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29. November 2016

DJ Ötzi: Er schenkt den Menschen Hoffnung

Nicht immer lief alles so gut für Gerry Friedle wie heute. Es gab für ihn eine Zeit voller Hoffnungslosigkeit: Da lebte er auf der Straße, sah keine Zukunft für sich. Das Blatt hat sich zum Glück gewendet. Heute genießt der Tiroler sein Leben auf der Sonnenseite des Glücks. Doch der 45-Jährige will etwas für die Menschen tun, die das Schicksal hart angefasst hat. Im Stadl-Interview findet DJ Ötzi bewegende Worte für ein Thema, bei dem immer noch allzu viele einfach wegschauen!

 

STADLPOST: Lieber Gerry, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, unsere Fragen zu beantworten! Mit „A Mann für Amore“ bist du quasi zu deinen Wurzeln aus der „Anton aus Tirol“-Zeit zurückge- kehrt. Es ist ein witziger, bisweilen selbstironischer Text mit lustigen und saftigen Anspielungen auf jedwedes Alpen- und Machoklischee. Wenn du etwa singst: „I bin wie i bin, i tanz und i sing, ich mach halt mei Ding, es ist so in mir drin – i bin a Mann für Amore! Was macht den Song für dich zu etwas Besonderem?

GERRY: Ich glaube, dass sich viele Menschen ohne jeden Grund selbst zurücknehmen, sich nicht zutrauen, zu sein wie sie sind. Und genau die möchte ich ansprechen und ihnen sagen: „Schaut her, ich mach nichts anderes als mein Ding, das, was ich am besten kann, was mir guttut, was mir taugt – komm, mach das auch, trau es dir zu, du kannst es …“ Ich bin so nahe bei denen dran, die ich damit erreiche – das macht den Song zu etwas ganz Besonderem.

 

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„Salzburger kochen für Salzburger“ ist das Motto der „Salzburger Wärmestube“

 

STADLPOST: Gerry, du bist nicht nur lustig, sondern vor allem auch ein sehr feinfühliger Mann. Deshalb engagierst du dich auch in vielen Bereichen für deine Mitmenschen. Jetzt in der Vorweihnachtszeit packst du bei der „Salzburger Wärmestube“ selbst mit an und verteilst Essen an Bedürftige. Was bedeutet das für dich?

GERRY: Wenn einer wie ich so viel Glück in seinem Leben gehabt hat – nicht nur einmal hätte mein Leben ganz woanders enden können –, wenn einer so leben darf wie ich, mit einer wunderbaren Frau, einer ganz besonderen Tochter. Wenn also einer wie ich jeden Tag dem Herrgott danken müsste, dann hat er auch die Pflicht, ein bisschen was an die zurückzugeben, die nicht auf der Butterseite des Lebens gelandet sind. Nicht nur zu Weihnachten, aber auch besonders zu diesen Festtagen.

STADLPOST: Was verbindet dich mit der „Salzburger Wärmestube“?

GERRY: Ich bewundere einfach die dort Verantwortlichen, die so eine tolle Initiative aus dem Boden gestampft haben und die jedes Jahr so viel messbar Gutes tun. Die sind es eigentlich, die vor den Vorhang müssten. Ich leiste nur einen bescheidenen Beitrag.

STADLPOST: Du hast als Jugendlicher selbst einige Zeit auf der Straße leben müssen. Gab es damals auch Orte, wo du dich aufwärmen konntest, eine warme Mahlzeit oder allgemein Hilfe bekommen hast?

 

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Beim alljährlichen Konzert beim Hellbrunner Adventzauber zugunsten der „Salzburger Wärmestube“

 

GERRY: Ich kann nachvollziehen, wie es einem geht, der kein Dach über dem Kopf hat, dem die Existenz weggebrochen ist, der einfach Pech hatte. Ein, zwei unglückliche Umstände treffen zusammen, der Job ist weg und schon bist du auf der Straße. Diesen Menschen Hoffnung zu geben, halte ich für sehr wichtig. So wie ich auch in meiner existenziell schlimmsten Zeit immer wieder auf Menschen traf, die mir ein Stück weit geholfen und Hoffnung gegeben haben …

Wie Gerry Friedle heute mit seiner Vergangenheit umgeht, wie er es schafft, seine Popularität einzusetzen, um Menschen zu helfen und Hoffnung zu schenken, welche Rolle Schamgefühle spielen und welche Menschen ihm zur Seite stehen und standen, lesen Sie in der brandneuen Printausgabe der Stadlpost, die es ab heute für Sie in ihrem Kiosk gibt!

 

 

 

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