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Andreas Fulterer

Andreas Fulterer - vom Gitarristen der Kastelruther Spatzen zum Solokünstler

Andreas Fulterer wurde am 27. Februar 1961 in Seis am Schlern in Südtirol geboren. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder – Birgit und Phillip. Die Musik begleitete Andreas Zeit seines Lebens. Daneben war er auch ein  begeisterter Sportler. Schon in jungen Jahren fuhr er leidenschaftlich gerne Ski und auch das Klettern war eine große Leidenschaft – dazu gab es ja inmitten der Dolomiten auf der Seiser Alm reichlich Gelegenheit. Seine erste Band waren die „Seiser Buam“, wo er auch Gründungsmitglied war. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er im Jahr 1978. 1985 stieg er aus und setzte seinen musikalischen Weg zunächst in Österreich fort. Seine Gattin war ja eine Wienerin. Doch sein Heimweh war stärker und er übersiedelte mit seiner Familie zurück in seine Heimat Südtirol, wo er sich dem „Alpensextett“ anschloss und mit dieser Band auch drei CDs aufgenommen hat.

In einem seiner Lieder brachte er seine Liebe zur Heimat  zum Ausdruck: „Südtirol, Du bist mein Land, Südtirol, Du bist meine Heimat, Südtirol, Du bist mein Zuhause.“

1993 war für Andreas Fulterer ein ganz besonderes Jahr in seiner musikalischen Laufbahn. Als Oswald Sattler, der Gitarrist und die Zweit-Stimme der Kastelruther Spatzen, die Gruppe verließ, nahm Andreas Fulterer seine Stelle ein.

Zwar gehörte er den Kastelruther Spatzen offiziell erst im Jahr 1993 als Gitarrist und Sänger der Zweit-Stimme an, doch die Laufbahnen von ihm und den Kastelruther Spatzen kreuzten sich zu dieser Zeit nicht zum ersten Mal, hatte er doch mit ihnen bereits in deren Anfangszeit musiziert. Beispielsweise hatte Norbert Rier, der damals noch das Schlagzeug spielte (heute steht er ausschließlich als Sänger auf der Bühne) von Andreas Fulterer das Schlagzeug spielen gelernt.  Und wann immer ein Musiker der Spatzen fehlte, Andreas war eine Alternative. Bei der Hochzeit von Norbert Rier beispielsweise hatte Andreas Fulterer vertretungsweise das Schlagzeug gespielt. Gleiches war, als Oswald Sattler heiratete. Hier sprang er als Gitarrist ein.

Während seiner Zeit bei den Spatzen begeisterte er die Fans vor allem mit seinen musikalischen Einlagen. Er sang italienische Lieder, mit denen er Konzert für Konzert die Zuhörer begeisterte. Seine Lieder „Torneró“ oder „Soleado“ (auf Deutsch: „Tränen lügen nicht“) machten sein seine Leidenschaft, italienische Lieder zu singen, deutlich. Ab dem Jahr 1995 startete er – noch als Bandmitglied bei den Spatzen – seine Solokarriere.

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Da verschrieb er sich ganz dem Italo-Schlager und versammelte eine treue Fangemeinde um sich. Mit dem Start seiner Solokarriere gingen einige Gänsehauthits auf sein Konto. 1998 gewann er mit dem Titel „Inno d´amore“ – einem Duett mit Petra Frey – die ZDF-Hitparade. Er legte besonderen Wert auf aussagekräftige Texte, zum Beispiel bei „Im Zug nach Süden“, womit er 2008 große Erfolge im Rundfunk erzielte, oder einem seiner größten Hits „Zusammen sind wir ein Feuer“.

Andreas Fulterer bediente nicht ausschließlich nur das deutsche Schlagergenre. Gekonnt präsentierte er “Rock-Pop-Schlager” und ließ die Herzen der Fans mit seinen charismatischen “Italo-Pop-Schlagern” dahinschmelzen. Der Südtiroler war am liebsten als Solokünstler mit seiner Band unterwegs. Das live Feeling war es, was Fulterer so liebte. Mit bewegenden Texten, ungeheurer Vielseitigkeit und dem ein oder anderen Überraschungsmoment wurde jedes seiner Konzerte zu etwas Besonderem. Andreas Fulterer war nicht “mainstream” und lag doch im Trend. Er traute sich Dinge an- und auszusprechen und bewies den Mut, auch heikle Themen zu vertonen. Vielleicht war ja gerade das der Schlüssel seines Erfolges. Fulterer war auch der Meinung, dass einmal im Leben der Moment kommt, wo man für Menschen, die einem sehr nahestehen, ein Lied schreiben sollte. Für seinen Sohn schrieb er den Titel „Geh die Straßen“ und für seine Tochter „Irgendwann werde ich Dich an das Leben verlieren“.

Fulterer war produktiv und voller Tatendrang. 2014 sprudelten die Ideen dann nur so über, sodass nicht nur ein, sondern gleich zwei Alben entstanden. Nach dem Weihnachtsalbum “Best of Weihnachten” (2013) veröffentlich er 2014 “Ti Amo” ein durchwegs Italienisches Album und das ausschließlich deutsche Album “Bleibt es ein Traum”. Und weil Weihnachten eben die schönste Zeit des Jahres ist, gab es 2015 wieder ein unverkennbar schönes Weihnachtsalbum “Weihnachten lebt”.

Dass Andreas hohe Ansprüche an die Musik und deren Perfektion hatte, konnte jeder Besucher bei einem seiner Konzerte hautnah erfahren. Er trat mit einer eigenen Band und einem stimmgewaltigen Chor auf, die seine hohen Ansprüche erfüllten. Und er sagte: „Wenn man auf der Bühne steht und singt, muss man glaubwürdig sein, und dass leben und zu dem stehen, was man singt. Eine tiefe Freundschaft verband ihn neben den Kastelruther Spatzen auch mit Franz Grießbacher, Bandleader der Paldauer und seiner Gattin.

Nach der Veröffentlichung seines Albums „Farbenleer“ im Juli 2016 verkündet Andreas Fulterer einen Monat später, dass er sich aus Krankheitsgründen erst einmal aus der Öffentlichkeit zurückziehen werde. Andreas Fulterer verstirbt mit nur 55 Jahren in der Nacht des 26. Oktober 2016 an einer Krebserkrankung. Er wurde auf dem Ortsfriedhof von Seis am Schlern von den Kastelruther Spatzen zu Grabe getragen und dort beigesetzt.

Am 27. Februar wäre er 60 Jahre alt geworden. Er hatte keine musikalische Ausbildung, war aber so dankbar, dass er seinen musikalischen Traum leben konnte.

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