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 Andy Borg: Ich musste nie erwachsen werden …

Exklusiv-Interview: Er entführt uns in seine Welt der Fantasie!

Weil seine Frau Birgit ihm alles Bürokratische abnimmt, bleibt für ihn genug Muße zum Träumen. Auf seinem neuen Album reist Andy mit uns in die Zeit der Kindheit und wird zum musikalischen Märchenerzähler.

 Stadlpost:  Lieber Andy Borg, endlich wieder ein neues Album! Und dann auch noch so ein schönes Thema! Welche Märchenfigur wolltest du als Kind sein?

 Andy Borg:  Der Frosch! Der wurde immer geküsst und … wurde dann zu einem schönen Prinzen (lacht). 

 Stadlpost:  Und bei welcher Geschichte bekamst du immer große Augen und konntest nicht genug davon bekommen?

 Andy Borg:  Bei dem Grimm-Märchen Rapunzel! Aber nur bei der Version von meiner Mutter, von der ich meine Krea­tivität habe. Sie hat das Drumherum immer so super ausgeschmückt. In der heutigen Zeit und in meinem Repertoire heißt Rapunzel „Sarah“ (lacht).

 Stadlpost:  Wie hast du es geschafft, dir etwas von dieser kindlichen Freude an Geschichten und diese bis heute sprudelnde Quelle der Fantasie zu bewahren?

 Andy Borg:  Ich musste nie erwachsen werden. Na ja, a bisserl vielleicht. Aber dadurch, dass meine Frau mir viel, sehr viel von der Bürokratie des Lebens abnimmt, kann ich in Träumen und Fantasien „planschen“. Und diese Freiheit und unbeschwerte Freude dann auf der Bühne vor Publikum ausleben zu können, und dann auch noch ein so positives Feedback zu bekommen – ja, das ist einfach märchenhaft!

 Stadlpost:  Und welches ist denn dein Lieblingsmärchen?

 Andy Borg:  Die von James Cameron verfilmte Geschichte von „Avatar“.

 Stadlpost:  Du hast auf dem neuen Album auch Titel von dir, die bislang eher im Dornröschenschlaf lagen, zu neuem Leben erweckt …

 Andy Borg:  Wenn wir unterwegs sind in der Welt, war bisher ja immer Publikum dabei. Und die Konzertbesucher*innen haben am Autogrammstand immer wieder gefragt: „Warum singen Sie dieses Lied denn nicht in Ihrem Live-Programm?“ Wenn ich das dann zum zweiten oder dritten Mal höre, sage ich zu meiner Birgit, die immer neben mir steht: „Schreib bitte auf: Titel ,Goldene Berge‘.“ Auf diese Weise kristallisieren sich immer wieder Lieder heraus.

 Stadlpost:  „Lass mi net untergeh’n“ ist auch so ein Titel? 

 Andy Borg:  Ja. Dieses Lied aus dem Jahr 2006 feiert jetzt auf dem aktuellen Album ein Revival. Weil es den Leuten so gut gefällt, musste es einfach mit aufs Album. Denn im Märchen werden die größten Wünsche wahr. Dieses Lied hat zwanzig Jahre lang jeden Abend einfach dazugehört, wenn es nicht sogar der Höhepunkt war. Wenn man live mit Publikum arbeitet, ist dieser Titel der Hammer. Deswegen habe ich mich gefreut, dass auch dieser Song auf der Wunschliste meines Publikums stand. Dass sich die Leute daran erinnern und ihnen aufgefallen ist: „Das hört man ja gar nicht mehr.“ So etwas macht einen zum einen stolz und zum anderen zaubert es mir ein Lächeln ins Gesicht, weil ich denke: Schau, haben sie es doch nicht vergessen. Dazu gesellt sich auch noch die Tatsache, dass dieses Lied auf meinem allerersten Album drauf war. Das ist schon lange her. Und „Lass mi net untergeh‘n“ ist zudem auch das Lieblingslied meiner Frau.

Eine Liebe wie im Märchen: Am 30. Juli feierten Andy und seine Birgit 21. Hochzeitstag: „Ich bin der Romantiker in unserer Ehe“, sagt Andy

 Stadlpost:  Ist deine Birgit denn auch so romantisch wie du?

 Andy Borg:  Bei uns daheim bin ich der große Romantiker. Mir fällt immer wieder etwas Neues ein. Wenn ich zum Beispiel die Blätter auf der Terrasse zusammenkehre, forme ich aus einigen ein Herz und lasse es für sie so liegen. Als ich das zum ersten Mal gemacht habe, sagte sie nur „Du hast draußen vergessen, etwas wegzufegen“ (lacht). Oder ich lasse beim Mähen im Rasen ein Herzerl stehen. Als Botschaft für sie und Blütenfutter für die Schmetterlinge.  

 Stadlpost:  Du hast ja das große Glück, dass deine Eltern sich noch bester Gesundheit erfreuen. Dafür bist du sicher dankbar?

 Andy Borg:  Ja, Eltern! Da gibt es kein anderes Wort dafür als „Glück“. Für mich ist es ein großes Geschenk. Auch wenn wir geografisch auseinander wohnen. Eltern gibt’s eben nur einmal. Es macht mich wirklich sehr glücklich, dass sie auch die Zugabe mit „Schlager-Spaß“ noch mitbekommen und dass es mit dem Abschied vom „Musikantenstadl“ nicht zu Ende war.

 Stadlpost:  Nun steht ja in diesem Jahr noch ein runder Geburtstag an …

 Andy Borg:  Du meinst den
60. Geburtstag von Patrick Lindner? Den Rest überhöre ich … Nein, ich mache mir einen Spaß daraus. Und ich will nicht darüber reden. Birgit und ich haben es nicht so mit Geburtstagen und dann noch diesen runden Geburtstagen. Wir fassen an Silvester auch keine guten Vorsätze fürs nächste Jahr. Ich freue mich, wenn die Leute Anteilnahme zeigen, weil ihnen etwas am Herzen liegt. Aber für mich selbst spielt so ein Geburtstag keine bedeutende Rolle.

 Stadlpost:  Du holst mit deinem „Schlager-Spaß“ ja regelmäßig am als schwierig geltenden Samstagabend Top-Quoten. Inwieweit ist das für dich auch eine innere Genugtuung?

 Andy Borg:  Genugtuung setzt ja voraus, dass ich vorher zornig oder grantig gewesen wäre. Ich bin so was von stolz darauf und freue mich darüber. Gar nicht mal nur für mich selbst, auch fürs Publikum freue ich mich. Und für die Menschen, die sich getraut haben, den „Schlager-Spaß“ zu produzieren. All diese Menschen werden durch diese Quote wertgeschätzt. Und wer erweckt in uns allen dieses Glücksgefühl? Die Zuschauerinnen und Zuschauer, die mir nach der Stadlzeit gesagt und geschrieben haben „Wenn eine Türe zufällt, geht eine andere auf“. Genau diese Menschen sind das. Genugtuung ist es wirklich nicht, was ich empfinde. Es ist einfach pures Glück!

 Stadlpost:  Noch eine Frage zum Schluss: Wäre es nicht auch mal eine Idee, selbst ein Märchen- oder Kinderbuch zu schreiben?

 Andy Borg:  Nein! Das überlasse ich wirklich lieber anderen. Ganz getreu dem Motto: „Schuster, bleib bei deinem Gesang.“

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CD-TIPP: „Es war einmal“ … ein Musiker, der Märchen über alles liebt. Andy Borg hat aus seiner Passion ein ganzes Album gemacht. Märchenhafter Schlager für die Ohren! (MCP)

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