STADLPOST

© Kerstin Joensson/Stadlpost
15. Juni 2017

Der dritte „Amigo“

Er kann seit über zehn Jahren wahrlich als dritter Amigo bezeichnet werden. Und er hat natürlich auch am neuen Album der beiden Brüder fleißig mitgearbeitet. Allerdings ist er nie auf der Bühne zu sehn.

 

 

Michael Dorth (46) ist nicht nur der Produzent der Amigos, sondern steht ihnen auch menschlich sehr nahe. Dazu Bernd Ulrich: „Im Jahr 2007 haben wir uns kennengelernt. Der Erfolg der ,Amigos‘ nahm so viel Zeit in Anspruch, dass wir nicht mehr in der Lage waren, unsere Musik selber zu produzieren. Durch einen befreundeten DJ wurden wir auf Michael Dorth aufmerksam. Er ist unter anderem als Produzent für die großen Erfolge von Fantasy, Michael Wendler und vielen anderen Künstlern verantwortlich. Er hat mittlerweile 64 Gold- sowie 25 Platinauszeichnungen – als Produzent und Komponist. Wir tra­fen uns zunächst völlig unverbindlich im Studio von Michael Dorth in Hennef im Rhein-Sieg-Kreis. Bei einer Tasse Kaffee und einem Gespräch einigten wir uns darauf, den Versuch einer Zusammenarbeit zu starten … Das ist nun zehn Jahre her. Direkt bei den ersten gemeinsamen Tönen war sofort klar, dass wir dieselbe Sprache sprechen.“

 

In „Micks“ Studio entstehen die ganz großen Amigos-Hits.

 

Kein Wunder: Michael war selber lange als Tanzmusiker unterwegs. Er hat eine klassische Musikausbildung, begann im Alter von sechs Jahren Orgel zu spielen und erlernte dann auf dem Konservatorium das Spielen der Kirchenorgel. „Es ist einfach ein Traum, dass wir uns gefunden haben. Es gibt viele Produzenten, Musiker, Künstler. Entscheidend ist aber, ob die Chemie stimmt. Wenn wir uns im Studio sehen, ist es immer noch wie am ersten Tag: glänzende ­Augen, strahlende Gesichter und Dankbarkeit, dass wir uns gefunden haben. Die Arbeit mit ihm im Studio war noch nie Stress. Es werden Lieder zusammen geschrieben, von anderen Autoren angehört und ausgewählt. Ohne je voreingenommen zu sein, wählen wir gemeinsam die Titel aus und entscheiden aus dem Bauch heraus, was passen könnte. Michael spielt zunächst die Playbacks in seinem Studio ein. Dann werden meistens im Frühjahr die Titel eingesungen. Nachdem er die Titel ausgearbeitet hat, schickt er sie uns über Dropbox zum Anhören. Dann setzen wir uns nochmal gemeinsam ins Studio und nehmen Änderungen vor oder bringen Ideen ein. Bei emotionalen Liedern fließen machmal sogar Tränen, weil wir dann ganz tief in der Musik sind!“

 

Das dynamische Duo Bernd und Karl-Heinz Ulrich veröffetlichen am 28. Juli ihr neuestes musikalisches Werk „Zauberland“.

 

Nicht minder begeistert äußert sich der Musikproduzent Michael Dorth gegenüber der StadLpost über seine Zusammenarbeit mit den Ulrich-Brüdern: „Die Arbeit im Studio mit den ,Amigos‘ ist für mich das Schönste, was ich erleben darf. Einfach Musik zu machen, die die Herzen der Zuhörer berührt. Das ist der Erfolg der beiden und die Chart-Platzierungen bestätigen es ja immer wieder. Wir haben eine gemütliche Atmosphäre im Studio. In einem Vorraum haben wir die Möglichkeit, Kaffee zu trinken und zu rauchen, was unser gemeinsames Laster ist. Die Amigos fühlen sich bei mir wie zu Hause. Der erste Satz vor der Begrüßung an der Haustür lautet immer ,Kaffee und Zigaretten!‘ Wir haben ein sehr familiäres Verhältnis. So kommt es auch vor, dass liebe Nachbarn von mir den Amigos sogar extra einen Kuchen backen und ihn persönlich ­vorbeibringen, wenn wir alle im Studio sind. Unsere Stärken sind Kreativität, Objektivität und die Kooperationsbereitschaft sowie die daraus resultierende Harmonie. Wir telefonieren oft auch in der Nacht. Karl-Heinz und Bernd rufen gerne an, wenn sie auf Tour unterwegs sind. Dann weckt mich meine Frau Denise manchmal morgens um zwei. Oft ist Bernd am Telefon. ,Hey Mick, mach dir noch einen Kaffee und zünd dir eine Zigarette an.‘ Dann plaudern wir über einige Dinge, nicht nur über Musik, sondern auch Privates …“

 

Bernd und Karl-Heinz gefällt vor allem das Bodenständige an ihrem Partner – und dass er völlig frei von Starallüren ist. Die Amigos haben ihren Michael übrigens so sehr ins Herz geschlossen, dass sie ihn mittlerweile den „Dritten Amigo“ nennen. Bernd: „Mit dem Wort ,Freund‘ gehe ich sehr vorsichtig um. Heute kann ich aber sagen, dass Michael und wir sehr gute Freunde geworden sind, echte ,Amiogs‘ eben.