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4. September 2016

Die Paldauer feiern ihren Bandleader

Paldau ist ein kleiner romantischer Ort in der Südoststeiermark: Kirche, Gasthaus, Dorfladen. Doch wer würde das Dorf im Vulkanland kennen, gäbe es nicht die Paldauer? Mit 10 Jahren beschloss Bandleader Franz Griesbacher mit seinem Bruder Erwin Pfundner eine Band zu gründen – der Namensgeber war ihr Wohnort Paldau.

 

Was zunächst als „Schulband“ begann, mit einem ersten öffentlichen Auftritt beim Kirchenwirt am Hauptplatz, wurde 1975 zur „Berufsband“ die Paldauer. Franz Griesbacher, das Mastermind (oder kreatives Organisationstalent, wie er sich selbst auf der Homepage bezeichnet) der smarten Formation erinnert sich: „Alles was wir hatten, war keine Ahnung!“ Nun dafür haben es die Herren aber ganz schön weit gebracht. Von ersten Gast-Auftritten in Südtirol, über Gigs in den größten, angesagtesten Clubs der Schweiz (wie etwas in Udo Jürgens Joker Club in Zürich), fanden die Steirer eine ganz neue, eigenständige Nische – modernen deutschen Schlager, sorgfältig instrumentiert, musikalisch perfekt gemacht. Die Paldauer erhielten bald darauf ihren ersten Plattenvertrag beim damals ganz jungen Franz Koch (der die Plattenproduktion ElpigenApl leitete), spielten sich von Auftritten zur TV-Shows und sahnten alle Auszeichnungen ab, die man in der deutschsprachigen Musikszene so erhalten kann.

 

1991 wurden sie zur „Besten Showband des deutschsprachigen Raums“ gekürt – die Jungs aus dem kleinen Ort aus der Steiermark, überzeugten auch die gestrengen deutschen Kollegen und wurden forthin mit Edelmetall überhäuft. 7-fach Gold, Platin, Goldene Stimmgabel, ZDF Hitparade und und und… 1999 kam das „Düsseldorfer Girl“ und damit der endgültige Durchbruch in die ganz großen Hauptabendshows.

 

Gerade eben haben die Paldauer ihre neue Single „3000 Jahre“ im Rahmen ihrer traditionellen Veranstaltung „Open Flair“ auf der Schloßbergbühne Kasematten in Graz präsentiert. Es beweist einmal mehr den unglaublich perfektionistischen Anspruch von Franz Griesbacher und seinen elegant in weiß gekleideten Jungs, wie man es eben von den Paldauern seit Jahren gewohnt ist.

 

 

„Unsere Fans sind es, die uns seit jeher durch die Branche tragen. Und sie sind es auch, denen wir den langen, großen Paldauer-Erfolg zu verdanken haben“, streut Franz seinem Publikum Rosen. Apropos: Es gibt tatsächlich eine Rosensorte namens „Paldauer“ und auch eine gleichnamige Dahlie wurde in Zürich kreiert.

 

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Trotz seines Erfolges ist Franz Griesbacher, der am 2. September seinen 60. Geburtstag feierte, ein bodenständiger Mensch geblieben. Nie dachte der gelernte Kaufmann (seine Eltern bestanden darauf, dass er vor sine Musikkarriere einen anständigen Beruf erlernt) daran, aus seiner geliebten Heimatgemeinde Paldau, wo er inzwischen auch Ehrenbürger ist, weg zu ziehen. 1998 heiratet er seine langjährige Lebensgefährtin Hilde und baut mit ihr in Paldau ein Traumhaus mit idyllischem Gartenteich, indem die Familie (mit den Kinder Marvin und Elisa) auch heute noch lebt.

 

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Im Jahr 2006 dann der Schock: Bei seiner Frau wurde eine Krebserkrankung diagnostiziert. Der Krebs ist inzwischen zwar verschwunden, das Familienleben von Franz Griesbacher hat sich in dieser Zeit aber doch verändert. „Die Krankheit hat uns noch enger zusammengeschweißt. Wir genießen jeden Tag noch intensiver als zuvor“, sagen die Eheleute. Franz hat seine Büroarbeit so umgestellt, dass er Mittags in Ruhe mit seiner Frau essen kann. Beide ernähren sich heute sehr bewusst und gesund. Und sie nehmen sich bewusster Zeit für einander, um spazieren zu gehen, zu reden – und sich die Zuneigung zu zeigen. Regelmäßig meditieren sie gemeinsam, um das innere Gelichgewicht zu stärken. „Das Leben fühlt sich intensiver und schöner an als je zuvor“, sagt Franz. „Die Angs, meine Hilde zu verlieren hat mir nur um so deutlicher gezeigt, wie wertvoll jeder Tag mit meiner geliebten Frau ist…“

 

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