STADLPOST

Musikantenstadl
© ORF/BR/Ali Schafler
28. März 2015

Karl Moik: Erinnerungen

Karl Moik ist tot. Der beliebte Begründer des „Musikantenstadl“ ist am 26. März in der Früh im  Landeskrankenhaus Salzburg gestorben. Er wurde 76 Jahre alt. Diese Nachricht hat uns alle, die ihn gekannt haben, zutiefst schockiert.

 

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Mehr als nur ein Nachruf

Karl Moik war und ist für unsere Branche nicht nur „Einer dem man einen Nachruf widmet!“ Er war ein Fels in der Brandung – ein gstandener Mann, der seine Meinung nicht verdrehte, der auf seinem breiten Rücken zeitlebens Spott und Häme für sein Tun aushielt! Die Vertreter der „Hohen Kunst“ nannten ihn unter anderem verächtlich „Volks-Dümmler“ – seine Sendung „Bauern-Unterhaltung“.

Nun – ich hatte das ungeheure Glück, Karl Moik persönlich sehr gut kennen zu lernen – wobei, auch wir zwei waren nicht immer einer Meinung – und sehr oft knallten unsere Ansichten über „was geht und was nicht“ aneinander! Allerdings – und das machte den Karl so einmalig – immer ins Gesicht – und nie hinter dem Rücken! Ein Arbeitsstil, der in der heutigen Zeit immer mehr zur Rarität gerät.

Musikantenstadl

Er lebte für den Stadl

Karl Moik lebte für seine Sendung, für die Musik und für die ganze Branche, die er durch seinen Stadl erst zu dem machte, was sie heute ist. Unterhaltung für Millionen! Immer gestärkt durch die lebenslange Loyalität seiner Edith, die als diplomatischer Ruhepol so manche Wogen seiner aufbrausenden, direkten Art glättete. Wenn Karl einen Künstler für talentiert hielt, dann setzte er sich über alle „Fachleute“ und „Berater“ hinweg – er entschied ganz alleine, was für seinen Stadl gut war und was nicht! „Diktator“ nannten ihn einige dafür – aber sein untrügliches Gespür für den Geschmack der Menschen, sein Händchen für das was die „Leut“ wollen, das machte ihn über Jahrzehnte unantastbar. André Rieu, Stefan Mross, Semino Rossi, Hansi Hinterseer, Max Raabe – um nur einige zu nennen – sie alle wären wohl nie ins Hauptabendprogramm gekommen. Dass sich auch Namen wir Stefan Raab, Harald Schmidt, Markus Lanz oder internationale Stars wie Caterina Valente, Trini Lopez oder Larry Hagman auf der Besetzungsliste des Musikantenstadls fanden, das war nicht zuletzt Karl Moiks Verdienst, der aus dem belächelten „Umtata-Treff“ eine der reichweitenstärksten TV-Shows im deutschsprachigen Raum machte!

 

Musikantenstadlpost

Als 1997 die MUSIKANTENSTADLPOST das Licht der Printmedienwelt erblickte, war Karl ein loyaler „Geburtshelfer“, der uns nicht nur mit seinem unglaublichen Knowhow, sondern mit seinem ganzen Einfluss in der Branche zur Seite stand. Ich werde ihm das nie vergessen – seine Geduld, seinen Fleiß und seine unnachahmliche Art, so „brummig“ mit etwas zufrieden zu sein, dass ich als Herausgeberin nie nachgelassen habe, dieses „Bauchgefühl“ für das was den Menschen gefällt und in schwierigen Zeiten wie diesen ein bisschen „heile Welt“ beschert, als journalistische Grundlage für unsere STADLPOST zu nehmen.

Danke Karl, dass wir noch von Dir lernen konnten – wir werden versuchen, Deine Unbeugsamkeit für dieses Genre weiter zu führen.

In diesem Sinne  ein kräftiges „SERVUS KARL!“ – aus meinem tiefsten Herzen.

 

Deine Eva Mang

Herausgeberin

 

 

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