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5. Todestag von Karl Moik (1938 – 2015): bis heute trauert die Volksmusik um ihn

"Wir wollen beweisen mit Schwung und mit Scherz, dass jugendlich bleibt nur ein fröhliches Herz“ reimt Karl Moik im ersten Musikantenstadl 1980.

Es sind inzwischen fünf unglaubliche Jahre vergangen, seit der Erfinder und Moderator des Kultformats „Musikantenstadl“ verstorben ist. Doch die Spuren, die er hinterlassen hat, verschwinden nicht. Im Gegenteil. Nach einer Zeit der musikalischen Durststrecke, gibt es immer mehr Moderatoren, Sendungen oder Tourneen (wie etwa „Stadlfest“ oder „Herbststadl“), die sich der Tradition des „Stadl“ verschrieben haben.

Ganz besonders Andy Borg. Mit dem SWR-Format „Schlagerspaß mit Andy Borg“ holt er wieder liebevoll die Freunde der Volksmusik und des volkstümlichen Schlagers ab. Und die Fans sind ihm dafür unendlich dankbar.

Unterhaltung aus Österreich

Die Stadt Linz muss wohl ein guter Geburtsboden für TV Moderatoren und Entertainer sein. Denn nicht nur der Erfinder der Erfolgsshow „Wetten, dass…?“ Frank Elstner ist gebürtiger Linzer. Auch „Mr. Musikantenstadl“ Karl Moik wurde am 19.Juni 1938 in der Landeshauptstadt Oberösterreichs geboren.

Erster Open-Air-"Musikantenstadl", 2. Juni 2001, von der in 1897 Meter Höhe gelegenen Terrasse des Panoramarestaurants am Hochjoch (Montafon)

Beruf und Berufung

Der Sohn einer alleinerziehenden Mutter lässt sich zuerst zum Werkzeugmacher ausbilden. Zudem lernt er aber auch das Spiel am Klavier und am Akkordeon. Während Karl seinen Beruf ausübt, begleitet er bereits ein Jazz-Trio und versucht sich als Interpret volkstümlicher Lieder. Zudem wird Moik Vertreter für Kopiergeräte und Fernsehantennen. Dabei schult er bereits sein Moderationsgeschick, welches er schließlich am Mozarteum in Salzburg perfektioniert.

Als Ansager bei einem Fußballspiel fällt Karl Moik einmal zufällig einem ORF-Redakteur auf, der ihn ins Studio vermittelt. Ab 1973 moderiert er für den ORF Oberösterreich die Volkstümliche Hitparade. Mitte der 1970er Jahre sucht die deutsche ARD gemeinsam mit dem ORF nach einem Format für eine Sendung mit Smalltalk und volkstümlicher Musik. Dieses Konzept wird schließlich gemeinsam mit dem schweizerischen Fernsehen DRS im “Musikantenstadl” realisiert. Die Moderation übernimmt Moik der fortan als Mr. Musikantenstadl einem Millionenpublikum bekannt wird. Sein früherer (sicher nicht ganz ernst gemeinte) Berufswunsch „Papst“ wird ihm insofern erfüllt, als er fortan als „Volksmusik-Papst“ verehrt wird.

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Die Erfolgsgeschichte des Musikantenstadl

Am 5. März 1981 wurde aus Enns/Oberösterreich die erste „Musikantenstadl“-Sendung live ausgestrahlt. Mit dem legendären „Trompetenecho“ von Slavko Arsenik als Titelmelodie tourt der „Musikantenstadl“ dann viele Jahre quer über den Erdball, zudem moderiert Moik weitere Volksmusik- und Schlager Formate, fungiert als Schauspieler. Sein Moderationsstil ist unnachahmlich und sein Netzwerk breit aufgestellt. Moiks Gespür für neue Talente ist legendär. Heutige Stars wie Hansi Hinterseer, Stefan Mross oder Florian Silbereisen bekamen bei ihm ihre erste öffentliche Plattform für ein breites Zielpublikum. 

Bad Gleichenberg, 16.11.2002 - Musikantenstadl (Weihnachtssendung) - DJ ÖTZI mit Karl MOIK und Hansi HINTERSEER

Einige Musikantenstadl Sendungen wurden legendär, wir beispielsweise die Auslandssendungen aus China, Dubai und anderen Destinationen. Im Netz finden sich heute noch einige Ausschnitte alter Aufzeichnungen, u.a. die Eröffnung der ersten Sendung aus dem Jahr 1981:

 

Für das Urgestein hieß es am 31. Dezember 2005 zum letzten Mal “Servas, pfiat Gott und auf Wiedersehen”. Der Abschied von seinem „Baby“ setzte dem Österreicher derart zu, dass er im Anschluss an seine letzte Sendung einen leichten Schlaganfall erlitt. 

In den darauffolgenden Jahren war es dann relativ still um den Vollblutshowmaster, seine Auftritte wurden immer rarer. Die letzten Monate waren von verschiedenen Krankheiten geprägt.

Am 26. März 2015 ist Karl Moik im Alter von 76 Jahren in einem Salzburger Krankenhaus verstorben. Seine Witwe Edith, welcher er 1946 das Ja-Wort gegeben hatte, und die gemeinsamen Kinder Wolfgang und Evelyn vermissen ihren Karl bis heute schmerzlich. Auf dem Friedhof Oberalm bei Salzburg fand der große Mann der Volksmusik seine letzte Ruhestätte.

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