Stadl+STAR InterviewsWeihnachten

 Andreas Gabalier: „Das Herzerl muss noch ein bisschen warten“

Der Superstar über Kindheitserinnerungen, Familienfeste und die Liebe - An Weihnachten wird Andreas zum Traditionalisten: Gebäck, Kerzenschein und Geschenke gehören unbedingt dazu!

Alle sind im Vorweihnachtsmodus. Auch der wilde Musik-Rebell aus den steirischen Bergen wird in der Adventszeit zum Softie. Holt’s die Schneuzerl raus – der Meister redet über Besinnlichkeit und Gefühle!

Stadlpost: Andreas, wer oder was hat dich zu deinem ersten Volks-Rock’n’- Roll-Christmas-Album inspiriert?
Andreas Gabalier: Es war mir schon lange ein Anliegen, ein Christmas-Album aufzunehmen. Es fehlte in den vergangenen Jahren bloß immer die Zeit. Ich höre selten Radio und genieße es zur Weihnachtszeit besonders, dass überall so viele unterschiedliche Weihnachtslieder gespielt werden. Das war meine Inspiration. Und deswegen war es eine Herzensangelegenheit, meine 15 Weihnachts-Favourites neu aufzunehmen und eine Volks-Rock’n’Roll Christmas-Platte für euch zu produzieren.

20170422 PD9463 HR
Seit dem Liebes-Aus mit Silvia Schneider wandelt der Musiker auf Solopfaden. Aber er hat eh so wenig Zeit für Privates

Stadlpost: Du singst auch amerikanische Christmas-Klassiker wie „Here comes Santa Claus“ oder österreichisches Liedgut wie „S’mag net hell werd’n“ …
Andreas Gabalier: Die Challenge an diesem Album, das ja vorwiegend aus Coversongs besteht, lag darin, den Nummern meine persönliche Note zu verleihen und ihnen gleichzeitig ihren zeitlosen Charakter zu lassen. Sodass man sich die Platte vielleicht auch noch in 100 Jahren anhören wird. Ich hatte auch einfach großen Respekt vor diesen Songs. Damit mein Englisch in den amerikanischen Liedern nicht steirisch klingt, bekam ich sogar Unterricht bei einem amerikanischen Vocalcoach, das hat wahnsinnig Spaß gemacht.

Stadlpost: Welche Emotionen verbindest du mit Weihnachten?
Andreas Gabalier: Da ist zum einen eine große Fröhlichkeit in mir, denn der Dezember ist die Zeit, um mit meinen Freunden durch die weihnachtlich geschmückte Grazer Innenstadt zu ziehen, die Stimmung aufzusaugen und mit einem Punsch gemütlich anzustoßen. Außerdem bringt Weihnachten für mich immer ein Gefühl von Zufriedenheit mit sich, weil man das Jahr nach getaner Arbeit im Kreis der Familie ausklingen lassen kann. Und dann ist Weihnachten für mich bei all der Freude und all den Erfolgen auch eine traurige Zeit, in der ich besonders viel an meine kleine Schwester denke, die nicht mehr da ist, und an den Papa.

Stadlpost: Hast du eine Lieblingserinnerung aus deiner Kindheit?
Andreas Gabalier: Damals war ich sieben und wünschte mir sehnlichst ein Piratenschiff von Lego. In das Kuvert mit meinem Brief ans Christkind habe ich deshalb auch gleich das Geld von meinem Geburtstag gepackt, das fürs Sparbuch gedacht war. Ich war wahnsinnig gespannt – und dann lag an Heiligabend tatsächlich das große Barracuda-Piratenschiff unter dem Christbaum (lacht)!

Stadlpost: Welche Weihnachtstradition möchtest du weitergeben, wenn du selbst einmal Kinder hast?
Andreas Gabalier: Für den Fall, dass ich einmal eine Familie haben sollte, würde es dasselbe Gericht, das es auch immer bei uns zu Hause gibt: Fondue, bei dem man stundenlang beisammen sitzt. Der Topf mit der Suppe und dem Fleisch wurde bei uns früher am 25. Dezember noch mal aufgewärmt. Das Schöne bei diesem Essen ist auch, dass die Mamas, Tanten und Omas nicht so viel Arbeit haben. Als wir klein waren, durften wir tagelang nicht ins Wohnzimmer, weil dort ja das Christkind den Christbaum hinbringt. Erst wenn es an Heiligabend das Glöckchen läutete, ging die Tür wieder auf. Das hat es unglaublich aufregend gemacht! Das würde ich auch beibehalten.

Stadlpost: Wie werden deine Weihnachtsfeiertage 2020?
Andreas Gabalier: Bei uns wird es eher eine „Stille Nacht“ voller Traditionen und Emotionen, aber kombiniert mit lustigen Momenten und Feierstimmung. Weihnachten ist in meiner Familie immer ein großes Fest mit der ganzen Verwandtschaft und vielen Nachbarn. Mal sehen, in welchem Rahmen das aufgrund der Corona-Situation dieses Jahr möglich ist. Wir waren nie allein an den Feiertagen, auch nicht, als wir unseren Vater und meine kleine Schwester verloren haben. Ich bin froh und dankbar dafür, dass Onkel, Tanten, Cou­sins und Nachbarn damals bei uns waren, um uns in der schweren Zeit trotzdem ein Weihnachtsfest zu bereiten.

Stadlpost: Die Pandemie hat viele Menschen zum Alleinsein gezwungen. Wie war das für dich?
Andreas Gabalier: Es gab ein paar wenige einsame Momente, in denen ich mich mit Sport abgelenkt habe. Und man mag es kaum glauben: Obwohl während des Lockdowns so viel Zeit fürs Arbeiten war, ist das Christmas-Album erst mit einem Tag Verspätung fertig geworden. Überhaupt ist mir das ganze Jahr 2020 ein bisschen zu schnell verflogen …

Stadlpost: Was war für dich die wichtigste Lehre der vergangenen Jahre?
Andreas Gabalier: Ich halte es wie Arnold Schwarzenegger mit seinen „Six Rules for Success“ (dt.: „Die sechs Regeln des Erfolgs“): „Vertrau dir selbst. Brich die Regeln. Hab keine Angst zu versagen. Ignoriere die Neinsager. Arbeite bis zum Umfallen. Gib etwas zurück.“ Mit Leidenschaft und verdammt viel Fleiß kann ganz viel erreicht werden. Und irgendwann muss man dann abwägen, ob das alles ist im Leben oder ob es doch noch etwas anderes bringen soll.

Stadlpost: Was wünschst du dir für die nahe Zukunft und 2021?
Andreas Gabalier: Ich freue mich auf Weihnachten und wünsche euch eine schöne Auszeit. Vom Christkinderl wünsche ich mir, dass bald alles wieder gut wird. Und das Herzerl, das muss ein bisschen warten! Man kann nicht alles zugleich haben im Leben. Es ist viel, und vor allem viel Schönes passiert. Dieses Jahr gibt’s für mich an Weihnachten einfach a guats Achtel Wein. Merry Christmas, euer Volks-Rock’n’Roller!

Andreas Gabalier Christmas Fanbox

Fan-Box Weihnachten: Gemeinsam mit seinem Produzenten Matze Roska lotet Andreas Gabalier die Weihnachtszeit in all ihren musikalischen Facetten aus. „A Volks-Rock’n’Roll Christmas“ ist ein Album voller Gefühl und Kraft (Electrola). 15 Titel – mal orchestral, mal ganz leise. Erhältlich auch als Fanbox mit besticktem Tischtuch, bedruckter Kerze und Holzstern. Ab 16.11.
vorbestellbar.

Ähnliche Beiträge