STADLPOST

Alexander Mazda und Francine Jordi sorgten 2015 leider nicht für die gewünschten Quoten in Deutschland
© ipmedia/Krivograd
1. Januar 2016

Können diese Zuschauerzahlen den Stadl retten?

Grundsätzlich waren die Zuschauerzahlen der Silvesterausgabe der „Stadlshow“ besser als beim Start. Ob diese allerdings das Aus der letzten großen Eurovisionssendung verhindern können, bleibt fraglich. Der Rausschmiss von Publikumsliebling Andy Borg kostete zu Silvester rund eine Million Zuseher.

 

Für die Sendungsmacher der „Stadlshow“ startet das neue Jahr sicherlich mit gemischten Gefühlen: So sahen bei der Stadlshow in Linz zu Jahresende 2,81 Mio. Menschen in der ARD und 424.000 Zuseher in ORF2 zu. Erfreulich dabei ist, dass die rund vierstündige Stadlshow zu Silvester damit auf durchschnittlich 13,0 Prozent Marktanteil in Deutschland und 23% in Österreich gekommen ist. Gegenüber der letzten Sendung im Herbst mit weniger als zweieinhalb Millionen Zuschauern ist das ein ordentliches Plus.

 

Aus Fehlern gelernt

Der Grund für die Steigerung an Zusehern ist, dass die Sendungsmacher offensichtlich aus den Fehlern der Premiere ihre Lehren gezogen haben: Zwar fehlte der Show noch immer der eine oder andere große Name, weshalb viele Hits leider nur durch Coverversionen abgefeiert werden konnten. Und auch das Bühnenkonzept blieb (abgesehen von der originellen Idee, die unschönen Altlasten der Gäste zu schreddern) irgendwie ein fragwürdiger Fremdkörper. Aber mit den Publikumslieblingen wie den Amigos, GG Anderson, Marianne Rosenberg, Bernhard Brink, den Jungen Zillertalern, den Edlseern, dem Nockalm Quintett, Oesch’s die Dritten, Sigrid & Marina, den Grubertalern oder Saso Avsenik und seinen Oberkrainern u.v.a.m. standen wieder Spass und Schunkelei im Vordergrund. Auf mehr Talk und musikalische Experimente wurde zum Glück verzichtet. Und auch die Zuschauer spürten, nicht zuletzt wegen der harmonischeren Moderation von Francine Jordi und (dem zwar noch immer steif wirkenden) Alexander Mazza, dass in der Halle in Linz eine gute Stimmung herrschte – fast wie zu Andy Borgs besten Zeiten.

 

 

Rausschmiss von Andy Borg kostete dennoch 1 Mio. Seher

Und da sind wir schon bei der weniger guten Nachricht für die Sendungsmacher: Die Quoten der Stadlshow sind zwar seit Herbst besser geworden. Mit jenen des Musikantenstadls unter Andy Borg können diese allerdings nicht mithalten. So schauten beim Silvesterstadl 2014 in Graz noch 3,93 Mio. Zuseher in der ARD und 518.000 in ORF2 zu. Auch wenn die Sendungsbosse das vermutlich nie öffentlich zugeben würden – aber angesichts dieser Zahlen dürfte wohl auch der Portier bei der ARD kapiert haben, dass der unsympathische Rausschmiss von Andy Borg einmal mehr eine Million Zuseher gekostet hat.

 

Andy Borg Silvesterstadl
Beim letzten Silvesterstadl mit Andy Borg schauten noch eine Million Menschen mehr zu.

 

Bekommt die Stadlshow eine dritte Chance?

Der Stadlshow bleibt damit weiterhin Luft nach oben. Ob diese Zahlen die letzte große Eurovisionssendung vor dem Aus retten kann, bleibt fraglich. Der ORF ist zumindest sehr fleißig damit beschäftigt, alle Gerüchte zu dementieren, wonach die Absetzung der Sendung schon vor dem Jahreswechsel fixiert worden sei: „Die Behauptung, dass intern schon eine Entscheidung gefallen ist, entspricht nicht den Tatsachen. Die Partnersender haben beschlossen, nach der Silvesterausgabe nochmals zu beraten und dann über die Zukunft der ‚Stadlshow‘ zu entscheiden. Mit den Moderatoren wurde vereinbart, dass auch die Verträge erst nach und abhängig von dieser Entscheidung verlängert werden.“

 

orf_tomz0512_20150915171304
Wird es 2016 noch weitere Folgen der Stadlshow geben?

 

Wieder an die Zielgruppe denken!

2016 würde der Stadl sein 35-jähriges Jubiläum feiern. Für alle Stars und Fans der Schlager- und Volksmusikwelt wäre es sehr schade, wenn es diese legendäre Musiksendung nicht mehr geben würde. Ihre Wut richtet sich daher verständlicherweise jetzt einmal mehr an die durch Steuermittel bezahlten Entscheidungsträger der gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstalter ARD, ORF und SRF. Denn mit der Rückbesinnung auf die Tradition des Musikantenstadls wurde jetzt zu Silvester deutlich, dass man bei der Premiere der „Stadlshow“ im Herbst mit einer übertrieben auf jugendlich getrimmten Neuauflage des Musikantenstadls die falsche Entscheidung getroffen hat. Konsequent wurden am tatsächlichen Publikumsgeschmack vorbei viel zu viele Veränderung auf einmal umgesetzt.

 

20091113_PD4091.HR

 

Rettet den Musikantenstadl

Zu hoffen bleibt letztlich, dass sich die Programmbosse in diesem neuen Jahr angesichts dieser Zahlen doch noch einmal besinnen und eine der letzten großen Unterhaltungsformate im deutssprachigen Raum (man denke an Sendungen wie den „Grand Prix der Volksmusik“ oder „Herzlichst Hansi Hinterseer“) retten. Denn hätte man früher auf das Zielpublikum gehört, gäbe es heute keine Diskussion über die Weiterführung des Stadls. Wenngleich die Chancen dafür, dass dieser Neujahrswunsch in Erfüllung geht, nicht gerade gut stehen.

 

Hier kann die Sendung nachgesehen werden:

http://tvthek.orf.at/program/Stadlshow/10559301

 

TAGS: Musikantenstadl