aber wunderbares Leben.“

Seine ungemeine Vielseitigkeit erklärt René Kollo mit dem Schriftsteller Jean Cocteau (1889–1963): „Ich lebe auf einem Baum. Und auf diesem Baum springe ich von Ast zu Ast. Aber es ist immer derselbe Baum. Und da springe ich mal da hin und mal da hin, weil es mich interessiert.“ Seine Zukunftswünsche sind überaus bescheiden: „Ich träume davon, dass ich gesund bleibe und dass mir noch ein paar Jahre bleiben.“ An Ruhestand denkt der 82-Jährige nicht.

„Ich bin 60 Jahre dabei – da kann man nicht einfach den Rentner spielen. Ich will weiter Leuten gute Konzerte geben und sie gut unterhalten“, so der 82-Jährige. Als DEN Ritterschlag bezeichnete er die Adelung durch Herbert von Karajan, der einst, als er „Die Meistersinger von Nürnberg“ inszenierte, sagte: „Das ist der Stolzing, auf den ich 40 Jahre gewartet habe!“

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René Kollo 1966 mit seinem Vater Willi Kollo (1904–1988)

1 Am liebsten höre ich … gute Musik.

2 Mein größter Erfolg … waren meine Auftritte in Bayreuth und die Zusammenarbeit mit Herbert von Karajan.

3 Das gibt mir Energie … Energie hat mir meine Mutter gegeben und natürlich die Musik.

4 Typisch „Berlinerisch“ an mir ist … dass ich in Berlin geboren wurde.

5 Mein Vater & Großvater waren / ist für mich … waren in den 1910er- bis 1940er-Jahren ein Synonym für Berliner Musik und ich habe immer wieder unvergessliche Melodien aus ihren Stücken gesungen.

6 Meine größte Stärke ist … immer wieder durchzuhalten.

7 Meine größte Schwäche ist … dass ich keine Geduld habe.

8 Ein unerfüllter Traum von mir … den Hoffmann in „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach zu singen.

9 Die wichtigste musikalische Begegnung in meinem Leben war … in jedem Fall Herbert von Karajan.

10 Die ständige Unterteilung in U- und E-Musik finde ich  … dämlich, weil es sie gar nicht gibt. So wie es Leonard Bernstein schon sagte: „Es gibt nur gute und schlechte Musik.“

Rene Kollo "Meine große Liebe"

CD-TIPP: Mit „Meine große Liebe“ kehrt der „Heldentenor“ zu seinen Wurzeln zurück, die er nie verleugnet hat: dem Schlager. Diese CD ist kein gewöhnliches Album – diese CD ist ein Ereignis und ein Erlebnis. Bravo!!! (TELAMO)

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