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Bernhard Brink: Der Schlager hat mich reich beschenkt

Brink über „Lieben und leben“: „Für mich ist es das gelungenste und zufriedenstellendste Album, das ich je gemacht habe. Ich weiß, es sagen alle, dass das aktuelle Album das beste sei – es ist aber wirklich richtig gut geworden. Das hohe Niveau der letzten Alben, die auch gut waren, haben wir absolut halten können.“

Auf seinem neuen Album singt er Klassiker von Freddy Quinn oder Karel Gott – eine Verbeugung vor den ganz Großen.

Stadlpost: Lieber Bernhard, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu Platz eins der Radio-Charts „Deutschland Konservativ Pop“ – diesmal mit „Lieben und leben“, dem Titelsong deines neuen Albums.

Bernhard Brink: Ja, das freut mich sehr! Wir haben uns bewusst für einen sehr emotionalen Titel entschieden, der hoffentlich vielen Menschen aus dem Herzen spricht. Wir alle leben in einer besonderen Situation mit vielen Einschränkungen. Da ist es wichtig, dass wir gerade in unserem privaten Umfeld tolerant sind und uns gegenseitig stützen.

Stadlpost: Du bist auch einer der großen Veteranen der „ZDF-Hitparaden“-Zeit. Fühlst du dich bisweilen eher „retro“?

Bernhard Brink: Ich stehe ja schon mehr für die Konstante. Ich habe nie DEN ganz großen Hit gehabt, der mich getragen hat, wie das bei vielen anderen der Fall war. Geschadet hat mir das nicht – im Gegenteil: Bei allen drei Moderatoren der ZDF-Hitparade, bei UWE HÜBNER, bei VICTOR WORMS und natürlich besonders bei DIETER THOMAS HECK war ich immer konstant dabei. Diese Konstanz hat mich seit nunmehr fast fünf Jahrzehnten geprägt.

Stadlpost: Dieter Bohlen ist ja momentan quasi arbeitslos. Würdest du ihn wieder als Fahrer einstellen?

Bernhard Brink: (lacht) Das wäre ein schöner Gag. Dieter ist bei mir immer willkommen. Am liebsten würde ich gerne mal wieder mit ihm Tennis spielen. Wenn er sagen würde, dass er nach Berlin kommt, bin ich sofort für ein Match mit ihm da oder ich komme nach Hamburg. Wir haben ja nie Streit gehabt. Es war einfach so, dass er im ersten Buch geschrieben hat, dass er der Fahrer von BERNHARD BRINK war. Damals hat er sich gefreut, dass ich ein paar alte Demos von ihm veröffentlicht habe und als Gag das Hörbuch „Bohlen, mein Fahrer“ gemacht habe. Das war ein Gag, der nicht böse gemeint war. Er hat ja eine Riesenkarriere hingelegt, darüber müssen wir nicht reden. Trotzdem gibt es für jeden auch mal einen Rückschlag. Den hat er nun gekriegt, das ist das Leben.

BMC BernhardBrink Homestory 013
Frauenflüsterer Brinkie mit Ehefrau Ute. „Ich coverte schon in den 70ern Lieder von Frauen wie Suzi Quatro, das war schon recht mutig“, so der Schlagersänger

Stadlpost: Welche Vorteile hat es, älter zu werden – einerseits als Künstler, andererseits als Mensch?

Bernhard Brink: Was nicht so schön ist, wenn die Knie beim Tennisspielen wehtun, das ist natürlich dem Alter geschuldet. Körperlich und stimmlich bin ich noch recht fit – aber zweifelsohne ist Altwerden auch eine Mutprobe. Aber es ist ja nun einmal nicht zu ändern. Das war in meinen jungen Jahren ja auch nicht anders – da waren Leute wie REX GILDO die Stars, die begannen, älter zu werden. Damals war ich bei den Älteren der Jüngste, jetzt bin ich einer derjenigen, der von den Älteren noch da ist. Das ändert sich natürlich alles. Man wird natürlich etwas abgeklärter und nimmt einige Dinge auch nicht mehr ganz so ernst. Wir sind alle ersetzbar, wir sind alle austauschbar. Das muss sich jeder klarmachen – ob Moderator, Fernsehstar, Schauspieler, Sänger – es geht auch ohne uns immer weiter.

Stadlpost: Was sagst du zu Ramon Roselly? Könnte er so etwas wie der „Zauberlehrling“ von Bernhard Brink werden?

Bernhard Brink: Den RAMON finde ich klasse. Das ist ein feiner, netter Kerl. Ich bedaure ihn etwas, dass er gerade in dieser Pandemiezeit groß geworden ist. Wobei er ja gar nicht weiß, was er verpasst, weil er ja bislang pandemiebedingt nicht vor großem Publikum singen konnte. Alle anderen wissen es ja, was auch finanziell da gerade verloren geht. Das geht ja schon ein Jahr so. Jetzt gibt es ja schon den nächsten DSDS-Gewinner. RAMON ist in den Schlager gegangen und hat da eine tolle Chance, genauso wie unsere süße BEATRICE EGLI in diesem Genre Fuß zu fassen. Die Idee, den PETER-ALEXANDER-Klassiker „Komm und bedien dich“ neu aufzunehmen, finde ich klasse. Er kann das. Er hat ein Schlagerherz. Ich drücke ihm alle Daumen, er hat eine gute Chance, einen guten Platz im Schlager einzunehmen.

Stadlpost: Welches schönste Geschenk hat der Schlager dir gemacht?

Bernhard Brink: Er hat mir das Geschenk gemacht, dass ich ein Hobby zum Beruf machen durfte. Dass ich es so lange machen durfte bislang und auch weitermachen darf – sogar bis an mein Lebensende!

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