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Norbert Rier
© Kerstin Joensson
7. Oktober 2016

Norbert Rier: „Ich bin ein großer Fan von Michael Schumacher – wenn ich in dessen Gegend gewesen wäre, hätte ich auch versucht, ihn zu treffen.“

Seit Mittwoch (5.10) steht Kastelruth schon ganz im Zeichen des alljährlichen Spatzenfestes. Fast magnetisch ist die Anziehungskraft der sieben bodenständigen Musiker auf unzählige Volksmusik-Freunde.

 

Bereits zum 32. Mal pilgern die Fans am zweiten Wochenende im Oktober in die idyllische Region unweit Südtirols Landeshauptstadt Bozen. Angeblich verdient die Marktgemeinde Kastelruth jährlich sieben Millionen Euro durch die beliebte Erfolgsband, deren Mitglieder als moderne Skulpturen die Ortsmitte zieren.

 

Kastelruth

 

Allzu bewusst ist es Kastelruth, welch große Werbeträger die Spatzen für die Gemeinde sind.  Dass die Fans regelmäßig zeit- und kostenintensive Reisen auf sich nehmen, um einen Einblick in das Leben ihrer Lieblinge zu erhaschen, stört die Region nicht. Und auch Norbert Rier, Frontsänger der Band sieht´s gelassen: „Ich habe nicht mal einen Zaun, obwohl mir oft geraten wurde, einen zu bauen. Man braucht die Fans wie die Luft zum Atmen. Wenn Spatzenfest ist, bringt ein Shuttle-Service die Fans zu meinem Hof. Die wollen sehen, wo ich daheim bin, ein Foto, ein Autogramm, einen Händedruck.“

 

 

Er ist einer von ihnen – Sänger, Bauer, Haflingerzüchter, Familienoberhaupt und genauso Fan wie jeder einzelne seiner eigenen Fans. „Klar, wenn man viel Arbeit auf dem Hof hat, ist viel Besuch nicht angenehm. Aber ich versuche, mich immer in diese Leute reinzuversetzen. Ich bin ein großer Fan von Michael Schumacher – wenn ich in dessen Gegend gewesen wäre, hätte ich auch versucht, ihn zu treffen“, sagt er unlängst in einem Interview.

 

 

Voller Erfolg beim Spatzenfest 2015.
Voller Erfolg beim Spatzenfest 2015.

 

Noch drei Tage (einschließlich heute) können die Spatzen live und hautnah erlebt werden und setzen alle Hebel in Bewegung um ihre Gäste wieder mit ihrem bombastischen Programm zu begeistern. Für Norbert Rier ist es eine besonders schöne, jedoch auch stressige Zeit im Jahr.

 

 

Denn nicht nur auf der Bühne wird er gebraucht: „Mittlerweile habe ich einen fleißigen Mitarbeiter, und der Sohn hilft. Im Sommer sind die Pferde auf der Alm. Und sonst habe ich kein Problem damit, nach dem Konzert gleich in den Stall zu gehen. Irgendwie ist das ein positiver Stress“, erzählt der passionierte Haflingerzüchter, für den immer klar war, dass er eines Tages den Hof seines Vaters übernehmen würde. Egal ob im Festzelt, im Stall oder in den ausgebuchten Hotel- und Pensionszimmern: An diesem Wochenende wird in und rund um Kastelruth die Sonne für alle scheinen.

 

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