STADLPOST

© ORF/Ali Schafler
21. Juli 2016

„Meine Mutter hatte so viel Angst um mich…“

Am kommenden Wochenende ist es wieder so weit: Zum 21. Mal treffen sich die Stars der Schlagerwelt vor der Kulisse der Kärntner Nockberge zum Sommer-Open-Air „Wenn die Musi spielt“. Großartige Künstler erwartet die Schlager- und Volksmusik-Gemeinde: Alpenoberkrainer, Amigos, Anni Perka, Brunner & Stelzer, Die Paldauer, Die Edlseer, Die fidelen Mölltaler, Die jungen Zillertaler, Die Ladiner & Nicol, DJ Ötzi, Francine Jordi, Hansi Hinterseer, Marc Pircher & Band, Mayrhofner, Melissa Naschenweng, Münchner Zwietracht, Nik P., Nockalm Quintett, Olaf der Flipper, Ross Antony und Semino Rossi werden in den Kärntner Nockbergen für Stimmung sorgen.

 

Moderiert wird die Sommer-Musi natürlich wieder von Stefanie Hertel und „Musi-Urgestein“ Arnulf Prasch  –  er wurde im letzten Jahr für seine Verdienste um die Musi sogar mit dem Musi-Edelweiß ausgezeichnet. Wir haben mit dem beliebten Moderator über seine tollste Begegnung, seine Liebe zur Musik und seine größte Herzensangelegenheit abseits der Bühne gesprochen.

 

tomz0512_20160721192555_05

 

Stadlpost: Sehr geehrter Herr Prasch, Sie sind seit 31 Jahren als Moderator und Journalist tätig. In den vielen Jahren haben Sie unzählige Geschichten und Personen kennengelernt. Welche dieser Geschichten bzw. Personen ist Ihnen am meisten in Erinnerung geblieben?

Arnulf Prasch: Die intensivste Begegnung dieser 31 Jahre war sicherlich jene mit dem Dalai Lama! Das war, als Heinrich Harrer sein Museum eröffnete  und  der Dalai Lama extra nach Kärnten angereiste . Mein Auftrag als Journalist war es, ihn mit der Fernsehkamera „in Empfang zu nehmen“ – was sehr schwierig war, da er von der Staatspolizei komplett abgesichert war und wir somit zunächst keine Möglichkeit hatten, an ihn heran zu kommen. Bei einem Empfang am Fuße der Burg Hochosterwitz habe ich dann meinen ganzen Mut zusammen genommen und bin einfach auf ihn zugegangen. Doch leider bin ich nicht weit gekommen, denn plötzlich war ich ‚in der Luft’, da mich zwei Security-Leute aufgehoben haben. In diesem Moment hat der Dalai Lama jedoch gesehen in welcher ‚Not’ ich bin und hat gezeigt, ich soll näher kommen. Ich habe dann wirklich ein persönliches Interview mit ihm gemacht und das war sehr ergreifend für mich und sicher mein bisher größtes Erlebnis in meiner beruflichen Karriere, denn wer hat schon die Chance sich auf einem Meter Entfernung mit dem Dalai Lama zu unterhalten.

 

Stadlpost: Musik wurde Ihnen ja quasi in die Wiege gelegt – sie waren schon als Kind musikalisch. Mit 18 Jahren haben Sie ihren eigenen Chor gegründet Zählt die Musik auch heute noch zu den privaten Hobbys?

Arnulf Prasch: Ja, wenn man sich in seinem Leben einmal mit Musik beschäftigt, lässt einen das nie wieder los. Bei mir war es eine Familientradition, neben meinem Großvater haben auch mein Onkel und meine Eltern in einem Chor gesungen. Also war es für mich logisch auch dem Chor in meinem Heimatdorf Passering beizutreten. Da es mir viel Freude gemacht hat, habe ich auch die Chorleiterausbildung gemacht und in St.Veit an der Glan einen kleinen Chor mitgegründet, den ich dann auch 14 Jahre lang geleitet habe. Dafür war dann leider nicht mehr genug Zeit. Musik begleitet mich also durch mein ganzes Leben – auch beruflich!

 

Stadlpost: Was zählt neben der Musik noch zu Ihren Hobbys?

Arnulf Prasch: Ich bin mit großer Begeisterung auf den Bergen unterwegs, zum Beispiel haben wir im letzten Jahr einen 2-wöchigen Wanderurlaub in den Nockbergen hier in Kärnten verbracht. Wir beschäftigen uns seit neuestem mit Imkerei, haben 3 Bienenstöcke zu Hause, das mache ich sehr gerne und gibt mir auch viel Ruhe neben dem Beruf – und man muss sich diese Zeit wirklich auch nehmen!

 

Stadlpost: Was vermutlich viele Musi-Fans nicht wussten ist, dass Sie begeistertes Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr in Villach-Völkendorf sind. Wie kamen Sie dazu?

Arnulf Prasch: Auch die Feuerwehr begleitet mich eigentlich seit Beginn an. In meinem Heimatdorf in Passering gab es damals schon eine sehr aktive Freiwillige Feuerwehr. Ich habe immer schon bei den Trainings zu den Wettbewerben zugesehen und wollte eigentlich immer Feuerwehrmann werden. Allerdings hatte meine Mutter so viel Angst um mich, dass mir das nie ermöglicht wurde. Etliche Jahre später hat mich der damalige Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Völkendorf gefragt, ob ich nicht der Feuerwehr als unterstützendes Mitglied beitreten würde. Meine Reaktion war so klar, wie auch spontan: Gerne! Aber wenn, dann wollte ich auch als aktives Mitglied dabei sein.

 

Prasch 2
Er setzt sich bei der Freiwilligen Feuerwehr für in Not geratene Menschen ein.

 

Stadlpost: Sie bezeichnen diese ehrenamtliche Tätigkeit oft als „Herzensangelegenheit“. Wieso hat es Ihnen gerade die Feuerwehr so angetan?

Arnulf Prasch: Die tolle Kameradschaft, die es bei den Feuerwehren gibt, lässt sich in keiner anderen Organisation auf diese Art und Weise ausleben, wie es bei der Feuerwehr der Fall ist. Diese Kameradschaft ist mir persönlich sehr wichtig! Denn nirgends sonst gibt es die Möglichkeit, dass Menschen, die ihre Freizeit für andere hergeben, so schnell Hilfe leisten. Und dieses Freiwillige Feuerwehrwesen in Österreich ist weltweit einzigartig. Nicht nur dieses Faktum begeistert mich, sondern auch selbst Hilfe zu leisten. Und ich hatte auch schon die Möglichkeit selbst bei realen Einsätzen dabei zu sein, egal was passiert ist – wir fragen ja nicht warum oder wieso, sondern nur wo wir helfen können!

 

Prasch 1
Auch bei der Feuerwehr ist seine Spontanität gefragt.

 

Stadlpost: Sie sind heute sogar Beauftragter des „Österreichischen Bundesfeuerwehrverbands“…

Arnulf Prasch: Mir liegt es auch am Herzen, darauf hinzuweisen. wie wichtig dieses Feuerwehrwesen für die Bevölkerung ist und ich möchte auch junge Menschen dafür mobilisieren, sich dieser Bewegung anzuschließen und zu sagen: Wir geben unsere Freizeit her, um anderen zu helfen. Denn es kommt auch sehr viel von der Bevölkerung zurück. Daher werde ich auch in Zukunft versuchen, oft hinter den Kulissen, aber auch aktiv im Einsatz, so oft es mir möglich ist dafür zu sorgen, dass dieses Feuerwehrwesen immer mehr an Bedeutung gewinnt!

 

Stadlpost: Herzlichen Dank für das Gespräch.

 

ORF2 und das MDR Fernsehen übertragen das Live-Open-Air am Samstag, den 23. Juli, ab 20.15 Uhr, live aus Bad Kleinkirchheim.

 

TAGS: Wenn die Musi spielt